Karneval

Zum Rosenmontagszug in Velbert regnet es nur Kamelle

Das Laufen hält bei  den kühlen Temperaturen warm: Die Mitglieder der KG Baum haul Pool verteilen die Süßigkeiten in der jecken Menge zu Fuß.

Das Laufen hält bei den kühlen Temperaturen warm: Die Mitglieder der KG Baum haul Pool verteilen die Süßigkeiten in der jecken Menge zu Fuß.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Den heimischen Zug zu besuchen, ist für viele Velberter Pflichtprogramm. Das Wetter hielt zum Zugstart eine unerwartete Überraschung bereit.

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Tausende Jecken säumen stets die Strecke, wenn sich der Karnevalszug am Rosenmontag in Bewegung setzt — aber noch eine Stunde vor Beginn wirkt die Velberter Innenstadt aber wie leer gefegt. Ein Bär läuft mit einem Huhn an der Hand vorbei, während weiter oben auf der Friedrichstraße noch ein Auto abgeschleppt wird. Pünktlich zum Zug verwandelt sich die City dann aber in die für den Rosenmontagszug typische kunterbunte Kulisse.

Melissa wirft lieber Bonbons als sie zu fangen

„Ich muss ja leider heute fangen“, bedauert die fünfjährige Melissa, die mit ihrem Bruder am Straßenrand darauf wartet, dass die rund 40 Gruppen und Wagen sich in Bewegung setzen. Am Sonntag noch sei sie in Tönisheide selbst Teil des Zuges gewesen und durfte Kamelle verteilen: „Das war super, das Werfen macht wirklich viel mehr Spaß.“

„So lange es nicht regnet, ist alles gut.“

An der Bonbon-Quelle machen sich derweil schon die Teilnehmer warm beziehungsweise halten sich warm. Ganz oben auf der Friedrichstraße bleiben die Vereine bis zum Start bei den kühlen Temperaturen besser in Bewegung.

„Unser Wagen ist ja für Fußgänger“, erklärt Jerome Nix von der KG Baum haul Pool schmunzelnd, so könne einem nicht kalt werden „Und so lange es nicht regnet, ist ja alles gut.“ Es scheint, als trauten sich mit Blick gen Himmel so langsam die Velberter auf die Straße, denn die Innenstadt füllt sich zuerst langsam.

In Velbert auf den Zug zu gehen, ist Pflicht

Für Nadine Schuimer ist das Wetter jedoch kein Grund, zu Hause zu bleiben, sondern ein Anstoß dazu, kreativ zu werden: „Bei dem Wetter hält man es eben am besten im Bett aus“, lacht die Mutter aus Velbert, die mit Kissen auf dem Kopf und Decke um den Körper bestens gewappnet ist gegen die kühle Luft. „Aber Rosenmontag in Velbert auf den Zug zu gehen, ist Pflicht“, betont Schuimer, „schon seit meiner Kindheit.“ Schade sei nur, dass so wenige Velberter sich gebührend in Schale geschmissen hätten.

„Hier gefällt es uns am besten“

Das lässt sich von Michael Kober allerdings nicht behaupten: In weißem Engel-Gewand und glitzernden Flügeln schwebt der Velberter hinter seiner Frau, dem (verkleideten) Teufel hinterher. „Wir waren in den letzten Jahren auch auf Zügen in anderen Städten, aber hier gefällt es uns am besten“, findet Kober: „Außerdem sollte man so auch den Brauchtum vor Ort unterstützen.“

Darum bemüht sich auch Zugleiter Michael Schmidt seit vielen Jahren. Und auch heute ist er zufrieden: „Wir können langsam laufen lassen“, freut sich Schmidt, „würde es regnen, ginge das hier alles viel schneller.“ Den Jecken scheint da schon längst die Sonne auf die geschmückten Köpfe: Denn pünktlich zum Zugbeginn bricht über der Innenstadt die Wolkendecke auf.

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