Privatschulen

Zahl der Schüler an Privatschulen steigt weiter

Immer mehr Eltern machen den schulischen Werdegang zur Privatsache und schicken ihre Kinder auf private Ersatzschulen.

Immer mehr Eltern machen den schulischen Werdegang zur Privatsache und schicken ihre Kinder auf private Ersatzschulen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Velbert.   Laut der amtlichen Statistikstelle schicken immer mehr Eltern ihre Kinder auf eine Privatschule. In Velbert hat sich der Anteil verdreifacht.

Eine gute Schulbildung ist in der Regel die Basis für ein erfolgreiches Berufsleben. Immer mehr Eltern machen den schulischen Werdegang zur Privatsache und schicken ihre Kinder auf private Ersatzschulen, sprich staatlich genehmigte Schulen in freier Trägerschaft. Die amtliche Statistikstelle Information und Technik NRW veröffentlichte kürzlich die Zahlen für das laufende Schuljahr. In Velbert gibt es drei nicht-staatliche Bildungseinrichtungen. Doch warum ist die Lernerei in privat finanzierten Klassenräumen mittlerweile ein richtiger Trend geworden?

6,6 Prozent auf privaten Schulen

Insgesamt 161 578 Schüler in NRW besuchen derzeit private Ersatzschulen. Das macht einen Anteil von immerhin 8,4 Prozent an der gesamten Schülerschaft aus. In Velbert hat sich der Anteil in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Hier genießen 6,6 Prozent aller schulpflichtigen Kinder eine Ausbildung in einer privaten Schulform. Wie die Statistiker mitteilten, wurden nur private Ersatzschulen und nicht die so genannten privaten Ergänzungsschulen in der amtlichen Auswertung erfasst. Allgemeine Aussagen über die Gründe dieser Entwicklung zu treffen, ist schwierig.

Mit christlichem Profil

Auch Ute Hoffmann, Schulleiterin der Christlichen Gesamtschule Bleibergquelle, differenziert bei ihrer Vermutung: „Ich würde niemals staatliche Schulen abwerten und kann auch nur für unsere Schule sprechen. Bei uns schätzen die Eltern das christliche Profil und den reformpädagogischen Ansatz. Die Kinder lernen selbstorientiert und schöpfen im Idealfall ihr größtmögliches Potenzial aus.“

Vor jedem Schuljahr hat Hoffmann laut eigener Aussage doppelt so viele Bewerbungen wie freie Plätze. Dabei nimmt die Gesamtschule nicht nur christliche Kinder an. „Vielfalt als Normalität“, nennt Ute Hoffmann das Motto.

Andere pädagogische Herangehensweise

Auch die freie Waldorfschule im Nizzatal erfreut sich wachsender Beliebtheit. Derzeit lernen dort 275 Schüler in 14 Klassen für ihre Abschlüsse. „Ich vermute, dass die andere pädagogische Herangehensweise die Eltern überzeugt. An einer staatlichen Schule sind die Kinder einem größeren Druck ausgesetzt. Die Schüler haben hier zwar nicht weniger Stunden, werden aber viel individueller betreut“, erklärt Sigrid Heiming, Mitglied der Schulleitungskonferenz der Windrather Talschule.

Das Bergische Internat Villa Wewersbusch ist die dritte private Schule im Stadtgebiet. Unterricht für die Unterstufe gibt’s dort übrigens ab 850 Euro pro Monat.

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