Ausbildung

WKW in Neviges investiert in Ausbildung und Technik

Justus Hohage arbeitet an der neuen Fräsmaschine, Ausbildungsleiter Rüdiger Wobst hat ein Auge auf seinen Schützling im ersten Lehrjahr.

Justus Hohage arbeitet an der neuen Fräsmaschine, Ausbildungsleiter Rüdiger Wobst hat ein Auge auf seinen Schützling im ersten Lehrjahr.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   Der Betrieb WKW.automotive hat eine Fräsmaschine für seine Auszubildenden angeschafft. Aus vielen Gründen ist der Nachwuchs hier hoch motiviert

Rüdiger Wobst, Ausbildungsleiter bei WKW Automotive Erbslöh AG an der Siebeneicker Straße, strahlt über beide Backen, seine Augen leuchten vor Stolz: „Ich habe gerade von der Lossprechung bei der IHK erfahren. Unsere sechs Prüflinge haben bestanden. Zwei mit sehr gut.“ Und drei weitere mit „gut“, einer mit „befriedigend“. Seinen Zöglingen in dem aluminiumverarbeitenden Unternehmen ein gutes Rüstzeug auf den Weg zu geben, das ist „mein Leben“, wie er selbst sagt. Damit die 29 Auszubildenden, die jetzt im Januar mit ihren Prüfungsvorbereitungen beginnen, auch technisch auf dem neuesten Stand lernen können, hat WKW für 50.000 Euro eine neue Fräsmaschine angeschafft.

Insgesamt 37 Auszubildende büffeln für Prüfungen

Neben den 29 angehenden Werkzeug,- und Industriemechanikern, Maschinenanlagenführern und Oberflächenbeschichtern, um nur einige Berufszweige zu nennen, büffeln auch acht Auszubildende im kaufmännischen Bereich an der Siebeneicker Straße. Sie tun das mit Feuereifer und einem riesigen Engagement, denn sie wissen, dass es sich lohnt: Bestehen sie ihre Prüfung, dann werden sie übernommen, bekommen einen Job entweder hier oder in dem Werk in Wuppertal.

Betrieb mit Ausbildungswerkstatt nur für eigene Leute

„Wir sind im gesamten Kammerbezirk der IHK Düsseldorf/Velbert der einzige Betrieb mit einer Ausbildungswerkstatt nur für unsere eigenen Leute“, erläutert Anja Hoßfeld, Abteilung Kommunikation. Und Unternehmenssprecherin Monika Kocks ergänzt: „Unsere Ausbildung erfolgt bedarfsgerecht. Wir fragen etwa ein Jahr vorher bei unseren Betrieben ab, in welchem Bereich Fachkräfte gebraucht werden.“

Wer alle Prüfungen besteht, wird übernommen

Jobgarantie bei Bestehen der Prüfung – bei solch rosigen Aussichten ist die Nachfrage natürlich riesig: Für die elf im Sommer frei werdenden Plätze gab es rund 300 Interessenten, sagt Rüdiger Wobst. Auch Abiturienten klopfen gern bei Erbslöh an: Bei KIA, der kooperativen Ingenieursausbildung, büffeln sie zwei Tage in der Woche an der Uni, drei Tage steht Praxis auf dem Programm.

Am Anfang müssen alle in den Metallgrundlehrgang

So unterschiedlich die Berufsziele und so verschieden die Schulausbildung – als erstes müssen alle den Metallgrundlehrgang in der Werkstatt absolvieren „Der dauert je nach Ausbildungsberuf zwischen zehn Monaten und einem dreiviertel Jahr“, erläutert Rüdiger Wobst, der die Werkstatt mit seinem Stellvertreter Leon Waters führt. Danach gehen seine Zöglinge in die entsprechenden Fachbereiche, angeleitet von zwölf Ausbildern.

„Wir können hier richtig lernen, ist echt gut hier“

Justus Hohage (17) möchte Industriemechaniker werden, er ist seit August dabei, im März steht eine erste Prüfung an. „Das ist echt gut hier. Ich bin mit Null Wissen angefangen, es macht Spaß. Woanders wird man oft als billige Arbeitskraft eingesetzt, aber wir können hier richtig lernen, müssen ja nicht produzieren“. Produzieren müssen sie schon, aber nur für sich. Was, wie und in welcher Zeit, das alles steht ganz genau in einem der zahlreichen dicken Ordner im Regal an der Wand. 30 manuelle und 40 maschinelle Übungen gilt es abzuarbeiten. Fehler sind erlaubt, man muss es nur das nächste Mal besser machen.

In den dicken Ordner stehen alle Übungsaufgaben

Konzentriert feilt Frederik Glowik an einem Stück Metall, der 17-Jährige steht dabei an einem der sechs Parallelschraubstöcke. „Ich bearbeite hier gerade die Bohrplatte, man muss die Feile geradlinig führen, das ist wichtig.“ Die Maße hat er sich aus dem Ordner geholt, ebenso die Zeit, in der fertig sein muss. Sein Kumpel Justin hat ihn auf die Idee gebracht, sich bei Erbslöh zu bewerben. Justin Dominiak hat sechs Feilen und ein glänzendes Stück Metall vor sich liegen, mit Feuereifer absolviert er „Übung neun, Nacharbeit“, wie es im Ordner steht. „Ist mega gut hier“, findet Justin, der in der achten Klasse sein Schülerpraktikum bei Erbslöh absolviert hat.

Den Traumberuf nach zwei Tagen gefunden

„Ich wollte eigentlich was ganz anderes machen, Informatiker, aber nach zwei Tagen war klar: Das hier ist mein Traumberuf.“ Und für den hält er hier richtig Ordnung, wie ein Blick in die Schublade zeigt. Da liegt keine Feile schief und krumm herum, ist alles penibel nach Größe geordnet. Ausbildungsleiter Rüdiger Wobst muss schmunzeln: „Die Mütter, die sich das auch manchmal hier ansehen, die staunen immer.“

„Wenn mal was ist, dann sind die für einen da“

Schräg gegenüber hat sich Lukas aus dem Siepen (23) die Pneumatik-Steuerung vorgeknöpft: „Es geht um Automatisierungsprozesse, Ventile werden geöffnet und geschlossen, man hat bestimmte Schaltpläne.“ Was alle hier loben, das ist die familiäre Atmosphäre. Oder, wie Justus Hohage es nennt: „Wenn mal was ist, dann sind die für einen da, dann wird einem geholfen.“

>>>1700 Mitarbeiter am Standort Neviges

  • Bei wkw.automotive Erbslöh AG an der Siebeneicker Straße, sind 1700 Mitarbeiter beschäftigt. Weltweit arbeiten bei dem aluminiumverarbeitenden Unternehmen 3000 Beschäftigte an Standorten in Neviges, Wupperta, Sprockhövel, Hemer, Bad Laasphe und Wickede an der Ruhr.Weitere Standort sind in Ungarn, Monaco, Tunesien und Frankreich.

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