Neanderland Biennale

Wilder Westen mitten in Velbert

Der Bus als Bühne: Während einer Stadtrundfahrt gab’s für die Mitfahrer „Longjohn auf der Flucht“ mit zahlreichen Überraschungen.

Der Bus als Bühne: Während einer Stadtrundfahrt gab’s für die Mitfahrer „Longjohn auf der Flucht“ mit zahlreichen Überraschungen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Die Neanderland Biennale läuft, auch unter Beteiligung Velberts. Hier wurde die Musikschule zur Western-Stadt – inklusive Überraschungs-Busfahrt.

Wenn einem am Kostenberg zwei Cowboys auf Pferden entgegen geritten kommen, Indianer durch die Gegend springen und ein Bus von Fahrradfahrern verfolgt wird, dann ist eigentlich ziemlich naheliegend, dass hier etwas nicht so ganz stimmt. Der Wilde Westen ist in Velbert eingezogen.

Unter diesem Motto stand das Festival der Musik- und Kunstschule im Rahmen der Neanderland Biennale. Das unumstrittene Highlight der Veranstaltung war die Aufführung des Theaters „Longjohn auf der Flucht“. Doch klassisches Theater bekamen die Zuschauer hier nicht zu sehen, ganz im Gegenteil, die komplette Vorstellung fand in einem fahrenden Bus statt.

Umgebung ist Teil des Schauspiels

Ausgehend von der Poststraße wurden die Zuschauer auf eine Reise durch Velbert entführt. Nicht nur der Bus wurde während der Aufführung zur Theaterbühne, sondern auch die Stadt drumherum. Mit verschiedenen Einlagen überraschten die Schauspieler die Zuschauer immer wieder, immer wieder tauchten draußen verschiedene Dinge – etwa die erwähnten Reiter und Indianer, aber auch Plakate und Rauchsignale – auf, auf die in der Aufführung auch Bezug genommen wurde.

Vermeintliche Zuschauer, die plötzlich in das Geschehen eingriffen, trugen ebenfalls zu dem gelungenen Theatererlebnis bei. So hätten die Zuschauer die Möglichkeit gehabt „die Stadt mal ganz anders zu erleben“, meint Frank Eerenstein, der Leiter der Musik- und Kunstschule Velbert.

Kultur wird in die Stadt getragen

Es gebe aber noch einen anderen Aspekt, „Die Kultur wird durch den Bus herausgetragen“, so Eerenstein weiter. Darin sehe die Musik- und Kunstschule auch eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Begeistert waren auch die

Reaktionen der Besucher: „Es war super gut, top aufgezogen und großartig dargestellt“, erzählen Andre und Kathi Eckhardt, die das rollende Theater zusammen mit ihrem Sohn angeschaut haben.

Leider konnte nicht jeder der wollte eine der Vorstellungen sehen, denn die waren komplett ausverkauft. Eine einzige Möglichkeit noch an Karten zu kommen, gab es nur durch eine Verlosung an der Musikschule selbst.

Die Musikschule wird zur Western Stadt

Auf dem Gelände der Schule fühlte man sich wie in einer anderen Welt. „Auch die Kunstabteilung war natürlich aktiv“, erzählt Eerenstein, und das sah man auch. Mit verschiedenen Buden im Western Design, authentischem Essen und einer allgemeinen Western-Atmosphäre war ein großes und auch breites Publikum begeistert dabei.

„Jeder kann sich hier etwas mitnehmen, egal ob Kulturliebhaber oder Grundschulkind, es ist für jeden was dabei“, so Eerenstein. Für die jüngeren Besucher gab es auch verschiedene Attraktionen wie zum Beispiel Bogenschießen oder an einer Handwerkerhütte zu schmieden, auch wurde „Bullriding“ angeboten.

Vielfältiges Bühnenprogramm der Musikschul-Ensembles

Das Bühnenprogramm war ebenso vielfältig. Ein Großteil der Ensembles der Musikschule zeigten hier ihr Können, von Orchester, über Bigband bis hin zu bunt gemischten Ensembles und Bands. „Wir mussten den Start sogar eine halbe Stunde nach vorne verlegen, da unsere Gruppe aus Vier- bis Fünfjährigen auch unbedingt noch etwas vortragen wollte“, lacht Eerenstein.

„Ich würde mich angesichts des Erfolgs dieses Jahr wünschen, dass die Biennale weiterhin durch den Kreis gefördert wird“, resümiert der Leiter der Schule den Tag. „Es ist eine Bereicherung für uns alle.“

Vor zwei Jahren fand die Neanderland Biennale in Velbert unter dem Thema „Odyssee“ statt. Nächstes Jahr steht das Programm der Musik- und Kunstschule unter einem ganz anderen Motto: „250 Jahre Beethoven“. Über das Jahr verteilt werde es mehr als 20 Veranstaltungen dazu geben, erklärt Eerenstein.

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