Gebühren

Wie Velberter Gartenbesitzer künftig Geld sparen können

Velberter mit Gärten brauchen auch in heißen Sommern, in denen sie ihre Pflanzen häufig gießen, die Wasserabrechnung nicht zu fürchten, sagt der Steuerzahlerbund NRW. Ein Gebührenexperte verrät, wie man damit Geld spart.

Velberter mit Gärten brauchen auch in heißen Sommern, in denen sie ihre Pflanzen häufig gießen, die Wasserabrechnung nicht zu fürchten, sagt der Steuerzahlerbund NRW. Ein Gebührenexperte verrät, wie man damit Geld spart.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Velbert.   Bei Sommerhitze gießen viele Velberter verstärkt Blumen und Rasen. Der Bund der Steuerzahler informiert, wie man deshalb künftig Gebühren spart.

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Die Hitze hat Velbert noch fest im Griff, auch wenn Regen sie jetzt kurz unterbrechen soll. Gerade Gartenbesitzer müssen an solch heißen Tagen ihre Blumen und den Rasen besonders häufig gießen, damit sie überleben. Wem es deswegen vor der nächsten Wasserabrechnung bereits graut, für den hat der Bund der Steuerzahler NRW für die Zukunft einen Spartipp.

„Man kann einen Abzug von der Schmutzwassergebühr beantragen“, sagt der Gebührenexperte Harald Schledorn. Denn die Stadt Velbert und andere Kommunen würden zunächst davon ausgehen, dass alles Frischwasser wieder zurück in den Kanal fließt. Dafür fallen vielerorts Schmutzwassergebühren an. Das Blumenwasser versickert aber im Garten und landet nicht im Kanalnetz, ebenso wenn Planschbeckenwasser ausgeschüttet wird. Diesen Mehrverbrauch, dieses Schwundwasser, könne man bei den Gebühren einsparen.

Die Beweislast liegt beim Grundstückseigentümer

„Der Grundstückseigentümer hat aber die Beweislast.“ Er müsse also belegen, so Schledorn, dass er größere Mengen Frischwasser aus der Leitung für den Garten nutzt. Dafür gibt es mehrere technische Möglichkeiten. So kann man an den Schlauchanschluss einen geeichten Wasserzähler anbringen sowie ein Regenrückhaltebecken oder einen Brunnen anlegen. „Die Velberter sind aber im Vorteil“, sagt Schledorn, denn die Stadt erlaube auch einen einfacheren Weg, wenn etwa ein Wasserzähler technisch nicht möglich oder nicht zumutbar ist. „Dann reichen nachprüfbare Unterlagen“, sagt der Gebührenexperte, das sei in der Entwässerungssatzung der zuständigen Technischen Betriebe Velbert (TBV) entsprechend festgelegt (§8, Absatz 3.3). „Ich rate allen Velbertern, dass sie ihre Grundabgabenbescheide gut aufbewahren. Wen man sie akribisch gesammelt hat, kann man Rückschlüsse auf den Wasserverbrauch und das Schwundwasser im Garten ziehen.“

Aber auch Mieter in Velbert sollten ihre Vermieter dazu auffordern, dass er von dem Paragrafen 8 Gebrauch macht, „denn Schmutzwassergebühren werden von Vermietern meistens auf die Mieter abgewälzt.“

Stadtwerke raten von zusätzlichem Wasserzähler ab

Viel Geld könnten Velberter zwar nicht mit diesem Tipp sparen, räumt der Bund der Steuerzahler NRW ein. Doch alle Bürger sollten ihre Rechte kennen, findet Harald Schledorn, und auch über kleine Einsparnisse könne man sich ja freuen – insbesondere wenn man wie in Velbert durch die Entwässerungssatzung relativ wenig Aufwand habe. Ein vierköpfiger Haushalt verbrauche bis zu 200 Kubikmeter Frischwasser. Die Stadtwerke berechnen dafür 458,16 Euro und die TBV setzen dann Schmutzwassergebühren von 556 Euro an. Für die Gartenbewässerung lassen sich gut zehn Prozent einsparen, weiß Schledorn, also circa 56 Euro.

Die Stadtwerke raten daher Privatkunden davon ab, einen Wasserzähler anzuschaffen oder gar „Änderungen an der Hausinstallation“ vornehmen zu lassen. Zumal die Zähler gekauft, regelmäßig geeicht und ausgetauscht werden müssen. „Interessant ist diese Regelung zum Beispiel für Gärtnereien, die wirklich in großen Mengen und das ganze Jahr über gießen“, so Stadtwerke-Sprecherin Yasmin Armbruster.

Mehr Anträge gestellt wegen der Sommerhitze

Doch der Spartipp des Steuerzahlerbundes ist in Velbert längst kein Geheimnis; jährlich bearbeite die Stadt Velbert 500 bis 600 entsprechende Anträge, und es gebe über 200 private Brunnen. „In der Tat hat es, wohl auch aufgrund der lang anhaltenden Hitzewelle, in letzter Zeit vermehrt entsprechende Anträge gegeben“, sagt Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach. Diese sind jedoch erst für das Jahr 2019, da man diese Anträge jeweils zum 31. August vor dem Veranlagungsjahr stellen muss.

>>> Leitungswasser ist ein kostengünstiger Durstlöscher

  • Geld sparen könne man auch bei Getränken. „Leitungswasser ist hundertmal preiswerter als Mineralwasser“, sagt Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherzentrale Velbert. Yasmin Armbruster (Stadtwerke) ergänzt, dass es eine sehr gute Qualität habe und umweltschonend sei, da keine Pfandflaschen notwendig seien. Ausgenommen sind Häuser mit Bleileitungen. Diese benutzten die Stadtwerke aber nicht und sie würden seit Ende der 40er Jahre nicht mehr beim Bau verwendet.
  • Wegen der Hitze drohen Gewitter und Starkregen. Die Verbraucherzentrale NRW berät, wie man sein Haus gut versichert und gegen Rückstau schützt. Infos: www.abwasser-beratung.nrw.

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