Theater

Wie ein biederer Friseursalon zum Datingportal wird

Für die Aufführung wird das Ambiente eines Friseursalons aus den 80-er Jahren nachgebaut.

Für die Aufführung wird das Ambiente eines Friseursalons aus den 80-er Jahren nachgebaut.

Foto: Ulrich Bangert

Velbert.   Theatergruppe „Freiraum“ schickt die Zuschauer mit ihrem neuen Stück auf eine Zeitreise in die 80-er Jahre. „Hin und Hair“ hat viele Highlights.

An den Wänden hängen Plakate, die für Haarpflegemittel werben. Die Frisuren darauf stammen eindeutig aus den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die grellpinken Friseurumhänge kommen ebenso aus dieser Zeit wie Föhn und Lockenwickler. Auf die Reise in die Vergangenheit schickt die Theatergruppe „Freiraum“ ihre Zuschauer. Sie probt mit Feuereifer für ihr neues Stück „Hin und Hair“, das Ende Februar Premiere haben wird und in einem Friseursalon spielt.

Jede Woche treffen sich die Schauspieler zur Probe

Dass Spaß durchaus mit viel Arbeit verbunden ist, dafür ist die Truppe – die meisten ihrer Schauspieler sind Beschäftigte der Sparkasse – ein Beweis. Einmal jede Woche wird abends mehrere Stunden lang geprobt und einmal im Monat geht am Wochenende ein ganzer Tag für die Proben drauf – und das nicht nur vor der Aufführung. „Es macht einfach Spaß, in eine Rolle zu schlüpfen und einmal jemand ganz anderes zu sein“, sagt Sabine Bongardt, eine der Laienschauspielerinnen zur Motivation für ihren Einsatz. Rund ein Jahr dauert es, bis ein neues Stück so sitzt, dass die Truppe es auf die Bühne bringen kann.

Requisiten besorgt

Für ihre neue Aufführung hat sich die Truppe ihre Requisiten in Bochum besorgt. Da hat ein alter Friseursalon geschlossen und den Velbertern jede Menge Friseurbedarf überlassen. „Das war ein echter Glücksfall“, sagt Jesus Lopez, der gemeinsam mit Lara Theime Regie bei „Hin und Hair“ führt. Die Komödie von Diana Weber entdeckten die Velberter auf einer Internetseite für Amateurtheater.

In dem abendfüllenden Stück – reine Spielzeit 90 Minuten – geht es in teils grellbunten Kostümen, wie es sich für Komödien gehört, recht turbulent zu.

Doreen Prachtwickler als Partnervermittlerin

Zur Handlung: Im Friseursalon „Die Verlockung“ taucht eines morgens die Stammkundin Eva Herzeleid auf und berichtet unter Tränen von ihrer erfolglosen Männersuche. Daraufhin mutiert der Salon zur Partnervermittlung und unter den skurrilen Kunden wird ein passender Mann gesucht. Zwischen Lockenwicklern und Trockenhaube finden die Dates statt. Welche Rolle dabei die beste Freundin von Frau Herzeleid spielt, wieso die Friseurin Doreen Prachtwickler Ärger mit ihrer Vermieterin bekommt und ob überhaupt ein passender Mann gefunden wird, das erfahren erst die Theaterbesucher. Diesmal stehen elf der 15 bis 16 Ensemblemitglieder auf der Bühne. „Freiraum“ hat das Privileg, einen eigenen Proberaum zu besitzen, so dass das Bühnenbild während der gesamten Probephase aufgebaut bleiben kann.

Premiere ausverkauft

Rund vier Wochen vor der Premiere laufen die Proben auf Hochtouren. Teils haben sich die Schauspieler schon in ihre Kostüme und Perücken gehüllt, so gelingt die Identifikation mit der Rolle noch besser. Und die Texte sitzen bereits fast perfekt, von winzigen Texthängern mal abgesehen.

Da sind der schrille Lehrling, der leicht tuntige Friseur sowie Frau Prachtwickler, die das Herz auf der Zunge trägt, und die leicht verklemmte Eva Herzeleid, die vergeblich einen Mann sucht. Sie alle sind Garant für einen unterhaltsamen Theaterabend. Der wird abgerundet durch Auftritte der Gruppe Shuffled aus Essen, die zu 80-er-Jahre-Musik tanzen wird.

Seit sechs Jahren besteht die Theatergruppe „Freiraum“, führt nun ihr sechstes Stück auf und scheint den Geschmack ihres Publikums zu treffen, denn die Premiere am 23. Februar in der Aula des GSG ist bereits restlos ausverkauft.

>>VIER AUFFÜHRUNGEN SIND GEPLANT

Es sind vier Aufführungen von „Hin und Hair geplant“. Die Premiere ist bereits ausverkauft, für die Aufführung am Sonntag, 24. Februar, 17 Uhr in der GSG-Aula, sowie am 15. und 16. März, jeweils um 19 Uhr im Langenberger Bürgerhaus, gibt es noch Karten zum Preis von 12 Euro auf www.theater-freiraum.org.

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