E-Mobilität

Wie die Ladesäule für E-Autos vor das Haus kommt

E-Mobilität ist auch in Velbert Thema. Beim Klimatag im August stellten Simon Rötzel (r.) und Thomas Pagel ihr E-Auto vor.

Foto: Ulrich Bangert

E-Mobilität ist auch in Velbert Thema. Beim Klimatag im August stellten Simon Rötzel (r.) und Thomas Pagel ihr E-Auto vor. Foto: Ulrich Bangert

Velbert.   Wer privat eine E-Ladestation installieren möchte, muss in der Regel einiges beachten. Stadt und Stadtwerke zeigen sich aber kooperativ.

Elektroautos sollen über kurz oder lang die klassischen Verbrennungsmotoren verdrängen. E-Mobilität ist das neue Steckenpferd der großen Autobauer. Doch um leise und emissionsfrei über die Straßen zu düsen, muss die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Dazu gehören auch E-Tankstellen und Ladestationen in Privathaushalten. Bert Gruber von den Stadtwerken und Marian Osterhoff, Klimamanager der Stadt, klären die wichtigsten Fragen.

Ein Wuppertaler will seine Immobilie aufwerten

In Barmen wollte ein Hauseigentümer kürzlich seine Immobilie aufwerten, indem er eine Elektro-Tankstelle vor seinem Haus installiert. Da auf dem Grundstück selbst kein Platz war, sollte die Ladestation auf dem Bürgersteig gebaut werden. Die Stadt erteilte daraufhin keine Genehmigung. Begründung laut WDR: kein öffentlicher Raum für private Nutzung. Das Vorhaben solle allerdings nochmals geprüft werden.

Doch was können Privathaushalte tun, damit der Kraftstoff aus der Steckdose fließt? Laut Bert Gruber gibt es dafür mehrere Lösungen. Zum einen kann eine sogenannte Wallbox installiert werden, die an den Hausstrom angeschlossen und beispielsweise in der Garage aufgehängt wird. „Das kann jeder ganz einfach machen. Der Kunde bestellt, Thema erledigt“, so der Marketingleiter.

E-Tankstelle bauen ist kniffliges Unterfangen

Etwas kniffliger wird es bei einem Anschluss vor dem Haus, also einer richtigen Elektro-Tankstelle. Der Eigentümer zahlt wie für einen neuen Hausanschluss, bevor die Stadtwerke eine entsprechende Säule aufbauen. „Dabei muss beachtet werden, ob die Kapazität der Leitungen gewährleistet ist. Es gibt die Möglichkeiten des schnellen und langsamen Aufladens“, erklärt Gruber. „Grundsätzlich unterstützen wir das natürlich.“ Schwieriger werde es allerdings, wenn die Ladestation im öffentlichen Raum entstehen soll.

Stadt sucht nach geeigneten Plätzen

Die Stadt hat im Zuge der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“, eine Bundesförderung für Verkehr und digitale Infrastruktur, selbst nach möglichen Plätzen für Elektro-Tankstellen Ausschau gehalten. „Dabei haben wir erstmal nach Standorten für öffentliche Ladestationen geschaut“, bestätigt Marian Osterhoff. Dabei spielten Faktoren wie Umgebungssituation und vorhandene Netzanschlüsse eine wichtige Rolle, so der Klimamananger von der Stadtplanung. Die Anfrage eines in Velbert ansässigen Unternehmens musste die Stadt kürzlich ablehnen, weil schlicht „nicht genügend Platz vorhanden war“.

Wer was machen will, bekommt Unterstützung

Eine vergleichbare Situation wie in Barmen würde Marian Osterhoff am liebsten vermeiden: „Wir wollen Anfragen von Privatleuten nicht generell ablehnen. Man muss dabei im Einzelfall entscheiden.“ Beispielsweise sei relevant, wie wichtig die öffentlichen Parkplätze in der Umgebung wären oder ob das Vorhaben auch wirtschaftlich vertretbar sei. „Wir versuchen immer eine Lösung zu finden, außer es kommt ein Veto von der Stadtplanung“, betont Osterhoff.

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