Ausbildung

Wie Ausbildungspaten Schülern auf den beruflichen Weg helfen

Zu viert für das Paten-Projekt (v.l.): Timo Schönmeyer, Klaus Heuer und Reiner Eiche (Freiwilligen-Agentur) und Berufsberater Guido Stein.

Foto: Christof Köpsel

Zu viert für das Paten-Projekt (v.l.): Timo Schönmeyer, Klaus Heuer und Reiner Eiche (Freiwilligen-Agentur) und Berufsberater Guido Stein. Foto: Christof Köpsel

Erfahrene Menschen können unschlüssigen Schülern bei der Berufswahl helfen. Noch werden Teilnehmer für die fünfte Staffel des Projekts gesucht.

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Im Mai startet die nunmehr fünfte Staffel des Projektes „Ausbildungspaten“. Ziel der Initiative der Freiwilligen-Agentur Velbert in Kooperation mit der Städtischen Gesamtschule, den Wirtschaftsjunioren Niederberg, dem Kompetenzzentrum und der Schlüsselregion ist es, Jugendliche beim Übergang von Schule zu Beruf zu unterstützen. Das Besondere dabei: Das Ganze erfolgt mithilfe so genannter Ausbildungspaten, die ihre Erfahrung und ihr Wissen vermitteln.

Trainieren und motivieren sind zwei Hilfestellungen

Eine dieser Patinnen ist Iris Orzech. Sie arbeitete lange für die Velberter Firma „Huf“, studiert nun aber „hauptberuflich“, wie sie sagt, Psychologie. „Ein Pate ist mehr Trainer und Motivator als alles andere“, sagt sie. Trainieren und motivieren: Das sind zwei Hilfestellungen, die die betreffenden Jugendlichen brauchen. Sie kommen oft aus schwierigen Verhältnissen - sozialer wie finanzieller Natur - und wissen vielfach nicht, wie etwa die optimale Bewerbung aussieht.

Of herrscht noch Unsicherheit bei der Berufs-Wahl

Doch bereits vorher sollen die Paten zur Seite stehen: Denn viele Schüler haben noch keine Ahnung, wie sie ihre berufliche Laufbahn angehen sollen; wie ihr Wunsch-Beruf überhaupt aussieht. Hier fordert die Freiwilligen-Agentur die Paten auf: „Geben Sie Ihre persönliche Lebens- und Berufserfahrung an junge Menschen weiter.“ Die Paten sollen während des Projekts nicht die Arbeit für die Schüler übernehmen, sondern Hilfestellung leisten. Mithilfe von Eltern, Schule und Agenturen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ nennen sie das beim Paten-Projekt.

Jeder kann als Pate die Schüler unterstützen

Paten, das können ältere und jüngere Menschen mit beliebigem beruflichen Hintergrund sein. Über soziale Kompetenz und wenigstens ein bisschen Lebens- und Berufserfahrung sollten sie jedoch verfügen. „Die Hintergründe der Paten sind im Querschnitt durchwachsen“, sagt Klaus Heuer von der Freiwilligen-Agentur. Heißt: Sie kommen aus den verschiedensten Berufen, akademisch und nicht-akademisch geprägt.

Die Paten sind meist schon im Ruhestand

Was alle aber vereine, sagt Heuer und lacht, sei die Tatsache, „dass die meisten im Ruhestand sind“. Und genau das kann zum Problem werden: Der enorme Alters-Unterschied zwischen Paten und jungen Menschen. Timo Schönmeyer, Leiter der Freiwilligen-Agentur, sieht hiebei eine „hohe Hürde“. So kann das Kommunizieren über WhatsApp mit all seinen Eigenheiten schonmal Probleme darstellen, ebenso die jugendliche Flexibilität in terminlichen Belangen; „pubertäres Verhalten“ eben, ist man sich einig. Und trotzdem sei es, sagt Heuer, spannend, auch für die Paten. „Denn wir lernen ja ebenfalls dazu.“ Und so sagt er ganz selbstverständlich, seien abends Treffen mit den Schülern besonders schwierig, „da ist ja Chill-Out-Zeit“.

Wichtig sei, dass man auf Augenhöhe und als Team agiere, sagt Patin Orzech. „Dann kann es sehr spannend und lustig werden.“

>>>NOCH WERDEN HELFER GESUCHT

  • Die ehrenamtlichen Paten arbeiten in einer 1:1-Betreuung: Das heißt, jeder arbeitet nur mit einem Schüler. Die Jugendlichen werden meist von den Schulen und deren Berufsberatern vermittelt.
  • Wer Pate werden möchte oder einen Paten sucht, kann sich bei der Freiwilligen-Agentur unter der Telefonnummer (02051) 262036 melden. Auch die meisten Schulen können Auskunft zum Projekt geben.

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