Engagement der Händler

Werbegemeinschaft lässt Neviges im Advent erstrahlen

Da muss man schwindelfrei sein: Helmut Wulfhorst, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft, baut eine Laterne auseinander.

Da muss man schwindelfrei sein: Helmut Wulfhorst, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft, baut eine Laterne auseinander.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  Kaufleute der Werbegemeinschaft Neviges putzen die Altstadt für die Adventszeit heraus. Dabei greifen sie auch mal zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

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Gut, dass Helmut Wulfhorst, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft Neviges (WGN) und Inhaber eines Reisebüros, zum einen schwindelfrei und zum anderen nicht bange vor zusätzlicher Arbeit ist: Rauf auf die Leiter, bloß nicht wackeln und vorsichtig das zerbrechliche Glas heruntertransportieren. Zusammen mit einigen Mitgliedern der WGN reinigt er die nostalgischen Laternen in der Fußgängerzone. Das sind 54 an der Zahl, jede Laterne hat mindestens sechs Scheiben. „Die wandern bei uns in die Spülmaschine, ein Teil wird auch von Hand gereinigt.“ Eigentlich sei ein Mal im Jahr eine professionelle Reinigung vorgesehen, so Wulfhorst, aber die in Neviges seien so verdreckt, die seien wohl schon länger nicht geputzt worden. „Mir wurde das zugesagt, aber bisher ist nichts passiert.“

Stadtwerke sind für die Reinigung zuständig

Eigentümer der Laternen sind die Technischen Betriebe Velbert (TBV), in deren Auftrag die Stadtwerke als Dienstleister die Wartung und Reinigung der Lampen übernehmen. Bernhard Wieneck, Geschäftsbereichsleiter Verkehr, Entwässerung und Abfall bei den TBV: „Wenn wir merken, dass die Arbeiten nicht so ausgeführt werden, wie es sein sollte, dann sprechen wir den Dienstleister an.“ Dazu Helmut Wulfhorst. „ Die kommen dann mit ihrem Hochwagen, aber so gründlich können die das gar nicht machen.“ Und so kletterte der stellvertretende Vorsitzende der WGN selbst kurzerhand auf die Leiter. Die Lampen müssten jetzt im Advent sauber sein, damit die Deko zur Geltung komme. „Die Weihnachtsbeleuchtung gehört ja zu meinen Aufgaben. Mit 63 Jahren ist der Spaßfaktor da allerdings nicht mehr so hoch. Aber nutzt ja nichts.“

Einige Scheiben selbst gekauft

Nicht der Staub von außen, vielmehr der Insektendreck innen an den Scheiben sei das Schlimmste: „Der klebt da seit dem Sommer drin und ist richtig hartnäckig.“ Vier bis fünf Laternen am Tag schaffe er – je nach Wetterlage, bei Regen könne man gar nichts tun. In einigen Fällen half aber auch Putzen nicht mehr: „Sechs Scheiben waren völlig hinüber, wir haben jetzt über den Verein ,50 Nevigeser’ sechs neue auf eigene Rechnung gekauft“, so Helmut Wulfhorst, der auch an der Spitze der „50 Nevigeser“ steht: Der Verein setzt sich für „Förderung und Erhaltung des Kulturgutes“ ein, wie es in der Satzung heißt.

Schaden den TBV melden

Dazu Bernhard Wieneck von den TBV: „Wenn uns beschädigte Lampen gemeldet werden, dann geben wir über die Stadtwerke den Kauf von neuen in Auftrag. Das hätte Herr Wulfhorst nicht machen müssen.“ Es sei auch nicht ganz ungefährlich, wenn Laien sich an Laternen zu schaffen machten: „Da ist Strom drauf, das sollte man besser Experten überlassen.“

Wie dem auch sei: Jetzt strahlen die Lampen und sind wohl vorbereitet für die Adventsbeleuchtung: Jeder Laternenpfahl wird mit Lichterketten umwickelt. „Auch das ist immer viel Arbeit“, so Helmut Wulfhorst, „denn ein Drittel der Ketten muss ich flicken und löten. Aber soll ja alles schön sein zu Advent.“

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