Leseraktion

WAZ-Leser besichtigten verschlossenes Schloss Hardenberg

„Zutritt verboten“, heißt es seit Jahren für Besucher, die das Herrenhaus des Schlosses Hardenberg erkunden wollen. Doch für 20 WAZ-Leser machte Bauingenieur Björn Dröscher eine Ausnahme.

„Zutritt verboten“, heißt es seit Jahren für Besucher, die das Herrenhaus des Schlosses Hardenberg erkunden wollen. Doch für 20 WAZ-Leser machte Bauingenieur Björn Dröscher eine Ausnahme.

Foto: WAZ FotoPool

  Seit Jahren sind seine Pforten geschlossen, doch 20 WAZ-Leser durften jetzt einen Blick hinter die Mauern des Schlosses Hardenberg werfen – möglich macht es die Aktion „WAZ öffnet Pforten“. Diplom-Bauingenieur Björn Dröscher führte die staunenden Besucher in zwei Gruppen durch das Herrenhaus.

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. Gut 20 WAZ-Leserinnen und -Leser nahmen jetzt im Zuge der Aktion: „WAZ öffnet Türen“ an einer Führung durch das für die Öffentlichkeit verschlossene Schloss Hardenberg teil. Überraschenderweise waren es überwiegend Nevigeser und nur wenige Velberter und Langenberger, die sich der Führung durch Diplom-Bauingenieur Björn Dröscher von der Stadt anvertrauten.

Verwunderung und Bestürzung

So wie Familie Nadenz. Das Schloss ist Teil der Familiengeschichte. „Schöne Erinnerungen verbinden wir damit, auch weil unser Sohn hier geheiratet hat“, erzählt Christa Nadenz. Sie ist zur Türöffnungsaktion mit ihrem Mann und Enkel Fynn gekommen, der mit der natürlichen Neugier eines Kindes alsbald durch das alte Gemäuer streifen wird – treppauf, treppab. Dieter Düllmann, wohnhaft in Velbert-Mitte, hat jetzt wieder mehr Zeit, sich in Ruhe in seiner Stadt umzusehen – „dazu gehören dann auch Sehenswürdigkeiten wie das Schloss“, sagt er. Andere WAZ-Leser erinnern sich an unbeschwerte Kindertage, den angrenzenden Teich, ans Kriechen durch die Wehrgänge.

In zwei Gruppen führt „Schlossherr“ Dröscher die Interessierten ins Innere des Herrenhauses. Mit einer Mischung aus Verwunderung und Bestürzung reagieren die Besucher auf das, was sie zunächst im älteren Westflügel zu sehen bekommen: Nackte, komplett von Putz befreite Wände, gemauert und verändert über die Jahrhunderte mit völlig unterschiedlichen Mauerstrukturen. Über den Köpfen bedenklich alte, leicht durchhängende Eichenbohlen, und alles gestützt in jüngster Zeit mit Konstruktionen aus Vierkanthölzern. „Man möchte sich nicht vorstellen, ob das Schloss ohne die vielen Abstützungen überhaupt noch stehen würde“, fragt sich Gabriele Pohley. „Hier herrscht faktisch Baustopp“, informiert Björn Dröscher. Das Dach erneuert, in der oberen Etage eine stabilisierende Betondecke eingezogen, Löcher verfüllt, Lücken aufgemauert – „es wird geheizt, so dass keine Feuchtigkeit entsteht, so ist der Rohbau fertig“, erläutert der Bauingenieur.

Appell des Bauingenieurs

Aber mehr ist auch nicht, erfahren die Besucher. „Es gibt kein Geld mehr für weitere Baumaßnahmen, aber das Schloss ist jetzt in einem Zustand, in dem es nicht schlechter wird.“ Die WAZ-Leser erfahren während der beiden rund 45-minütigen Führungen Vieles über Tonnengewölbe, Toiletten in Außenmauern und ein Herrenhaus, das sich dank ausgefeilter Konzepte über die Wehranlage gegen Feinde von außen zu verteidigen wusste.

„Wahrscheinlich werden wir die Wiederherstellung des Schlosses nicht mehr erleben“, sagten einige Gäste am Ende resignierend.

Dröscher hingegen appellierte an die Leser: „Erzählen Sie Ihren Familien und Bekannten von der Einzigartigkeit des Schlosses. Wenn genügend Menschen sich für die Sanierung einsetzen, entsteht ein Bewusstsein und wird es hier auch wieder vorangehen!“

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