Gesundheit

Was Sehbehinderten den Alltag erleichtert

Digitale Lesegeräte vergrößern die Schriften bis zu 70 Mal. Optiker Burkhard Furch führt ein solches Gerät vor.

Foto: Uwe Möller

Digitale Lesegeräte vergrößern die Schriften bis zu 70 Mal. Optiker Burkhard Furch führt ein solches Gerät vor. Foto: Uwe Möller

Velbert.  Blindenverein und Optiker informieren über Geräte, die das Leben erleichtern. Mit Spezialbrille können Gesunde den Tunnelblick simulieren.

Großdruckkalender, Leselupen, Sockensortierer, Schreibhilfen und eine sprechende Waage sind bei Optiker Möller aufgebaut. Der Besucher darf alles ausprobieren und testen. Im Rahmen der „Woche des Sehens“ zeigte Optiker Möller am Mittwoch die Vielfalt der Sehhilfen.

Betroffene geben Erfahrungen weiter

Auf Fragen antworten Tamara Ströter und Jörg Moses, die Vorsitzenden des Blinden- und Sehbehindertenvereins für den Kreis Mettmann e.V. gerne. Selbst sehbehindert, können sie Betroffene beraten und ihre Erfahrungen direkt weitergeben. Außerdem sind Vertreter spezialisierter Firmen für Sehhilfen mit ihren Produkten vor Ort. Die Plattform für das informative Angebot gibt der Velberter Optiker und Low Vision-Experte Burkhard Furch, der sich auf schwaches Sehen spezialisiert hat,

Aufklärung und Sensibilisierung

Wie wichtig Aufklärung und Sensibilisierung in dem breiten Spektrum der Sehbehinderungen sind, hebt Furch, Inhaber von Optik Möller, hervor: „Jede Sehbehinderung ist anders, wir informieren hier über verschiedene Formen und Krankheiten.“ Denn zahlreiche Erkrankungen wie Rheuma und Diabetes oder MS, die die Nerven betreffen, können auch den Sehnerv schwächen und so die Sehfähigkeit einschränken.

Einfache Tätigkeiten werden zur Herausforderung

Doch wie fühlt sich das an, etwa einen Tunnelblick zu haben? Für Interessierte und Angehörige von Sehbehinderten liegen eine Reihe Brillen aus, die Sehbehinderungen simulieren. So ist einfach nachvollziehbar, welchen Herausforderungen Betroffene sich stellen müssen: Selbst eine scheinbar einfache und selbstverständliche Tätigkeit, wie das Lesen von Straßenschildern, wird zur Herausforderung.

Auf die Wichtigkeit regelmäßiger Sehtests aufmerksam zu machen ist allen an der Veranstaltung beteiligten wichtig: „Jugendliche machen ihren Führerschein und den dazugehörigen Sehtest heute mit 16 Jahren, doch das Auge wächst bis zum 28-ten Lebensjahr“, erklärt Tamara Ströter. Allein für die Sicherheit im Straßenverkehr also lohnt die allgemeine Aufklärung.

Für Blinde selbst ist der weiße Langstock und die Zweiarmbinde Erkennungszeichen und auch Schutz im Verkehr.

Erfahrungen austauschen

Wichtig ist den Vereinsvorsitzendendie Möglichkeit des Erfahrungsaustausches: „Ob bei Vereinstreffen oder bei Veranstaltungen wie heute, die Leute merken: Sie sind mit ihren Einschränkungen nicht allein. Und es gibt unzählige Alltagshilfen, die das Leben leichter machen.“

Lange selbstständig bleiben

Eben solche präsentieren Jesko Strahler mit Digitallupen und Bernd Álgesheimer mit Bildschirmlesegeräten. Diese digitalen Sehhilfen vergrößern Texte bis auf das 70-fache und verstärken Farbkontraste für leichtere Lesbarkeit. Menschen mit Sehbehinderungen können mit diesen Hilfsmitteln oft noch lange selbständig bleiben und leben.

Für Tamara Ströter sind und bleiben die wichtigsten Hilfen jedoch „andere Menschen.“

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