Filmprojekt

Warum das Schloss- und Beschlägemuseum zum Krimi-Tatort wird

Diplomdesignerin Konstanze Bemberg (2.vl.) übt

Diplomdesignerin Konstanze Bemberg (2.vl.) übt

Foto: Alexandra Roth

Velbert.  Beim Workshop „Tatort Museum“ drehen Jugendliche ihren eigenen Film. Juwelendiebe machen dabei das Schloss- und Beschlägemuseum unsicher.

„Ich konnte kaum sehen, was geschehen ist. Das ging alles viel zu schnell!“, ruft der Wachmann und reibt sich den Schlaf aus den Augen. „Der hat verpennt“, stellt sein Kollege ihn bloß, der plötzlich hinter dem weit offenstehenden Tresor auftaucht. „Und Cut!“, ruft jemand hinter der Kamera und die Schauspieler nehmen wieder eine entspannte Haltung ein. Schon wuseln die Kinder wieder durcheinander und werfen Verbesserungsvorschläge in die Runde. Am Ende soll schließlich ein spannender Film entstehen.

Der Filmworkshop „Tatort Museum“ im Schloss- und Beschlägemuseum ist aber nicht nur etwas für zukünftige Hollywoodstars, sondern auch für Nachwuchsregisseure. Unter der Anleitung der Diplomdesignerin Konstanze Bemberg „steht jeder mal vor und mal hinter der Kamera.“ Außerdem müssen sich die Teilnehmer intensiv mit ihren Figuren auseinandersetzen. Nur in die Rolle von Drehbuchschreibern schlüpfen sie nicht, denn abgesehen von einem groben Grundkonzept dürfen die Kinder ganz spontan entscheiden, wie ihre Figur auf reagiert. Da kann es schon einmal etwas länger dauern, bis eine Szene im Kasten ist, da bei jedem Take ein paar neue Elemente und Ideen hinzukommen.

Manchmal dauert der Dreh etwas länger

„Wir bieten schon Kindergeburtstage zum Thema Juwelenraub an“, erzählt Kseniya Pavych vom Schloss- und Beschlägemuseum, da sei es nur logisch gewesen, auch beim Filmdreh ein Genre zu wählen, das etwas mit dem Knacken von Schlössern zu hat. Neben den passenden Requisiten im Museum selbst bekommen die Teilnehmer aber auch Räume zu sehen, die zuvor kaum jemand betreten hat, denn auch der Keller dient als Kulisse.

„Szene 19. Take 1“, heißt es nun. Dabei geht es nur darum, den Tatort abzusperren, doch schon wenige Sekunden, nachdem die Klappe zufällt, bricht schon Gelächter aus und die Szene muss neu begonnen werden. Immer wieder kommt es zu Versprechern, mal wird zu viel gesagt und mal zu wenig oder es wird zu früh „Cut“ gerufen. Manchmal muss eine Szene bis zu zehn Mal wiederholt werden, bis sie wirklich gelungen ist. Aber so ist das eben bei einem Dreh.

Kinovorstellung am 3. Mai

Benjamin Papadopoulos ist vierzehn Jahre alt und hat schon bei einem Stop-Motion-Workshop mitgemacht, der ebenfalls von Konstanze Bemberg geleitet wurde. Er spielt den Polizisten Benny Rex, der sich vor allem durch seine Hilfsbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit auszeichnet – Eigenschaften mit denen sich auch Benjamin identifiziert.

Ob die Juwelendiebe am Ende ins Gefängnis müssen, freigesprochen werden oder gar nicht erst gefasst werden, ist noch vollkommen offen. Dieses Geheimnis wird erst am 3. Mai um 18 Uhr gelüftet, wenn eine kleine Kinovorstellung mit extra viel Popcorn in den Räumen des Museums stattfindet. Die jungen Schauspieler werden außerdem eine DVD mit ihrem Kurzfilm erhalten.

>> AKTION DES KULTURRUCKSACKS

  • Der Workshop ist eine Aktion des Kulturrucksacks NRW, der auch Teile der Requisiten finanziert hat.
  • Konstanze Bemberg bietet Videoschulungen für Kamera, Schnitt und Ton an. Außerdem veranstaltet sie Workshops, beschäftigt sich mit Videoinstallationen oder produziert eigene Werke im klassischen Dokumentarstil.

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