Kommunalwahl 2020

Wähler in Velbert kamen mit Maske und eigenem Kuli

Stimmzettel ausgefüllt und jetzt ab damit. Die Wähler mussten Masken tragen, die Wahlhelfer, hier Petra Henning, standen hinter einer Schutzscheibe.

Stimmzettel ausgefüllt und jetzt ab damit. Die Wähler mussten Masken tragen, die Wahlhelfer, hier Petra Henning, standen hinter einer Schutzscheibe.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Alle kamen mit Maske, viele mit eigenem Stift, alle hielten Abstand. In der „Villa B.“ in der Höferstraße herrschte gute Stimmung am Wahltag.

„Lars, der nächste kann rein.“ Wahlhelferin Sonja Heimel hat alles im Griff. Zwei Kabinen sind frei, die beiden älteren Damen haben ihre Stimmzettel abgegeben, brauchen jetzt nur eine freundliche, aber klare Ansage. „Nicht zurück, bitte hier entlang“ Damit ihnen beim Kollegen Lars Dietrich am Eingang niemand in die Quere kommt. Wählen in Zeiten von Corona erfordert Organisationstalent und Disziplin. in der „Villa B.“ kam noch gute Laune dazu.

Heitere Stimmung auch bei den Wahlhelfern

Heiter und gelassen ist die Stimmung, sowohl beim Wahlhelfer-Team als auch in der langen Schlange, die sich gegen 12.30 Uhr vom Eingang der „Villa B“ bis auf die Höfer Straße zieht. „Ist ja schönes Wetter, und wir haben Zeit“, meint Traute Maria Gliwa, auch ihrer Freundin Edeltraut Fede macht die Warterei nichts aus. „Man hat sich ja vorher drauf eingestellt.“ Gelassen nehmen es auch Bettina und Michael Vöpel, dass man dieses Mal nicht wie gewohnt schnurstracks zur Wahlkabine stiefeln kann. „Da müssen wir jetzt durch. Wie lange mussten wir wochenlang vorm Supermarkt anstehen?“

Alle halten Abstand

Alle halten vorbildlich Abstand, alle tragen ihre Maske, und zwar vorbildlich. Da baumelt nichts unterm Kinn oder hängt lässig unter der Nase. Wieder ein Stückchen in Richtung Eingang geschafft. „Man muss sich eben damit abfinden. Wussten wir ja, die müssen das ja auch alles anders organisieren“, meint Stephanie Römer, und Dirk Knapp meint nur trocken: „Sonst hätte man ja Briefwahl gemacht.“

Vorbei geht es am „Eingangsposten“ Lars Dietrich, der hier leichtes Spiel hat: „Alles super, die Leute sind sehr diszipliniert.“ Der Stapel mit den Einmal-Masken für den Fall, dass jemand seinen Mundschutz vergessen hat, liegt unangetastet vor ihm. Dafür desinfiziert sich jeder brav und unaufgefordert die Hände.

Großer Andrang gegen Mittag

Gut die Hälfte habe auch einen eigenen Stift mitgebracht, erzählt Cornelia Zander, die mit ihrer Kollegin Anja Konrad die Wahlbenachrichtigungen entgegen nimmt. Kurz vor Mittag haben hier alle gut zu tun. „Damit hatten wir nicht gerechnet, wir dachten, die gehen vielleicht erst spazieren“, sagt Sonja Heimel, die seit 7.30 Uhr hier ist und jetzt erstmal ein paar Stunden frei hat.

„Bitte die Wahlbenachrichtigung aufheben, falls es zur Stichwahl kommt.“ Immer wieder sagt Christine Teichmann diesen Satz, immer wieder freundlich und geduldig. Keine Frage, die Stimmung ist prima. „Ich habe mir mein Team selbst zusammen gestellt, wir sind alle Kollegen aus der Jugendarbeit. Und hier in der Villa B. sind wir ja zu Hause“, sagt Wahlvorstand Petra Henning, verabschiedet die Frühschicht mit einem fröhlichen „Bis nachher um halb sechs.“ Um 18 Uhr ist Schicht im Schacht, dann zählt das Achterteam, zu dem auch Benjamin Sailer und Claudiu Heidrich gehören, die Stimmen aus.

Wähler fühlen sich sicher

Sie alle haben einen guten Job gemacht, meinen Serpil und Hizir Akyüz draußen am Ausgang. „Wir haben uns wohl und sicher gefühlt, das war alles sehr gut organisiert.“ Findet auch Azad Güler (18), der vor seiner Premiere schon sehr gespannt war. „Meine erste Wahl, und dann mit Maske und so.“

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