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Verwaltung prüft Zulassung von Autos in Fußgängerzone

Die Fußgängerzone in Neviges lieferte Diskussionsstoff im Bezirksausschuss. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob es Sinn macht, in Teilen der Straße wieder Autoverkehr zuzulassen.

Foto: H.W.RIECK

Die Fußgängerzone in Neviges lieferte Diskussionsstoff im Bezirksausschuss. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob es Sinn macht, in Teilen der Straße wieder Autoverkehr zuzulassen. Foto: H.W.RIECK

Neviges.   Die drohende Verödung der Innenstadt beschäftigte die Mitglieder des Bezirksausschusses. Eine Idee: Autos bringen Kaufkraft in die Altstadt.

Rewe macht Ende dieser Woche zu, die Metzgerei Schmidt, eine Institution in Neviges, Ende Mai. „Mein Herz blutet mehr und mehr. Das kann doch alles nicht wahr sein.“ In wenigen Sätzen drückte ein sichtlich betroffener Bürger zu Anfang der Bezirksausschuss-Sitzung aus, was viele Nevigeser bedrückt: „Merkt ihr eigentlich, dass Neviges stirbt?“ rief August-Friedrich-Tonscheid, Fraktionsvorsitzender von „Velbert anders“ beherzt in den Saal. Die Idee der Wählergemeinschaft: Einen Teil der Fußgängerzone durch Autos zu beleben. Wie das aussehen könnte, wo es Kapazitäten für Parkbuchten gibt, das und mehr soll die Verwaltung nun prüfen.

Allein der Prüfauftrag sorgte in der Sitzung am Dienstagabend in der Feuerwache Neviges für Diskussionsstoff. So sprachen sich die Vertreter des Bündnis 90/Die Grünen sowie der Linken dagegen aus, die SPD enthielt sich der Stimme.

Bitte keine Autos am Brunnenplatz

„Ich finde den Prüfantrag unnütz“, so Matthias Gohr (SPD) und Jörg Möller (Die Linke) wetterte: „Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wir pulvern 500 000 Euro in den Brunnen, dort sollen Kinder in Ruhe spielen, und dann sollen da Autos durchfahren? Das finde ich unerträglich.“ Zustimmung gab es aus den Reihen der Grünen: „Die untere Elberfelder Straße zu öffnen, das geht gar nicht“, stellte Dr. Michael Pannen klar.

Niemand wolle die Attraktivität des Brunnenplatzes schmälern, in diesem Punkt waren sich durch die Bank alle einig. Doch zu prüfen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, die Elberfelder Straße beispielsweise im oberen Bereich zu beleben, könne doch nicht schaden, so wandte Marlies Ammann (CDU) ein.

Denkbar wäre mehr Parkraum in Höhe der Sparkasse. Maximal elf Parkplätze seien da denkbar, realistisch seien vier bis fünf, sagte Bernhard Wieneck, Geschäftsbetreichsleiter Verkehr, Entwässerung und Abfall bei den Technischen Betrieben Velbert (TBV). Mehr Platz gebe es nicht, denn viele Händler präsentieren ihre Sachen bei gutem Wetter auch vor ihrem Laden.

Das Platzproblem unterscheide Neviges wohl auch von Städten wie Gevelsberg und Hemer, die gute Erfahrungen damit machten, ihre Fußgängerzone für Autos zugängig zu machen, so warf Rainer Hübinger (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses, ein.

Zustimmung für Neubau an der Ansembourgallee

Zwar ist die Sorge um eine drohende Verödung der Innenstadt groß, der Bauboom in Neviges dagegen ist ungebrochen: So beschlossen die Mitglieder mit einer Gegenstimme (Die Linke) den Entwurf des Bebauungsplans Ansembourgallee als Satzung. Wenn die frühere Sonnenschule abgerissen ist, will die Stadt Velbert hier fünf Einfamilienhäuser bauen lassen, erläuterte Stadtplaner Tim Edler.

Auch in Tönisheide wird gebaut: Die Ausschreibungen für die neue Feuerwache beginne in Kürze, so Andreas Sauerwein, Fachbereichsleiter Immobilienservice der Stadt Velbert. Allerdings suche man noch dringend ein Ausweichquartier für die Zeit zwischen Abriss und Fertigstellung des Neubaues.

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