Vereine in Langenberg

Vereinigte Gesellschaft Langenberg ist gelebte Tradition

Alles neu: Der große Saal der VG in Langenberg ist aufwendig renoviert worden. „Ist man an einem Ende fertig, geht’s am anderen wieder los“, sagt der 1. Direktor Ralf Konschak dazu. Ein altes Gemäuer zu erhalten, sei eben viel Arbeit.

Alles neu: Der große Saal der VG in Langenberg ist aufwendig renoviert worden. „Ist man an einem Ende fertig, geht’s am anderen wieder los“, sagt der 1. Direktor Ralf Konschak dazu. Ein altes Gemäuer zu erhalten, sei eben viel Arbeit.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Eine der ältesten Herrengesellschaften Europas ist die Vereinigte Gesellschaft Langenberg. Für die Mitgliedschaft gelten besondere Regeln.

Von der Hauptstraße ausgesehen ist das Haus der Vereinigten Gesellschaft (VG) eher unscheinbar. Erst im Innern werden die Ausmaße deutlich: Durch das großzügige Foyer geht es in den hinteren Bereich. Links ab liegt der große Saal, der gerade frisch renoviert worden ist, rechter Hand liegt die Stube, geradeaus das Herren- und das Damenzimmer.

Weiter geht es eine Etage tiefer: Hier gibt es große Kellerräume, die Toiletten und die Kegelbahn. „Wir dürften eine der ältesten Herrengesellschaften in ganz Europa sein“, sagt Ralf Konschak und ein bisschen Stolz schwingt in der Stimme mit. „Zumindest in Kontinentaleuropa sind wir die ältesten. Nur in Großbritannien gibt es noch ältere.“

Das Gebäude ist etwas jünger als die VG

Konschak ist 1. Direktor der Vereinigten Gesellschaft, die am 20. Dezember 1798 gegründet worden ist. Nicht ganz so alte wie die Gesellschaft ist das Haus an der Hauptstraße 84. Das ist gut einhundert Jahre jünger, stammt aus dem Jahr 1894.

„Wir sind bemüht, das Gebäude stets auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt Konschak. „Bei so einem alten Gemäuer ist das viel Arbeit: Sind wir an einem Ende fertig, geht es am anderen schon wieder von vorne los.“

Wissen vermitteln, Kultur fördern

In den mehr als zwei Jahrhunderten ihres Bestehens ging es der VG immer darum, neben Geselligkeit und gemeinsamem Essen auch die Vermittlung von Wissen, Diskussionen sowie Theateraufführungen und Konzerte zu fördern.

In diesem Jahr allerdings ist alles anders, weil Corona eine Planung so gut wie unmöglich macht. Die geplante Landtagsbesichtigung ist ausgefallen, ebenso der Kabarettabend in Essen. Ob eines der traditionellen Klavierkonzerte stattfinden kann, ist noch nicht klar.

Mitglieder schlagen Programm vor

„Wir sind aber froh, dass immerhin die Konzerte des Langenberg Festivals bei uns zu hören sind“, hat Ralf Konschak auch Positives zu berichten. Und sobald wieder Vortragsabende möglich sind, „möchte ich gerne Eduard Colsman einladen“, sagt der 1. Direktor.

Die Veranstaltungen, die die Gesellschaft selber ausrichtet, kommen auf Vorschlag der Mitglieder zustande. Außerdem haben die beiden Direktoren die Möglichkeit, das Programm zu gestalten – etwa die Fahrten: Einmal im Jahr geht es auf große Damen- und Herrenfahrt über zwei Nächte, je einmal fahren die Damen und Herren für sich.

Neumitglieder müssen vorgeschlagen werden

Auf diesen Fahrten sind häufig Gäste dabei, die sich für eine Mitgliedschaft in der VG interessieren. Denn einfach anmelden geht in der Gesellschaft nicht, erläutert Ralf Konschak: „Potenzielle neue Mitglieder müssen vorgeschlagen werden“, erläutert der 1. Direktor.

„Im Vorhinein besucht der Interessent Veranstaltungen, kommt zum Beispiel auch zum Kegelabend, hört sich Vorträge an oder kommt mit auf Fahrt. Dann wird irgendwann darüber entschieden, ob wir denjenigen aufnehmen.“

Nachwuchsprobleme auch bei der VG

Gibt es ein positives Votum in Direktion und Vertrauenskommission erfolgt noch eine Formalität, die Kugelung: Innerhalb der Jahreshauptversammlung erhält jedes anwesende Mitglied zwei Kugeln – in Silber und Schwarz. Silber steht dabei für „Aufnahme“, Schwarz für „abgelehnt“. „Es gibt zwar das Wahlgeheimnis, aber eine Niederlage bei der Kugelung wäre eine echte Überraschung“, sagt Konschak.

Doch wie so viele Vereine hat auch die Vereinigte Gesellschaft Probleme, Nachwuchs zu finden. „Es gibt zwar genug Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren. Aber es gibt zu wenige, die sich auch an Positionen oder Posten binden möchten.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben