Kinder

Verein „Mutter hat frei“ in Neviges will bald wieder öffnen

Hugo trötet den Mädels was vor. So schön war es bei „Mutter hat frei“. Der Betreuungsverein musste aus personellen Gründen schließen, will aber seine Pforten bald wieder öffnen.

Hugo trötet den Mädels was vor. So schön war es bei „Mutter hat frei“. Der Betreuungsverein musste aus personellen Gründen schließen, will aber seine Pforten bald wieder öffnen.

Foto: Alexandra Roth

Neviges.   Der Kinderbetreuungsverein „Mutter hat frei“ in Neviges muss aus personellen Gründen schließen. Doch der neue Vorstand kämpft um eine Zukunft.

Diese Nachricht stimmt viele Familien traurig: Der private Betreuungsverein „Mutter hat frei“ musste nach 50 Jahren seine Pforten schließen. Grund ist die personelle Situation. Von Jetzt auf Gleich hatten zwei Erzieherinnen überraschend gekündigt. Doch der Verein, in dem Generationen von Eltern ihre Kinder liebevoll versorgt wussten, gibt nicht auf. Ganz im Gegenteil: Nach einer Neuaufstellung des Vereins soll die Betreuung sogar ausgebaut werden. Dafür werden jetzt neue Mitarbeiter gesucht.

Im Sommer 2017 ins Domizil umgezogen

Es ist still in der unteren Etage des Seniorenheims Domizil Burgfeld in der Emil-Schniewind-Straße. Hier, direkt neben der Tagespflege, hatte „Mutter hat frei“ im Sommer 2017 eine neue Heimat gefunden, nachdem man zunächst der Jugendfürsorge Lohmühle im Siepen Platz machen musste und dann für ein Jahr Unterschlupf im Pfarrheim Glocke fand. Im Jahr 2015 hatte die Domizil Wohnfühlen GmbH bereits als Hauptsponsor mit einer Spende von 3000 Euro die Existenz des Vereins gerettet. Der Umzug ins Domizil, ein weiteres Zeichen für die gute Unterstützung, gefiel besonders auch den Senioren, die sich über gelegentliche Besuche der kleinen Gäste und Unternehmungen wie ein gemeinsames Frühstück freuten. Erst im Dezember wurde die Toilettenanlage kindgerecht umgebaut. Doch jetzt stehen keine Kinderschuhe vor der Tür, die Bauklötze liegen ungenutzt in der Ecke.

Überraschende Kündigung zweier Mitarbeiterinnen

„Uns hat der Weggang unserer Mitarbeiterinnen wie der Blitz getroffen. Quasi von einem Tag auf den anderen standen wir ohne Erzieherinnen da. Es war uns einfach nicht möglich, einen schnellen Ersatz zu finden“, sagt Sabrina Hirt, die neue 1. Vorsitzende. Die Kündigung der Betreuungsverträge sei daher unausweichlich gewesen. Die Personalsituation stelle jedoch nicht das einzige Problem dar.

Struktur des Vereins ist veraltet

Auch die veralteten Vereinsstrukturen und neue rechtliche Rahmenbedingungen bereiten dem Vorstand Kopfschmerzen. „In 50 Jahren Vereinsgeschichte häuft sich nicht nur eine Menge Papier an, das gesichtet und sortiert werden muss“, meint Kassenwartin Britta Paskowski. „Nachdem Frau Hirt, Frau Tewes und ich im November 2018 den Vereinsvorstand übernommen und wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten, standen wir auch einigen juristischen und vereinsrechtlichen Hürden gegenüber.“

Wie diese Hürden nun genau aussehen, könne man noch nicht sagen, ein Wirtschaftsprüfer sehe sich im Moment noch die Unterlagen an. Eine gute Nachricht hat der Experte jedoch schon: Die Finanzen seien geprüft, es seien somit alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass sich der Verein mit einer aktualisierten Satzung neu aufstellen könne. Ziel sei jetzt nicht nur wieder eine Betreuung anzubieten, so die 1. Vorsitzende Sabrina Hirt, sondern das Angebot zu erweitern. So könnte „Mutter hat frei“ an drei anstatt an bisher zwei Tagen öffnen oder zumindest die Betreuungszeiten verlängern.

Kleine Gruppen mit individueller Betreuung

Was unverändert bleibt: Nach wie vor lege man großen Wert darauf, mit den Kindern in den nahe gelegenen Wald zu gehen oder den einen oder anderen Ausflug zu unternehmen, zum Beispiel zur Feuerwehr Neviges. Das, was „Mutter hat frei“ 50 Jahre lang ausgezeichnet hat, soll es auch weiter geben: kleine Gruppen mit einer individuellen Betreuung.

Dazu werden zwei ausgebildete Erzieherinnen gesucht, die auf Minijobbasis die Betreuung an zwei bis drei Tagen die Woche übernehmen. Eltern, die ab und zu mal „kinderfrei“ haben wollen und das neue Betreuungsangebot an zwei bis drei Tagen nutzen möchten, können sich ab sofort auf einer Warteliste eintragen. Angenommen werden Kinder von zwei bis acht Jahren, acht Kinder finden in einer Gruppe Platz. „Wir haben schon ein paar Interessenten. Wenn wir bis August genug zusammen haben, wäre das schön“, sagt Sabrina Hirt. Natürlich hänge aber alles davon ab, ob der Verein jetzt neue Erzieherinnen finde. Das könnten natürlich auch Männer sein.

>>ERZIEHERINNEN UND ELTERN BITTE MELDEN

  • Erzieherinnen, die sich für die Mitarbeit im Verein interessieren, können sich ab sofort auf der neuen Webseite des Vereins melden: www.mutter-hat-frei.de.
  • Hier gibt es auch die Warteliste für Eltern. Weitere Informationen bei der Vorsitzenden Sabrina Hirt telefonisch unter der Nummer 0171 3655620 oder per mail info@mutter-hat-frei.de.
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben