Pferdesport

Velberterin eröffnet Extreme Trail in NRW

Der Extreme-Trail ist für Anja Schwiens Pferd Momo kein Problem. Sie sind seit vielen Jahren ein Team.

Der Extreme-Trail ist für Anja Schwiens Pferd Momo kein Problem. Sie sind seit vielen Jahren ein Team.

Foto: Ulrich Bangert

Velbert/Wülfrath.   Die Velberterin Anja Schwien eröffnet einen Extreme Trail in NRW. Ein Parcours, der viel Vertrauen zwischen Tier und Reiter erfordert.

Das Glück der Erde – Anja Schwien hat es gefunden. Nicht nur auf dem Rücken der Pferde, sondern auch daneben. Eigentlich ist sie gelernte Reiseverkehrskauffrau, aber das war in einem Leben davor. Seit vielen Jahren hat Anja Schwien ihre Gabe, Pferde und ihre Menschen zu verstehen und das gegenseitige Verständnis zu vermitteln, zum Mittelpunkt ihres Lebens und auch zu ihrem Beruf gemacht. Einen neuen Schritt geht sie mit der Eröffnung ihres einzigartigen Extreme Trail Parks NRW in Wülfrath.

Erste Ideen gibt es schon im Januar

Auf dem alten, etwa einen Hektar großen Reitstadion des Turnier-und Reitsportzentrums Volmer baut sie einen Parcours aus Wippe, Hängebrücke, Balanceboard und Co. für Pferd und Reiter. Was ein bisschen nach Abenteuerspielplatz klingt, ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe für Mensch und Tier. Ein einzigartiges Projekt in der Region. „Die Idee entstand im Januar auf einer Geburtstagsparty“, erzählt die Trainerin für Pferd und Mensch. „Als ich von meiner Vision erzählte, sagte eine Bekannte: Das alte Reitstadion bei Volmers wäre für dich perfekt“.

Der Vater hilft bei der Konstruktion der Hindernisse

Schnell wurde der Platz angeschaut und Anja Schwien war auf Anhieb begeistert. „Im meinen Gedanken habe ich direkt den Park zusammengebastelt.“ Doch die Powerfrau ist nicht nur ein Mensch mit Visionen sondern auch Mensch des Machens. „Wenn man Ideen nicht direkt umsetzt, dann wird das nichts. Wenn ich etwas möchte, dann bin ich immer voll dabei.“ Gesagt, getan. Gespräche wurden geführt, Genehmigungen eingeholt und Kontakt mit anderen Betreibern von Extreme Trail Parks aufgenommen. „Mein Vater ist Sondermaschinenbauer, er konnte mir bei der Konstruktion der Hindernisse helfen. Ohne die enormen Erfahrungen und das Wissen meines Vaters hätte ich niemals das Projekt so schnell und professionell umsetzen können.“

Seit 2010 still gelegen

Doch bevor es an den Bau gehen kann, muss das alte Reitstadion, auf der einst Schockemöhle und Co. ihre Siege feierten, aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. „Hier hat seit 2010 keine Veranstaltung mehr stattgefunden, dementsprechend haben meine Freunde und ich uns für einige Tage mit Freischneider, Motorsägen Heckenschere etc. bewaffnet.“ Mit ihrer Energie und Begeisterung steckt Anja Schwien immer mehr Leute an, Familie, Freunde und Bekannte helfen, im alten Reitstadion den Park entstehen zu lassen.

Stück für Stück entstehen die Hindernisse. Die Unterkonstruktionen der „großen“ Hindernisse sind allesamt nicht nur aus Holz, sondern aus verzinktem Metall – und haben somit eine lange Haltbarkeit und sind auch für Kaltblüter geeignet. Einem ersten Test wurde der Parcours schon unterzogen. Das muss vor der offiziellen Eröffnung Ende September auch sein, damit alles sicher ist.

Auch bei Regen ist der Platz nutzbar

Wer den Trail ausprobieren möchte, kann aber nicht einfach mit seinem Pferd in den Park. „Im Vorfeld sollte ein Zwei-Tages-Kurs absolviert werden. Da schaue ich, wie weit das Team ist“. Denn: „Es ist wichtig, dass man Vertrauen aufbaut und respektvoll miteinander umgeht. Zudem ist es auch eine körperliche Sache, wenn eine Brücke auf einmal anfängt zu schwingen. Damit Reiter und Pferd sicher über die Hindernisse kommen, müssen Mensch und Pferd wissen, was zu tun ist. Beide müssen mental, emotional und physisch vorbereitet werden und das Pferd soll lernen mitzudenken, dadurch wird das Selbstbewusstsein des Pferdes gestärkt.“

Umdenken findet im Reitsport statt

Immer stärker findet ein Umdenken im Reitsport statt. Die Trainingsmethoden von natürlichen Hindernissen auf einem Platz sind dem Wanderreiten entlehnt. Längst haben aber auch Dressurreiter die Vorteile für sich entdeckt, ihre Pferde nicht nur auf dem Viereck zu trainieren und profitieren so von Konzentration und Balance.

Balance-Board trainiert tiefe Muskulatur

„Bei dem Balance-Board etwa sind Federn eingebaut, das bedeutet, dieses ist in sich noch beweglich. Das Pferd muss sich hier ausbalancieren und sorgt somit für einen Muskelaufbau. Durch das Training der tiefen Muskulatur wächst eine größere Stabilität im Körper. Für Sportler eine sinnvolle Ergänzung zum eigentlichen Training“, erklärt die Expertin. Sie freut sich schon darauf, nach der großen Eröffnungsfeier die ersten Kurse zu geben. Die finden übrigens auch bei Regen statt. „Unter dem Platz liegt eine Drainage, der Boden bleibt also gut reitbar.“

<<< ERÖFFNUNG MIT VIEL PROGRAMM

Die Eröffnung des Extreme Trail Parks NRW findet am Sonntag, 30. September, im alten Reitstadion der Anlage Volmer an der Bergstraße 62 ab 10 Uhr statt.

Ein Kurs wird mit Tom Büchel angeboten, von 10 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr. Eine Führung gibt es um 11 und um 15 Uhr. Anja Schwien und Katrin Obst erklären um 12.30 Uhr und um 16 Uhr die Anatomie in Bewegung.

Kids im Trail gibt es um 13.30 Uhr. Alle Infos gibt es auf www.fuehrung.mit-herz.com.

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