Tiere

Velberter Tierheim begrüßt das geplante „Gassigesetz“

Die Tierheimhunde gehen nach Aussage der Tierschützer täglich Gassi und haben noch zusätzlichen Auslauf.

Die Tierheimhunde gehen nach Aussage der Tierschützer täglich Gassi und haben noch zusätzlichen Auslauf.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Die Hunde gehen täglich eine Stunden Gassi und haben zusätzlich Auslauf. Tierasyl spürt die Auswirkungen der Corona-Krise, es fehlen Einnahmen.

Zwei Mal und insgesamt mindestens eine Stunde lang täglich Gassi gehen – was für die meisten Hundeliebhaber nach einem normalen Umgang mit dem Tier klingt, soll vielleicht schon bald gesetzlich festgeschrieben werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant eine „Gassi-Pflicht“ zum Schutz des Tierwohls einzuführen.

Im Velberter Tierheim kommt dieser Vorschlag grundsätzlich gut an, erzählt Anne Jänicke vom Tierschutzverein Velbert-Heiligenhaus, dem Träger des Heims: „So etwas ist natürlich nur begrüßenswert und im Sinne der Tiere. Allerdings bleibt natürlich die Frage, wie diese Regeln dann kontrolliert werden sollen.“

Hunde können auch am Tierheim raus

Im Tierheim der Schlossstadt sei eine Umsetzung der Maßnahmen aber ohnehin kein Problem, so Jänicke: „Wir haben sehr viele Gassigänger, das heißt die Hunde gehen sowieso mindestens eine Stunde pro Tag. Zudem haben die Tiere bei uns die Möglichkeit des Freilaufs in unserem Carport. Dort lassen wir sie in Gruppen raus und das ist wirklich eine tolle Sache und macht den Hunden totalen Spaß.“

Neben dem Personal gehen auch die Interessenten mit den Hunden Gassi, die einen Vierbeiner bei sich aufnehmen wollen. „Das ist eine gute Art und Weise, um das Tier kennenzulernen und zu schauen, ob es passt“, erklärt Jänicke. Ansonsten gebe es noch einige „Stammgassigänger“, sagt Jänicke, die regelmäßig mit den Hunden rausgehen.

Corona hat das Heim finanziell getroffen

Doch ganz so reibungslos läuft es im Tierheim Velbert derzeit nicht. Auch hier sind die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Das Heim hat nach wie vor geschlossen – wer beispielsweise Interesse an einem Hund hat, der muss einen Termin vereinbaren. Und auch dann darf maximal eine Person vorbeikommen – mit Mund- und Nasenschutz natürlich – und das Gebäude darf nicht betreten werden. Laufkundschaft, um beispielsweise die Katzenstube zu besuchen, gibt es momentan nicht.

„Wir können bei uns die Maßnahmen kaum einhalten. Die Gänge im Heim sind teilweise sehr eng. Da können wir keinen Schutz gewährleisten“, erläutert Anne Jänicke, die im Tierschutzverein als Schriftführerin tätig ist. Zudem fehlen dem Tierheim wichtige Einnahmen, die sonst auf Festen oder Basaren beispielsweise durch den Kuchenverkauf generiert werden.

Abstimmung mit vier Städten

Die Fixkosten für Futter oder das Personal bleiben jedoch gleich. Hinzu kommen hohe Tierarztkosten, mit denen das Tierheim in letzter Zeit zu kämpfen hatte. „Fakt ist, dass uns weiterhin große Einnahmen fehlen“, hadert Jänicke und berichtet von den Versuchen des Heims, das finanzielle Loch ein wenig zu schließen: „Wir haben auch schon mit den Städten über finanzielle Unterstützung gesprochen. Wir sind ja für vier Städte zuständig. Wir wollen die Verträge abstimmen, so dass jede Stadt gleich viel zahlt. Bis dahin müssen wir aber schauen, dass wir irgendwie über die Runden kommen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben