Nachruf

Velberter Organist Gisbert Schneider (84) ist gestorben

Im Alter von 84 Jahren ist Professor Gisbert Schneider jetzt gestorben. Er absolvierte zahlreiche Konzertreisen in Deutschland, Europa und auch in den USA. Der Musiker hielt den Ruf von bedeutenden Hochschulen, blieb aber in Velbert.

Im Alter von 84 Jahren ist Professor Gisbert Schneider jetzt gestorben. Er absolvierte zahlreiche Konzertreisen in Deutschland, Europa und auch in den USA. Der Musiker hielt den Ruf von bedeutenden Hochschulen, blieb aber in Velbert.

Foto: Foto: Detlev Kreimeier

Velbert-Mitte.   Prof. Gisbert Schneider ist gestorben. Er war Gründer der Kantorei Velbert und mehr als 50 Jahre lang ihr Leiter. Zahlreiche Auszeichnungen.

Der bekannte Organist, Kirchenmusikdirektor und Chorleiter Prof. Gisbert Schneider ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Mit ihm verliert Velbert eine herausragende Künstlerpersönlichkeit, die nicht nur hier, sondern auch überregional und international in der Musikwelt ein hohes Ansehen genoss.

Leiter der Kantorei bis 2006

Er war der Gründer der Kantorei Velbert und deren Chorleiter über 50 Jahre lang bis 2006. In dieser Zeit hat er mit „seinem“ Chor nahezu alle großen Oratorien sowie geistliche und weltliche Chorwerke in der Christuskirche aufgeführt: die großen Messen von Bach, Mozart, Bruckner, die Requien von Mozart bis Verdi, Händels „Messias“, Haydns „Schöpfung“, Bartholdys „Elias“ und vor allem die Passionen und das Weihnachtsoratorium von Bach, das er mit der Kantorei insgesamt zwölf mal zu Gehör brachte. Und jedes Mal war die Kirche vollständig besetzt.

Mit 20 Jahren Kantor

Daneben brachte Schneider mehr als 300 geistliche Abendmusiken mit zahlreichen Motetten, Kantaten und Chorälen zur Aufführung. Mit diesen Werken war die Kantorei seit den 1950er Jahren auch immer wieder im WDR, SWR oder im ORF-Fernsehen zu hören und auf einer Reihe von Schallplatten- und CD-Aufnahmen.

Geboren 1934 in Wattenscheid

Gisbert Schneider wurde 1934 in Wattenscheid geboren und wuchs in Weimar auf, wo schon früh seine Ausnahmebegabung entdeckt wurde und er schon mit 12 Jahren ein Orgelstudium bei Prof. Köhler begann sowie erstmals öffentlich als Organist auftrat. Mit 16 Jahren gewann er seinen ersten Orgelpreis und war im Rundfunk zu hören. Von 1948 bis 1956 studierte er Kirchenmusik an der Folkwang-Hochschule in Essen bei Prof. Siegfried Reda. Schon mit 19 Jahren bestand er die A-Prüfung als Kirchenmusiker und wurde darauf als 20-Jähriger Organist und Kantor der evangelischen Kirche in Velbert, wo er den Evangelischen Singkreis, die spätere Kantorei gründete. 1961 wurde er Dozent an der Folkwang Hochschule und 1970 Professor für Orgelspiel und Improvisation. Es folgten Konzertreisen in Deutschland, nach Osteuropa, Frankreich, Italien und die USA. Er konzertierte in St. Petersburg, Moskau, Prag, Krakau, Wien, New York u.a.. Schon 1958 war er Preisträger beim internationalen Musikfestival „Prager Frühling“ und erhielt den Förderpreis des Landes NRW.

Warmherziges Verhältnis zu seinen Schülern

Als Chorleiter und Lehrer pflegte Gisbert Schneider zu den Chormitgliedern und seinen Meisterschülern ein einfühlendes und warmherziges Verhältnis, ein Großteil von ihnen war mit ihm und seiner Familie in Freundschaft verbunden. Zu seinem 65. Geburtstag 1999 veranstalteten die Kantorei und seine Schüler, z.T. auch schon Musikprofessoren, eine festliche Orgelnacht in der Christuskirche.

Prof. Schneider erhielt mehrmals den Ruf von bedeutenden Hochschulen, doch er blieb Velbert und seiner Kantorei über 50 Jahre treu und führte seinen Chor zu herausragenden, international beachteten Leistungen, was auch durch die vielen Konzertreisen zum Ausdruck kam. Sie führten die Kantorei mehrmals nach Polen (Krakau), nach Frankreich, Tschechien, Slowakei, Norwegen (Oslo u.a.) oder Italien (Rom, Neapel).

Internationale Wertschätzung für die Kantorei

Die internationale Wertschätzung der Kantorei Velbert war begründet in dem hohen künstlerischen Niveau, auf dem dieser Chor jahrzehntelang musizierte. Ihr Leiter Gisbert Schneider verstand es immer wieder durch sein intensives, mitreißendes Dirigat, die Chormitglieder während der Aufführungen selbst zu Höchstleistungen zu steigern. Er hat mit seinen Orgel- und Chorkonzerten für Jahrzehnte das Velberter Musikleben auf einen internationalen Rang erhoben und es strahlen lassen.

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