6. Operngala

Velberter Operngala begeisterte das Publikum

Prof. Thomas Gabrisch leitete und dirigierte den Velberter Opernchor, der sich aus dem Hochdahler Männergesangsverein und der Männer-Chorgemeinschaft Velbert zusammensetzt – insgesamt mehr als 60 Männerstimmen.

Prof. Thomas Gabrisch leitete und dirigierte den Velberter Opernchor, der sich aus dem Hochdahler Männergesangsverein und der Männer-Chorgemeinschaft Velbert zusammensetzt – insgesamt mehr als 60 Männerstimmen.

Foto: Stefan Arend

Velbert-Mitte.   In der Apostelkirche Velbert fand die 6. Operngala statt. Das Programm begeisterte die Zuhörer, die Einnahmen werden wie immer gespendet.

Sie war berauschend schön: Die 6. Velberter Operngala ließ keine Wünsche übrig und zeigte mit einer hochkarätigen Besetzung einen beeindruckenden Querschnitt durch die Welt der Oper. Mit gut 400 Gästen war die Apostelkirche Dalbecksbaum ausverkauft.

Den Anfang des Benefiz-Konzertes, das im letzten Jahr 6000 Euro für karitative Zwecke einspielte, machten Stephen Harrison (Klavier/Moderation) und Flavius Petresu (Trompete).

Alt-Bürgermeister hielt die Eröffnungsrede

Etwas überrascht aber nicht weniger unvorbereitet begrüßte dann Alt-Bürgermeister und Schirmherr Heinz Schemken die neue Velberter Opern-Tradition: „Kultur beginnt so, wie man miteinander umgeht.“ Er dankte noch einmal dafür, dass die Gemeinde der Apostelkirche ihre Kirche kostenlos zur Verfügung stellte. Auch alle anderen Beteiligten sangen und spielten ohne Gagen.

Organisator Karl-Heinz Nacke moderierte und ließ die Zuhörer in die wunderbare Welt der Oper eintauchen. Den Auftakt machte Tenor Daniel Kim mit einer Arie aus dem „Evangelimann“. „Sehr schön“, raunte es durch die Reihen. Im Anschluss übernahm Prof. Thomas Gabrisch die Leitung und dirigierte den Velberter Opernchor, der sich aus dem Hochdahler Männergesangsverein und der Männer-Chorgemeinschaft Velbert zusammensetzt. Mehr als 60 Männerstimmen besangen Jesus als das Licht der Welt, als weiteres deutschsprachiges Liedgut folgte Franz Schuberts „Nachtgesang im Walde“. Als der Chor mit „Jacob’s Ladder“ endete, folgten die ersten Bravo-Rufe. Bis dahin hatte sich bereits mehrfach Gänsehaut gebildet.

„Zwillingsprogramm“ in Mettmann

Nacke informierte, dass der Chor erst am zurückliegenden Mittwoch die erste gemeinsame große Probe mit Stephen Harrison hatte. Tags zuvor war die Premiere vor 670 Gästen in der Mettmanner Neandertalhalle: Der Mettmanner „Zwilling“ fand dort ebenfalls als Benefizkonzert mit identischem Programm statt.

Als weiterer Solist sang Bariton Thomas Laske. „Nächste Woche singt er zum dritten Mal in der Elbphilharmonie“, informierte Nacke stolz. Mit seiner Bühnenpräsenz verwunderte dies niemanden. Sopran Morenike Fadayomi brachte Feuer auf die Bühne: „Heia in den Bergen“ – und in der Apostelkirche. Karl-Heinz Nacke scherzte, das Publikum habe sie von vorne gesehen: „Aber der Chor hätte von hinten auch Eintritt dafür zahlen sollen.“ Beim Torerolied, das Laske zu Trompete und Flügel sang, hatte das Publikum den Impuls mit zu summen. Doch schnell verstummte es und lauschte fast andächtig, bedankte sich mit Applaus und Bravo-Rufen.

Kinder- und Jugendchor begeistert das Publikum

Als Duett flirteten Fadayomi und Kim musikalisch und sichtbar ganz wunderbar miteinander, spazierten Hand in Hand singend durch das Publikum. Der Velberter Kinder- und Jugendchor „Young Voices“, geleitet und am Klavier begleitet von Rebecca Schäfer, zeigte sein Können. Sehr beeindruckend waren die beiden Stücke aus der Filmmusik „Die Kinder des Monsieur Matthieu“, bei dem das Ensemble den französischen Text zweistimmig vortrug.

Mit seinem Auftritt sagten der Chor und Schäfer auch danke dafür, dass sie aus dem Erlös des Benefizkonzertes im letzten Jahr bedacht worden waren. Spontan ergriff der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise das Mikrofon und lud den Kinderchor ins Rathaus zu Kakao und Kuchen ein. Er war begeistert von dem was er hier erleben durfte: „Alle, wirklich alle, haben eine unglaubliche Ausstrahlungskraft!“ Heinz Schemken pflichtete ihm bei: „Dass sie diese Auswahl singen, das ist unwahrscheinlich, das ist beeindruckend!“

Zuhörer loben die Auswahl für das Programm

Zuhörerin Dagmar Fitz fand zunächst kaum Worte: „Phantastisch, ich bin sehr berührt. Es ist eine Vielzahl von wunderbaren Erlebnissen gewesen. Der Opernchor hat mir sehr gut gefallen. Man konnte die Freude der Sänger deutlich spüren. Der Kinderchor hat mich besonders berührt, aber alle, auch die Solisten, waren herausragend. Ein Highlight nach dem anderen.“ Ihre Begleiterin Gerda Weisen ergänzt: „Vor allem der Pianist war ganz hervorragend. Das hatte ein absolut hohes Niveau!“ Das konnte auch Günther Hamm bestätigen: „Der Pianist ist brillant. Mir hat es sehr gut gefallen“. Hamm und seine Frau waren zum dritten Mal bei der Velberter Operngala: „Diese waren immer gut, aber heute haben wir es als besonders gut empfunden.“

Auch die Essenerin Gisela Winke fand es „stimmgewaltig, großartig und unglaublich. Eine tolle Auswahl des Programms.“ Einziger kleiner Wermutstropfen: bei so viel beeindruckenden Darbietungen hätte eine Pause gut getan. Nach drei Zugaben und fast zweieinhalb Stunden gingen sehr beeindruckte Gäste nach Hause.

>> SPENDE WIRD TRADITIONELL AUFGETEILT

  • Es ist Tradition, dass die Spende auf Unicef und lokale Kinderhilfsprojekte verteilt wird. 2018 war darunter auch der Jugendchor der Musikschule „Young Voices“, der bei der diesjährigen. 6. Velberter Operngala auftrat.
  • Schirmherr Heinz Schemken verriet, dass das hochkarätige Ensemble vor allem Pianist Stephen Harrison, Direktor der deutschen Oper vom Rhein, zu verdanken sei.
  • Tenor Daniel Kim sang unter anderem für das Nationaltheater Weimar, das Théâtre National du Luxembourg und die Nationaloper Korea. Er war zum ersten Mal dabei.
  • Bariton Thomas Laske war bereits an der Deutschen Oper am Rhein und der Bayerischen Staatsoper München zu hören.
  • Sopran Morenike Fadayomi sang an der Deutschen Oper am Rhein, in der Carnegie Hall und der Dresdener Semperoper. Sie ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein.
  • Dirigent Thomas Gabrisch ist Professor an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf und leitet dort die Opernklasse.

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