E-Sport

Velberter messen sich im Fußball an der Spielekonsole

Unerwartet groß ist die Resonanz auf das erste E-Sportturnier der Velberter Sparkasse ausgefallen. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv – und auch die Sparkasse will am Ball bleiben.

Unerwartet groß ist die Resonanz auf das erste E-Sportturnier der Velberter Sparkasse ausgefallen. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv – und auch die Sparkasse will am Ball bleiben.

Foto: Ulrich Bangert

Velbert.  Die Velberter Sparkasse lud zu ihrem ersten virtuellen Fußballturnier in die Hauptfiliale. Gespielt wurde Fifa 19 und die Resonanz war groß.

Gut 70 junge Leute sind am Samstag in die Sparkassen-Hauptfiliale nach Velbert gekommen. Dort wollten sie aber kein Geld abheben, sondern im Fußball gegeneinander antreten – allerdings nur virtuell an der Spielekonsole. Denn dort fand ein Turnier des Fußball-Videospiels Fifa 19 statt.

Seit einigen Jahren ist der sogenannte E-Sport immer mehr im Kommen. Das bestätigt Turniermitorganisator Denny Hilpert, der die E-Sport Event GmbH mit Firmensitz in der Schweiz betreibt. „Wir organisieren E-Sport-Turniere im gesamten deutschsprachigen Raum“, erläutert Hilpert, bis zu 60 Events pro Jahr. „Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass sich der E-Sport immer mehr für die breiten Massen öffnet. Die gesellschaftliche Akzeptanz wächst und das Klischee vom nerdigen Teenie in seinem Keller geht zurück“, stellt der Experte fest. Besonders die Fußballsimulation Fifa sei da für viele besonders greifbar.

Sparkasse sieht örtliches Interesse am E-Sport bestätigt

Erstaunlich groß sei dagegen diese Resonanz für Carolin Schulte und Jan Breitenbach von der Sparkasse gewesen. „Insgesamt haben sich 64 Teams angemeldet, davon konnte dann leider nur die Hälfte teilnehmen“, sagt Schulte. Dabei sei die Veranstaltung recht kurzfristig organisiert worden. „Vor drei Monaten haben wir mit der Planung angefangen“, so Breitenbach. Die Idee zu einem E-Sport Turnier kamen ihm und seiner Kollegin über einen kleinen Umweg: Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband organisiert regelmäßig ein Fußballturnier. „Daraus hat sich dann für uns die Idee mit einem Fifa-Turnier entwickelt“, erzählt Schulte. „Als Sparkasse suchen wir natürlich immer nach den Trends und fragen uns: Was interessiert die Leute?“ Das sei derzeit E-Sport – und nicht nur im Niederbergischen. So habe es Turniere etwa schon in Sparkassen in München oder Göppingen gegeben. Das Pilotprojekt in Velbert zeige jetzt, dass auch hier das Interesse vorhanden sei. „E-Sport ist nicht nur für junge Leute ein großes Thema, da sprechen die Anmeldezahlen für sich“, betont Schulte.

Ähnlich wie in der Fußball-Weltmeisterschaft spielen die Teams erst in einer Gruppenphase gegeneinander, gefolgt von einer K.O.-Phase. Dabei spielen die Mannschaften jeweils drei Spiele, um über den Sieger zu entscheiden. Kommt die Idee gut bei den Velberter Spielern gut an? Julian Grunau etwa ist über Facebook auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und mit einem Freund da. Sein vorläufiges Fazit auf eine Siegchance ist aber eher bescheiden: „Es sind gute Spieler dabei, aber man gibt sein Bestes.“

Einzige Frauenmannschaft strebt das Finale an

Als einziges weibliches Team sind Jagoda und Dominika Barszczak angetreten. „Wir haben zu Hause mit unserem kleinen Bruder trainiert“, lachen sie. „Das Wichtigste ist, immer nach vorne zu passen“, hat sich Jagoda Barszczak gemerkt. Ihre Schwester Dominika ist die Sprecherin des Jugendparlaments, und ihr sei es wichtig, dass das Gremium immer wieder präsent sei. „Es ist gut, dass es solche Veranstaltungen in Velbert gibt“, freut sich Dominika Barszczak und ist gerne beim Turnier dabei. Beide Schwestern sind sich einig: „Wir streben das Finale an!“

Die besten drei Teams erhalten Geldpreise, für alle anderen gibt es abhängig von der Platzierung diverse Sachpreise. „Außerdem ist ja jeder ein Gewinner, der gekommen ist“, findet Mitorganisatorin Carolin Schulte. Hungern muss ohnehin niemand, denn ein Food Truck mit Burgern steht vor der Tür. Allein dafür hat sich für manchen Konsolenspieler die Teilnahme bereits gelohnt. Auch die Sparkasse zieht eine positive Bilanz. „Erstmal geht es darum, was für Erfahrungen wir aus der Veranstaltung ziehen können“, sagt Jan Breitenbach, „aber wir wollen wortwörtlich am Ball bleiben.“

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