Kupfergeld

Velberter Marktbeschicker für Abschaffung des Kupfergeldes

Das Zählen des Kleingeldes macht den Marktbeschickern viel Arbeit,

Das Zählen des Kleingeldes macht den Marktbeschickern viel Arbeit,

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Velbert.  Das Zählen des Geldes macht den Händlern auf dem Wochenmarkt viel Arbeit und die Banken erheben hohe Gebühren für das Umtauschen der Cent-Stücke.

Die Kommission der Europäischen Union (EU) will langfristig die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen. Die Kommission verweist auf einen Report aus dem Jahr 2018. Danach sind immer mehr Staaten der Euro-Zone bzw. deren Händler dazu übergegangen, Beträge beim Einkaufen auf volle fünf Cent zu runden. Bei einem Besuch auf dem Wochenmarkt in Velbert ist die WAZ der Frage nachgegangen, wie die Marktbeschicker zu diesem Thema stehen. Dreizehn Markthändler wurden in der Velberter Innenstadt angetroffen.

„Erleichtert das Kassieren enorm“

Die große Mehrheit der Händler (neun von dreizehn) befürwortet die Abschaffung der der Ein-Cent- und Zwei-Cent-Münzen. Es würde das Kassieren bei den Kunden enorm erleichtern, war es von allen Seiten zu hören. Zwei Händler waren gegen die Abschaffung und zwei Marktbeschickern war es egal. „Wenn man aufrundet, dann sollte man dies als Spende machen“ so Andreas Grawunder aus Solingen, der Bestecke und Stahlwaren auf dem Wochenmarkt verkauft. Er verweist auch auf die hohen Herstellungskosten der Kupfermünzen.

Die Händlerin von „Käsefuchs“ aus Leichlingen berichtet des weiteren von hohen Bearbeitungsgebühren bei den Banken. Pro Rolle Münzgeld müssten 50 Cent Bearbeitungsgebühren gezahlt werden. In einer Rolle Ein-Cent-Münzen sind Münzen im Wert von 50 Cent, und der Einzelhandel muss bei einigen Banken dafür bis zu 1,50 Euro berappen. Ihrer Meinung nach müsste es eine gesetzliche Vorgabe geben. Auf Freiwilligkeit würde das nicht funktionieren.

Psychologische Wirkung

Genau aus diesem Grund sprach sich die Fleischerei Kuhlendahl aus Sprockhövel gegen die Abschaffung aus. In dieselbe Kerbe schlägt Nico Sprenger von der Marktfleischerei Sprenger. Grundsätzlich befürwortet er die Abschaffung der Münzen, sodass gerundet werden muss. „Es ist allerdings schwierig, als einziger Markthändler dies zu machen. Es müssten alle Händler des Wochenmarktes teilnehmen“. Frank Lewinski erwähnt die psychologische Wirkung der Preise auf das Kaufverhalten. Die Kunden sind eher bereit 4,99 Euro für ein Produkt zu zahlen als 5 Euro.

Kunden sind froh, wenn sie ihr Kleingeld los sind

Aron Jaenicke von der Prümtaler Mühlenbäckerei aus Löhnebach weiß zu berichten, dass auch die Kunden einer Abschaffung der kleinen Münzen positiv gegenüberstehen. Dies komme in den zahlreichen Gesprächen, die er mit den Kunden führt, ans Tageslicht.

Nur noch Preise, die auf 0 oder 5 enden

Die Brot- und Kuchenbäckerei Hans-Dieter Schmitz aus Essen hat schon reagiert. Sonja Lamm: „Bei uns gibt es nur noch Preise, die auf 0 oder 5 enden“. Kerstin Grzesinski vom Fischfeinkosthändler Schwierske glaubt, dass die Kunden froh sind, das Kleingeld aus dem Portemonnaie zu haben. Gerne wird der Betrag in kleinsten Münzen und exakt gezahlt.“ Viele Kunden sind nach wie vor der Meinung, dass die Markthändler Kupfergeld benötigen so Wolfgang Schwarze von Schwarzes Betrieben. „Die Kunden wissen nicht, dass fünf Euro Bearbeitungsgebühren für das Geldzählen von den Banken erhoben werden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben