Politik

Velberter Lokalpolitiker setzen auf AKK

Friedrich Merz (l-r), ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, und Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, stellen sich den Parteitagsdelegierten zur Wahl. Sie wollen Parteichef werden.

Friedrich Merz (l-r), ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin, und Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, stellen sich den Parteitagsdelegierten zur Wahl. Sie wollen Parteichef werden.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Warum sich Velberter Christdemokraten Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Parteichefin wünschen.

Wenn die CDU ab heute zu ihrem Parteitag in Hamburg zusammenkommt, um einen neuen Parteichef beziehungsweise eine neue Parteichefin zu wählen, dann blicken auch Lokal- und Kreispolitiker gebannt auf die Hansestadt. Denn wer den Vorsitz der Christdemokraten künftig übernimmt, wird auch den künftigen Weg der Partei auf allen Ebenen mitprägen. Und die drei Kandidaten für den CDU-Chefsessel zeichnen sich durch unterschiedliche Profile aus.

Wegweisender Parteitag

So bezeichnet Manfred Bolz, Chef der Velberter CDU-Ratsfraktion, den Parteitag als „wegweisend“ und sagt: „Wer künftig an der Spitze steht, sollte den linken und den rechten Flügel vertreten können und in der Mitte stehen.“ Wer dieser Anforderung am ehesten entspricht, ist für Bolz klar: „Gesundheitsminister Jens Spahn ist sehr konservativ. Das ist Friedrich Merz zwar auch, doch er ist auch ein Wirtschaftsvertreter. Annegret Kramp-Karrenbauer dürfte da die Mitte am besten repräsentieren.“

Konservatives Profil schärfen

Für Bolz sind Kramp-Karrenbauer und der Ex-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, die Favoriten auf den Parteivorsitz, „Spahn soll da noch zehn Jahre Erfahrungen sammeln“, meint er. Wichtig sei für den neuen Vorsitzenden beziehungsweise für die kommende Vorsitzende Folgendes: „Er oder sie muss wieder Ruhe in die Partei und in die Parteienlandschaft bringen“, sagt Bolz auch mit Blick auf den Zwist in der Union, den Innenminister Horst Seehofer ausgelöst habe.

Umsicht und Übersicht

Umsicht und Übersicht sind auch für René Hofmann, Parteichef der Velberter CDU, Attribute, die für den Parteivorsitz wichtig sind. Er glaubt, dass die derzeitige CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) die besten Chancen hat: „Sie ist eine sehr kompetente und fähige Frau, die auch das konservative Profil der Partei schärfen kann.“ Doch egal, wer an die Spitze gewählt wird: „Wir müssen parteienübergreifend dem allgemeinen Vertrauensverlust der Bürger in Politik und Demokratie entgegenwirken.“

Ähnlich wie die beiden Velberter Lokalpolitiker würde auch Landrat Thomas Hendele (CDU) eine Wahl von Kramp-Karrenbauer begrüßen: „Ich finde es aber ausgezeichnet, dass drei unterschiedliche Konzepte auf dem Parteitag präsentiert werden. Das ist herzerfrischend und tut der Partei gut.“

Weichenstellung

Auch der Kreisvorsitzende der CDU und Staatssekretär Jan Heinisch erwartet einiges von dem künftigen Parteichef oder der Parteichefin: „Der Parteitag bedeutet da eine große Weichenstellung für die CDU.“ Für ihn vertrete Merz die frühere CDU, Spahn stehe für einen Generationswechsel und Kramp-Karrenbauer für Kontinuität. Wer das Rennen machen werde oder sich am besten eigne, wolle er aber nicht kommentieren, so Heinisch, der auch Delegierter auf dem Parteitag ist.

Augenmerk auf die Zukunft

Unbestritten sei aber, dass der Gewinner der Wahl „zwar nicht allein, aber doch maßgeblich“ den Kurs der CDU mitbestimmen werde. Und da warteten einige Herausforderungen: „Nachdem die CDU bei der Hessen-Wahl unfassbar viele Stimmen an die Grünen verloren hat, muss er oder sie eine breite bürgerliche Mitte ansprechen“, meint der Kreisvorsitzende. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf die Themen Ökologie, Entwicklung der Gesellschaft, Sicherheit und die Zukunft der nächsten Generation gelegt werden. „Diese Themen müssen glaubwürdig bearbeitet werden“, sagte Heinisch.

Auf WAZ-Anfrage wollte sich Peter Beyer, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Mettmanner Nordkreis und Parteitagsdelegierter, nicht im Vorfeld zum Parteitag äußern. Im Anschluss an die Wahl werde er aber gerne ein Statement abgeben, ließ Beyer mitteilen.

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