Tierseuche

Velberter Landwirte sorgen vor gegen Schweinepest

 Die Afrikanische Schweinepest ist für Wildschweine und Hausschweine sehr gefährlich. Sie wird durch die Wildschweine verbreitet.

Die Afrikanische Schweinepest ist für Wildschweine und Hausschweine sehr gefährlich. Sie wird durch die Wildschweine verbreitet.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Velbert.  Nach Positiv-Befunden in Ostdeutschland steigt auch in Nordrhein-Westfalen ein wenig die Spannung. Der Hof zur Hellen erklärt seine Maßnahmen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen: Mindestens fünf Positiv-Fälle haben Wissenschaftler in Brandenburg nachgewiesen, nachdem vor einigen Tagen ein erstes an der Krankheit gestorbenes Tier nahe der polnischen Grenze aufgefunden worden war. Auch Velberter Landwirte bereiten sich in diesem Jahr auf einen etwaigen Ausbruch vor oder versuchen sogar, diesen komplett zu verhindern; ähnlich wie 2018, als es im nahe gelegenen Belgien zum Ausbruch der Schweinepest gekommen war.

Verantwortlich für die Untersuchung der Pest ist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), ein Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es untersteht dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das FLI erklärt: „Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind.“ In Mitteleuropa erfolge eine Übertragung der Krankheit durch Kontakt mit infizierten Tieren, etwa durch Blut, durch die Aufnahme von Speiseabfällen, aber auch über andere indirekte Übertragungswege wie etwa kontaminierte Fahrzeuge oder Jagdausrüstung.

Besucher dürfen Schweine nicht füttern

Deshalb erklärt der Hof zur Hellen: „Wir müssen uns der Gesetzeslage entsprechend darum kümmern, dass Besucher die Schweine nicht füttern und dass wir Kontakte der Hausschweine zu Wildschweinen verhindern.“ Das Risiko – zumindest was Wildschweine betrifft – sei für den Hof im Moment aber absehbar, weil es in der Gegend einfach nicht besonders viele gebe. Wichtig ist: Die ASP ist keine so genannte Zoonose, kann also nicht zwischen Tier und Mensch übertragen werden. Die Krankheit sei „daher für den Menschen ungefährlich“, wie das FLI sagt.

Ganze Populationen bedroht

Und trotzdem: Die Pest bedroht im Zweifel ganze Haus- und Wildschwein-Populationen. In Brandenburg, rund um die nun gefundenen Fälle, wurde mit Zäunen eine Sperrzone errichtet, Tiere sollen auf keinen Fall den Bereich verlassen können. Wäre ein Schweinehof betroffen, müssten dort alle Tiere getötet werden. Genau das wollen Landwirte natürlich vermeiden. Der Hof zur Hellen sieht dem Ganzen aber noch gelassen entgegen, wohl auch wegen der Vielfalt des dortigen Angebots: „Für uns hat das nicht die wirtschaftliche Relevanz wie für einen Hof, der auf Schweinemast spezialisiert ist.“

Bis zum 15. September wurden in Europa laut FLI 9182 Infektionen nachgewiesen. Spitzenreiter ist Polen mit 3266 infizierten Tieren, gefolgt von Rumänien mit 1308. In den meisten Ländern finden sich deutlich mehr infizierte Wildschweine als Hausschweine.

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