Bildung

Velberter Kita-Kinder bauen ihr eigenes Gemüse an

Sahra zeigt mit ihre Kresse-Raupe.  Sie schon vor Wochen Kresse ausgesät und kann sie nun bald ernten.

Foto: Uwe Möller

Sahra zeigt mit ihre Kresse-Raupe. Sie schon vor Wochen Kresse ausgesät und kann sie nun bald ernten. Foto: Uwe Möller

Die Kolping-Kindertagesstätte Hardenberger Hof feiert den Tag des Schulgartens. Und Jungen und Mädchen präsentieren ihre Kresse-Raupen

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Konzentriert blickt Ciara auf die beiden Augen, die sie soeben auf eine mit Erde gefüllte Socke geklebt hat. Minutiös träufelt sie ein paar Kressesamen darauf. „Jetzt taucht ihr die Kresse-Raupe vorsichtig mit dem Kopf ins Wasser“, ruft eine Erzieherin. Was sich nach Tierquälerei anhört, ist eine der verschiedenen Maßnahmen der Kindertagesstätte Hardenberger Hof zum Tag des Schulgartens.

Kleine Nautr- und Entdeckerlandschaft

Bereits im Jahr 2017 wurde auf dem Hof der Kita ein alter Sandkasten zu einer kleinen Natur- und Entdeckerlandschaft umgestaltet. Seitdem beobachten die Kindergartenkinder täglich die Entwicklung der Pflanzen - Kartoffeln, Möhren und viele andere Gemüsesorten blühen voller Leben; umschwirrt von Hummeln und den verschiedensten anderen Insekten.

„Die Kinder finden das super, sie entdecken einiges“, sagt Sandra Hein, Teilbereichsleiterin der Kita. Die wahre Beet-Expertin ist sie jedoch nicht. Zu dieser hat sich Erzieherin Kerstin Bernhardt quasi in Eigenregie weitergebildet. An diesem Morgen hält sie die bunt bemalten Kalender der Kinder in den Händen. Darauf zu sehen ist die Entwicklung der Pflanzen: Nach acht Tagen waren die Möhren schon recht groß, ein paar Tage später ist die Kürbispflanze eingegangen: Den wachen Augen der Kinder und ihrem bunten Kalender entgeht keine Veränderung an den Pflanzen.

Herkunft des Essens klären

Für die Kinder soll der Anbau in dem recht neu geschaffenen Garten nicht nur ein Zeitvertreib sein. Stattdessen lernen sie viel über die Herkunft ihres Mittagessens. „Sie sehen hier, wie das entsteht, was sie da auf dem Mittagstisch stehen haben“, erzählt Erzieherin Bernhardt. So werde den Kindern klar, dass etwa Zucchinis nicht im Supermarkt wüchsen, sagt sie mit einem Lachen.

Garten dient der Förderung der Sinne

Einen weiteren Vorteil hat der Garten: Er dient der Förderung der Sinne. Neben neuen Begriffen („Zucchini“ stellt selbst für ausgewiesene Experten der Philologie ein mittelschweres Hindernis dar) lernen die Kinder, wie sich die verschiedenen Gemüsesorten anfühlen, wie sie schmecken und riechen. „Viele der Kinder wissen das gar nicht“, sagt Bernhardt.

Immer wieder kämen auch Eltern zu der Anbaufläche. „Wir haben viele verschiedene Nationen“, erklärt Leiterin Hein. „Das ist schön, weil wir die verschiedenen Geschichten hören. Einige haben in ihren Herkunftsländern sogar selbst etwas angebaut.“ Es ist kurz vor elf und Ciara hat ihre Kresse-Raupe mittlerweile ins Wasser getunkt. Wenn alles glatt läuft, sprießen bereits bald die Keimlinge.

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