Hoffest

Velberter Kinder machen auf Gut Hixholz den Kuhführerschein

Hanna beim entspanntesten Teil des Kuhführerscheins: Streicheleinheiten für die Vierbeiner gehören nämlich auch dazu.

Hanna beim entspanntesten Teil des Kuhführerscheins: Streicheleinheiten für die Vierbeiner gehören nämlich auch dazu.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Zwei Velberter Höfe sind seit 15 Jahren Lernbauernhöfe – der Örkhof und Gut Hixholz. Auf Letzterem wurde nun der Kuhführerschein gemacht.

Auch Kühe mögen Pizza – das lernen die Kinder heute auf dem Gut Hixholz. Unter der Anleitung von „Kuhbäuerin“ Claudia Greshake machen die kleinen Tierfreunde nämlich ihren Kuhführerschein. „Heu ist der Teig“, versucht sich die sechsjährige Vivien an die Zutaten zu erinnern, „Und dann kommen Zuckerrüben.“ Prompt widerspricht Freundin Zoe. Sie ist fest davon überzeugt, dass Müsli zu einer richtigen Kuhpizza gehört.

„Wisst ihr eigentlich, dass wir heute Geburtstag feiern?“, fragt Greshake ihre Zuhörer und scherzt, „Ich werde heute nämlich 15 Jahre alt.“ Mit großen Augen schauen die Kinder zu ihr auf. Das können sie dann doch nicht glauben. „Na gut“, lenkt die Bäuerin ein, „Aber unser Lernbauernhof feiert sein Jubiläum.“ Das feiert das Gut mit einer Woche voller spannender Aktionen rund um das Hofleben.

Sebastian hat sich für „seine“ Kuh schon einen Namen ausgesucht

„Bei einem Kuhführerschein sollen die Kinder die Kühe füttern, melken und streicheln“, erklärt Claudia Greshake. Heute gibt es aber noch einen kleinen Bonus, denn die Klauenpflege schaut im Stall vorbei. Das hat auch Sebastian noch nicht gesehen, obwohl er seine Ferien schon oft auf dem Gut verbracht hat. Er hat sich eine Lieblingskuh ausgesucht und weiß schon genau, wie er sie nennen wird: Sebastian der Zweite.

Obwohl heute die gefleckten Vierbeiner im Mittelpunkt stehen, dürfen die Kinder doch einen Abstecher zu den Eseln machen. Staunend scharren sich die Kinder um das Gehege. Die Eselsmutter hat genug von ihrem kleinen Sohn und verpasst ihm einen heftigen Tritt. „Also seit froh, dass wir unsere Streitigkeiten mit Worten lösen können“, kommentiert Greshake und lacht, „Stellt euch nur vor, dass eure Eltern euch einfach treten würden.“

Funktionierender Betrieb, kein Streichelzoo

„Das besondere an unserem Hof ist, dass nichts inszeniert wird“, findet die Bäuerin, es handle sich um einen vollkommen authentischen Ort. Trotz der vielen Aktionen ist Gut Hixholz noch immer ein funktionierender Milchkuhbetrieb. „Hier ist man wirklich im Kuhstall und nicht in einem Streichelzoo“, erklärt sie. Bei den meisten Tieren sind Streicheleinheiten aber erlaubt. Seit dem Brand konnte die Familie die Ställe auch entsprechend kindgerecht anpassen. „Solche Gitter würde man sonst nicht für Ziegen verwenden“, demonstriert die Bäuerin, und auch der Kaninchenstall ist jetzt begehbar.

Der siebenjährige Lewis steht ein wenig beunruhigt vor dem hohen Zaun, der das Gehege der beiden Schweine eingrenzt, und sieht ihnen bei ihrem Kampf ums Essen zu. „Ich habe Angst, dass die über den Zaun springen“, flüstert er besorgt, doch die anderen können ihn beruhigen. Dann geht es aber auch schon weiter, denn jetzt ist Spielzeit angesagt. Egal ob auf der Strohrutsche oder im Maisbad, überall dürfen die kleinen Besucher herumtollen

Gruppe lernt sich an dem Tag erst kennen

Mit einem Glöckchen klingelt Claudia Greshake schließlich die aufgeregten Kinder herbei. Auch ein Mikro hilft ihr dabei sich Gehör zu verschaffen. Die Gruppe hat sich heute erst richtig kennengelernt, da kann es schon mal etwas wilder werden. „Manche Stadtkinder hatten sogar nie zuvor Kontakt zu Tieren“, erzählt sie, während sie das Geschehen aufmerksam überwacht, „Aber wenn man dann sieht, wie viel ruhiger alle werden, geht einem wirklich das Herz auf.“

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