Landjugend

Velberter Kinder entdecken spielerisch den Bauernhof

Carl hat einen tierischen gefleckten Freund gefunden und traut sich schon nach kurzem Kennenlernen, dem Kalb ganz nah zu kommen.

Carl hat einen tierischen gefleckten Freund gefunden und traut sich schon nach kurzem Kennenlernen, dem Kalb ganz nah zu kommen.

Foto: Ulrich Bangert

Neviges.   Tag des offenen Hofes lockte Kinder mit Stall-Besichtigung und Streichelzoo. Familie Stiefeling zeigte Betrieb und begegnete Vorurteilen.

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Vorsichtig streckt Lias seine Hand durch den Zaun, reckt sich auf Zehenspitzen näher an das Gitter, bis seine Finger sanft das braune Fell erreichen. „Das ist ganz weich“, quietscht der kleine Nevigeser, als er den Esel streichelt, der Vertrauen fasst und näher an Lias herantrottet. Beim Tag des offenen Hofes der Landjugend Neviges gab es am Sonntag im Streichelzoo nicht nur Tiere zum Anfassen, sondern auch Bauernhofluft zu schnuppern.

Bauern wollen zeigen, wie es hinter Stalltüren aussieht

„Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, wie die Tiere hier gehalten werden“, erklärt Heike Stiefeling, die zur Familie des Milchviehbetriebes am Fettenberger Weg gehört, der am Sonntag die Stalltüren für Besucher weit öffnete. Alle zwei Jahre organisiert die Landjugend das große Hoffest für Familien, reihum an einem anderen Betrieb.

„Es heißt oft, dass Bauern alles kaputt machen, oder ihre Tiere nicht artgerecht halten“, sagt Lars Kampmann, der sich im Vorstand der Landjugend engagiert. Diese Vorurteile wolle die Landjugend aus dem Stall kehren und zeigen, „dass es sehr wohl um das Wohl der Tiere geht.“ Und die mussten morgens nach den heftigen Regenfällen in der Nacht erst einmal ins Trockene gebracht werden: „Der Kälberstall ist nass geworden“, erzählt Heike Stiefeling, „und die Bullen standen auch im Wasser.“

Starker Regen floss bis zu den Tieren in die Ställe

Ins Wasser wäre der Tag des offenen Hofes jedoch nicht gefallen, stattdessen kümmert sich die Landjugend pfiffig um Lösungen: „Der Parkplatz hat den Regen zwar gut verkraftet“, sagt Lars Kampmann schmunzelnd, „für den Notfall steht aber ein Traktor bereit, um Autos aus der Wiese zu ziehen.“ Aus misslichen Lagen hingegen befreit die Tierrettung der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal Dönberg in Not geratene Vierbeiner. Sandra Skorupp-Wagenknecht von der Feuerwehr zeigt, wie das Tierrettungsgeschirr funktioniert. Noch zu klein, um in eine missliche Lage zu geraten sind die Kälbchen, die alle Kindern mit großen Augen betrachten. Mit aufgemalten Kuhflecken im Gesicht und Strohhalm der Kakao-Tüte im Mund, wirbeln die kleinen Besucher über den Hof, springen in Gummistiefeln durch Pfützen und waschen gleichzeitig die schmutzigen Hände darin.

Spielerisch lernen Kinder die Milchproduktion kennen

Mit Spaß können Kinder sogar etwas lernen: „Sie sollten wissen, woher Milch und Fleisch kommen“, findet Besucherin Katrin Hähner, die einen Kinderwagen über den Bauerhof schiebt. „Es ist wichtig, dass ein Bewusstsein dafür erschaffen wird, dass Fleisch einmal ein Lebewesen war, und Milch nicht aus der Tüte kommt.“

Kinder dürfen fast alles auf dem Bauernhof anfassen

Auch Jeanette Hartwig aus Heiligenhaus findet die Aktion gelungen: „Es ist super, dass die Kinder alles anfassen dürfen.“ Das allerdings gilt dann doch mit einer Ausnahme: Die Bienen, die zu hunderten in einem Schaukasten über die Waben krabbeln, bleiben hinter der Scheibe. „So kann aber jeder mal so nah herankommen, wie er sich das sonst nicht trauen würde“, erklärt Imker Sven Vogler lachend.

>>> NICHT NUR BAUERN IN DER LANDJUGEND

60 Mitglieder im Alter von 15 bis 35 Jahren engagieren sich in der Landjugend Neviges. Der Gruppe gehören Schüler, Studenten und Auszubildende an.

Aber nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern auch aus anderen Bereichen: Vom Floristen bis zum Schreiner kann jeder mitmachen. Infos gibt es auf www.landjugend-neviges.de.

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