Politik

Velberter Jusos sorgen mit Sprüh-Aktion für Aufsehen

So sieht er aus, der Spruch, den die Jusos mit Kreidespray überall im Stadtgebiet verbreiten.

So sieht er aus, der Spruch, den die Jusos mit Kreidespray überall im Stadtgebiet verbreiten.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Der SPD-Nachwuchs besprüht momentan Straßen im Stadtgebiet, um die Bürger zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Geschehen aufzufordern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wer momentan durch die Fußgängerzone – oder die Innenstädte von Langenberg und Neviges – schlendert, stößt irgendwann unweigerlich auf weiße Kreide auf grauem Asphalt. Wer dann anderthalb Sekunden Lebenszeit investiert, wird lesen können: „Ein besseres Velbert kommt nicht von alleine.“

Die über die ganze Stadt verteilten Schriftzüge entstammen den Kreidespray-Dosen der Jusos. „Wir hatten vor einem Monat die Idee“, erklärt Sebastian Hampf, Mitarbeiter der Velberter Sozialdemokraten. Angelehnt sei der Slogan an einen alten SPD-Spruch aus den 70er-Jahren. Damals hatte die Bundes-SPD unter dem Motto „ein besseres Deutschland kommt nicht von allein“ Wahlkampf gemacht.

Es ist kein Wahlkampf, es geht um Aufmerksamkeit

Zwar zieht die „Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD“, wie die Jusos offiziell heißen, gerade nicht in den Wahlkampf, trotzdem wollen die „Roten“ wieder mehr Aufmerksamkeit, „auch im Zuge der Erneuerung der SPD“, wie Hampf erklärt. Und das, obwohl Velbert eine der Kommunen war, in denen die SPD bei den Landtagswahlen 2017 als Sieger vor der Union das Feld verließ. Eine Tatsache, die trotzdem nicht zum Wahlsieg reichte, besteht der Wahlkreis 39 doch nicht nur aus Velbert, sondern zusätzlich noch aus Wülfrath und Teilen von Mettmann; und hier gewann die CDU nun mal mit hauchdünnen 0,5 Prozentpunkten Vorsprung.

Diese Tatsache, gemischt mit den Wirrungen um die Bundes-SPD, erklärt, warum die Sozialdemokraten nun voll auf Öffentlichkeit setzen. „Der Spruch soll in die Köpfe der Bürger“, sagt Hampf – und spricht umgehend von der positiven Resonanz, die die SPD auf die Aktion erhalten habe.

„Politik findet überall statt – auch im Kleinen“

Ein netter, auf Asphalt gesprühter Spruch ist eine Sache. Was aber soll der Satz realpolitisch bedeuten? „Es geht darum“, erklärt Hampf, „dass das Partizipieren eines jeden Bürgers wichtig ist.“ Er denkt kurz nach. „Dass den Menschen viel stärker bewusst werden soll, dass sich Politik überall findet und im Kleinen anfängt: Bei den Müllgebühren, Straßen, Öffentlichen Verkehrsmitteln – das ist alles Politik.“ Was Hampf und Konsorten aber wohl vor allem kommunizieren wollen: „Politik auf lokaler Ebene ist nicht kompliziert. Jeder kann sich engagieren.“ Und damit sei explizit nicht nur das Parteienwesen gemeint: „Menschen können zum Beispiel jetzt bei der Hitze die Bäume in ihrer Umgebung gießen. Mit dem Kreidespruch soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass jeder etwas beitragen kann.“

Flyer und Postkarten folgen

In Zukunft wollen die Sozialdemokraten noch Flyer oder Postkarten zu ihrem Kreide-Spruch legen. Selbst regelmäßige Folgeaktionen seien denkbar. „Wir werden uns dafür aber nochmal zusammensetzen“, erklärt Hampf, „wenn dann etwas Neues zustande kommt, werden die Menschen das erfahren“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben