Förderung

Velberter Initiative unterstützt Familienzentrum Langenberg

Beim Konzept Marte Meo wird die Interaktion zwischen Elternteil und Kind gefilmt.

Beim Konzept Marte Meo wird die Interaktion zwischen Elternteil und Kind gefilmt.

Foto: Markus Joosten

Langenberg.   Das Familienzentrum Langenberg bekommt vom Verein Not neben Dir 2000 Euro. Damit soll ein spezielles Elterncoaching angeboten werden.

Immer wieder gibt es Situationen, in denen Eltern mit ihren Kindern nicht weiterwissen, „wenn der Sohn partout nicht aufräumen oder die Tochter sich absolut nicht anziehen will“, nennt Birgit Schlag ein paar Beispiele. Sie ist die Leiterin des Familienzentrums an der Frohnstraße und freut sich aktuell über eine Spende des Velberter Vereins Not neben Dir, einer Initiative des früheren Geschäftsmannes Hans-Jürgen Rauch.

Verein ist interessiert, „Geld an der richtigen Stelle einzusetzen“

Mit dem Geld – 2000 Euro gibt der Verein – soll ein Elterncoaching nach dem Marte-Meo-Prinzip finanziert werden. „Damit können wir mindestens fünf Familien unterstützen“, ist Birgit Schlag begeistert. „Unser Ziel ist es immer, benachteiligte Kinder zu fördern“, begründet Hans-Jürgen Rauch das Engagement der Initiative. „Zumal dieses Projekt auch Nachhaltigkeit in die Eltern-Kind-Beziehung bringen soll.“ Der Verein sei immer interessiert daran, das Geld, „das wir haben, an der richtigen Stelle einzusetzen“, sagt Rauch. „Und hier sind wir davon überzeugt, dass das passt.“

Konzept ist nachhaltiges Elterncoaching

Bei dem Konzept Marte Meo handelt es sich um ein nachhaltiges Eltern-Coaching, erläutert Birgit Schlag. „Das Prinzip wird immer nur mit der Person umgesetzt, die entweder am meisten mit dem Kind zu tun oder die meisten Schwierigkeiten mit dem Kind hat“. Im Detail bedeutet das: Die Mutter oder der Vater interagiert mit dem Kind und wird dabei gefilmt. Im Nachgang wird dann das Video analysiert.

„Die Eltern erleben ihr Verhalten dann von außen, sozusagen aus der Fremdwahrnehmung“, sagt die Leiterin des Familienzentrums. „Das macht einen großen Unterschied.“ Vergleichbar sei das Prinzip mit den Videoanalysen im Profi-Sport. „Von außen sieht man oft Dinge, die man in der Situation selbst ganz anders erlebt“, sagt Birgit Schlag.

Kleinigkeiten können Beziehungen behindern

Und manchmal sind es Kleinigkeiten, die die Beziehung zwischen Elternteil und Kind schwierig machen. „Das ist mit einem Zahnrad vergleichbar“, sagt Birgit Schlag. „Steckt da irgendwo ein Staubkorn und blockiert ein Zahnrad, dann gerät die ganze Maschinerie ins Stocken.“ Genau so sei das in zwischenmenschlichen Interaktionen. „Oft ist es nur eine Kleinigkeit.“ Wenn etwa das Kind den Blickkontakt vermeidet, um seine Position durchzusetzen, „dann hilft es nicht, dem Kind zu sagen: Schau mich an“, sagt Birgit Schlag. Vielmehr müsse der Erwachsene lernen, sich interessanter zu machen „als die Gedanken des Kindes.“

Geht das Konzept auf – meist sind mehrere Sitzungen nötig – „dann passiert auch was beim Kind“, ist sich Birgit Schlag sicher. Schon kleine Verhaltensänderungen des Erwachsenen könnten beim Nachwuchs „was in Gang setzen“.

>>VEREIN SUCHT WEITERHIN MITSTREITER

  • Der Verein Not neben Dir suche auch weiterhin „neue Mitstreiter, sei es als Mitglied oder als Unterstützer oder Sponsor“, sagt Hans-Jürgen Rauch. Gefördert werden diverse Projekte, etwa das Kibaz (Kinderbewegungsabzeichen) oder Schwimmkurse.
  • Erreichbar ist Not neben Dir unter anderem im Internet (www.not-neben-dir.de) oder per E-Mail dein@velbert.plus.

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