Schulpolitik

Velberter Gymnasien wollen zum Abi nach neun Jahren zurück

Nach neun Jahren auf dem Gymnasium werden Velberter Schüler künftig wieder ihre Abiturprüfungen schreiben.

Foto: dpa/Felix Kästle

Nach neun Jahren auf dem Gymnasium werden Velberter Schüler künftig wieder ihre Abiturprüfungen schreiben. Foto: dpa/Felix Kästle

Velbert.   Alle drei Velberter Schule sprechen sich für das Abitur nach neun Jahren aus. Das GSG will dennoch weiterhin Ganztagsunterricht anbieten.

Die drei Gymnasien der Stadt sind sich einig: Die Vorteile überwiegen bei der Rückkehr zu G9. Im Gespräch mit den Schulleitern der drei Velberter Gymnasien wird deutlich: Die Umstrukturierung der Lehrpläne, Klassenstrukturen und Lehrmaterialien bis zum Schuljahresanfang 2019 stellt die Schulen vor große Herausforderungen. Trotzdem sei die Wiedereinführung des neunstufigen Klassensystems der richtige Schritt.

Beschluss der neuen Landesregierung steht fest

Der Beschluss der Landesregierung steht fest: zum Schuljahr 2019/20 soll das Abitur nach neun Jahren auf dem Gymnasium zum Regelfall werden. Nur wenn in der Schulkonferenz eines Gymnasiums die Zweidrittelmehrheit für die Beibehaltung des G8 stimmt, bleibt alles beim Alten. In Velbert wird dies nicht passieren.

Am Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums fand jetzt die Lehrerkonferenz statt, bei der es um den Wechsel der Modelle ging. „Fast 100 Prozent der Lehrer haben für die Rückkehr zur alten Schulform gestimmt“, berichtet Schuldirektor Michael Anger. Das Grundgefühl, dass dies die richtige Entscheidung ist, bestätigen Eltern und Lehrer. Auch wenn Anger berichtet, dass sich das G8 in seiner Schule inzwischen gut eingespielt hat. „Anfängliche Probleme wie zusätzliche Hausaufgaben zum Nachmittagsunterricht haben sich geregelt. Für viele Schüler war das Gymnasium in acht Jahren gut machbar.“ Trotzdem trägt er die Entscheidung für das neunstufige Gymnasium mit, auch wenn er zu bedenken gibt: „Es wird das alte G9 in seiner früheren Form so nicht mehr geben.“ Veränderungen bezüglich der Stundenzahlen seien zu erwarten.

Schulkonferenz brachte Gewissheit

Die Schulkonferenz vor den Herbstferien brachte auch im Geschwister-Scholl-Gymnasium die Gewissheit: Die Wiedereinführung des G9 trifft auf breite Zustimmung. Schulleiter Reinhard Schürmann sagt: „Über 90 Prozent der Schüler, Eltern und Lehrer sprachen sich für die Umstellung aus.“

Bei einer Schulkonferenz sind die drei Gruppen Schüler, Eltern und Lehrer in gleicher Stärke repräsentiert. Ein Wunsch bei G8 zu bleiben, existiert bei keinem – mit gutem Grund, wie Schürmann berichtet: „Die Abiturienten machten bei uns teils schon mit sechzehneinhalb Jahren ihren Abschluss. Den Schülern fehlt einfach die Zeit sich auch sozial zu entwickeln und zu reifen.“

Ausweitung der Stundentafel

„Auch wird die Ausweitung der Stundentafel, die das achtjährige Gymnasium mit sich brachte, als sehr stressig empfunden.“ Dennoch wird nicht einfach die Uhr zurück gedreht: Dass das Geschwister-Scholl-Gymnasium Ganztagsschule bleibt, ist im Gespräch und wird von vielen Eltern gewünscht.

Die Tendenz geht auch im Gymnasium Langenberg klar in Richtung G9. Schulleiter Markus Überholz betont: „Wir möchten uns aktiv für das G9 entscheiden und nicht nur automatisch, durch die Entscheidung des Ministeriums, zurückkehren.“

Zulauf für Musikschulen

Doch es gibt noch viele offene Fragen: Wie wird die Stundentafel aussehen, welche Fächer bekommen nun mehr Stunden? Beginnt die Fremdsprache nun wie gehabt in der sechsten Klasse, oder doch wieder in der siebten?

Ein Vorteil aber, da sind sich alle Direktoren einig, ist die zu erwartende Wiedereinführung der Mittleren Reife mit Beendigung der zehnten Klasse, noch vor dem Eintritt in die Oberstufe. „Das liegt mir persönlich für die Schüler am Herzen“, erklärt Überholz. „Auch würde es mich freuen, wenn Vereine und Musikschulen dann wieder mehr Zulauf hätten.“

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