Verkehr

Velberter Grüne fordern Tempo 30 an der Sternbergstraße

Der Verkehr auf der Sternbergstraße belastet die Anwohner. Die Velberter Grünen wollen Abhilfe schaffen.

Foto: Alexandra Roth

Der Verkehr auf der Sternbergstraße belastet die Anwohner. Die Velberter Grünen wollen Abhilfe schaffen.

Velbert-Mitte.   Geschwindigkeitsbegrenzung und einspurige Verkehrsführung im Gespräch. So sollen Lebensqualität für die Anwohner und Verkehrssicherheit steigen.

Die Bündnisgrünen machen sich für mehr Lebensqualität und weniger Lärm in der Sternbergstraße stark, die bekanntlich ein Teil des Innenstadtrings ist. Sie beantragen am heutigen Montag im Bezirksausschuss-Mitte, der mit dem Umwelt- und Planungsausschuss tagt, dass die Verwaltung vorschlagen soll, wie sich dort die Lärmemissionen mindern lassen.

Hintergrund ist nicht zuletzt der Umstand, dass auf dem Grundstück einer ehemaligen Fabrik Wohnhäuser errichtet werden sollen. Die Attraktivität dieses innenstadtnahen Wohnstandorts droht jedoch womöglich dadurch geschmälert zu werden, dass die künftigen Bewohner erheblichen Lärmbelästigungen durch den Straßenverkehr ausgesetzt sein könnten. Darauf hat nach Auskunft der Grünen das Kreisgesundheitsamt Mettmann in einer Stellungnahme hingewiesen.

Geschäftsmann empfindet Raser als „absolute Zumutung“

„Wir sehen unseren Antrag, mit dem Ziel die Verkehrsgestaltung an der Sternbergstraße zu ändern, als einen Pilotantrag an, in dem es einfach darum geht, hier anwohnerfreundliche Bedingungen zu schaffen. Dazu sollte aus unserer Sicht die Höchstgeschwindigkeit auf 30 begrenzt sein. Die bisher zweispurige Einbahnstraße könnte auf einspurig herabgesetzt und dadurch neue Parkflächen gewonnen werden. Eine deutliche Senkung der Lärmemissionen unter gleichzeitiger Erhöhung der Verkehrssicherheit ist da unser Hauptanliegen“, betont Andreas Kanschat, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen.

Anlieger Uwe Ranke, Geschäftsführer und Inhaber von „Top Hair“, bewertet den Vorstoß positiv: „Ich bin auch für eine 30er-Zone, denn, wenn man sieht, wie hier Autos häufig mit 70, 80 oder sogar 90 Sachen durch die Straße rasen, ist es gerade auch für viele ältere Leute, die teilweise zu Fuß hierher kommen, eine absolute Zumutung auf dem schmalen Bürgersteig.“

„Ich halte von diesem Antrag überhaupt nichts!“

Unter den Geschäftsleuten und Anwohnern der Sternbergstraße gibt es allerdings auch andere Standpunkte und Meinungen. „Ich halte von diesem Antrag überhaupt nichts! Was soll das denn bitte schön bringen? Das riesige Verkehrsaufkommen wird dadurch ja insgesamt auch nicht weniger. Die ganzen Lkw, die Geschäfte in der Innenstadt beliefern, müssen doch trotzdem anteilig hier durch“, hält Stefan Reute von „Reute Electronic“ dagegen. „Wenn man dann eine einspurige Einbahnstraße mit einem Tempolimit von 30 hat, staut sich doch der Verkehr täglich mit Ansage, und dadurch werden die Lärmemissionen für die Anwohner garantiert nicht gesenkt.“

Täglich durchfahren circa 10 000 Autos das Umfeld

Ein Argument, das Andreas Kanschat nicht ohne weiteres akzeptieren will, obwohl nach Auskunft der Technischen Betriebe Velbert (TBV) täglich circa 10.000 Autos das unmittelbare Umfeld der Sternbergstraße durchfahren. „Das Verkehrsaufkommen ist dort tatsächlich nicht so heftig, wie man vielleicht auf den ersten Blick meinen könnte. Aber die Große Koalition aus CDU und SPD wird unseren Antrag in der Sitzung ohnehin ablehnen, da sie ja angeblich dem Verkehrsentwicklungsplan für Velbert nicht vorausgreifen will, dessen mögliche Maßnahmen zunächst im ersten Quartal 2018 überhaupt erstmal nur diskutiert werden sollen“, befürchtet der Grünen-Politiker. Nach Ansicht der Antragsteller kann man mit entsprechenden Maßnahmen das gesamte Umfeld vor allem familien- und seniorenfreundlich entwickeln: „Diese Umgestaltung kommt somit auch direkt dem Investor zugute.“

Die beiden Ausschüsse tagen ab 17 Uhr im Saal Velbert des Rathauses und befassen sich im öffentlichen Teil ebenfalls mit dem Nutzungskonzept zum Forum Niederberg, dem „Bürgerforum“.

>>> Die Zukunft des Forums wird beraten

Bezirksausschuss Velbert-Mitte sowie Umwelt- und Planungsausschuss befassen sich in ihrer Sitzung am Montag (17 Uhr, Rathaus, Saal Velbert) auch mit der Zukunft des Forums.

Bei einer Bürgerversammlung hatte das Beratungsbüro Richter erste Pläne für das neue Bürgerforum vorgestellt. Danach soll um eine größere Bücherei ein Kommunikationszentrum entstehen. Der Umbau soll 27 Millionen Euro kosten, 90 Prozent davon aus Fördermitteln.

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