Hoffest

Velberter Erlebnisbauernhöfe feiern gemeinsam Geburtstag

Claudia Greshake vom Gut Hixholz (l) und Heike Adelberger vom Örkhof freuen sich auf das gemeinsame Hoffest.

Claudia Greshake vom Gut Hixholz (l) und Heike Adelberger vom Örkhof freuen sich auf das gemeinsame Hoffest.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg/Velbert-Mitte.  Die Velberter Höfe Gut Hixholz und Örkhof sind beide seit 15 Jahren Lernbauernhöfe. Jetzt wird gemeinsam gefeiert – und zurückgeblickt.

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Gleich zwei Lernbauernhöfe feiern in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag: Der Bauernhof zum Anpacken auf dem Örkhof und der Lernbauernhof Gut Hixholz. Beide laden in einer gemeinsamen Geburtstagsaktion Velberter Kinder zum Mitfeiern ein.

„Wir haben ganz unabhängig voneinander angefangen“, erzählen Claudia Greshake von Gut Hixholz und Heike Adelberger vom Örkhof, „und uns dann auf Fortbildungen und bei den Erlebnisbäuerinnen NRW kennen gelernt.“ In den Sommerferien sei dann die Idee aufgekommen, den Geburtstag gemeinsam zu feiern.

Zwei Vormittage pro Hof

„Jeder von uns gestaltet nun also in den Herbstferien jeweils zwei Vormittage“, sagt Claudia Greshake, „und zwar so, dass wir uns nicht in die Quere kommen“, sagt sie und lacht. Jedes Kind kann dann pro Hof eine Aktion buchen (Termine in der Infobox), „so dass möglichst viele verschiedene Kinder einen schönen Ferientag auf einem Hof verbringen können“, sagt Heike Adelberger.

Programme und Module entwickelt

In den 15 Jahren seit Bestehen der Erlebnisbauernhöfe ist an beiden Standorten eine Menge passiert, berichten die beiden Gründerinnen: „Wir haben verschiedene Themen und Module entwickelt, die zu den jeweiligen Höfen passen.“ Es gehe darum, die Schwerpunkte so zu setzen, dass „die Kinder und Jugendlichen kennen lernen, was bei uns ohnehin da ist.“ Mit anderen Worten: Auf dem Gut Hixholz steht zum Beispiel das Thema Milchwirtschaft im Fokus, auf dem Örkhof wiederum Gemüseanbau.

„Wir sind ein Betrieb“, sagt Claudia Greshake, „wir wollen die Arbeit für Kinder erlebbar machen. Sie schauen den Mitarbeitern über die Schulter und sollen auch selbst Probleme lösen.“ Was gut funktioniert, ergänzt Heike Adelberger: „Die Lehrer sind oft ganz erstaunt, welche Lösungen Kinder finden können.“

Engagement in der Naturerlebnispädagogik

Beide Höfe engagieren sich zudem in der Naturerlebnispädagogik. „Ökologische Zusammenhänge gehen immer mehr verloren“, bedauern Greshake und Adelberger. „Und man kann nur schützen, was man auch kennt.“ Deswegen gibt es im Programm zum Beispiel Bachforscher oder Wiesenforscher. Lernbauernhöfe seien zunehmend wichtig, „denn wir haben im Laufe der Jahre schon eine gewisse Entfremdung festgestellt.“

Jede Führung ist anders – eine interessante Erfahrung für viele Kinder

Das fängt damit an, dass Kinder und Jugendliche den Lauf der Jahreszeiten gar nicht mehr richtig einschätzen können. „Das Thema Kartoffel kann ich zum Beispiel nicht im März anbieten, dafür kann man die Fledermäuse im Winter nicht sehen“, sagt Claudia Greshake. „Selbst jede Führung ist anders“, fährt Heike Adelberger fort. „Das Wetter ist anders, die Ziegen büxen aus. Und das merken die Kinder auch. Es gibt jeden Tag etwas anderes zu beobachten.“

Und noch etwas ist den beiden aufgefallen: Wiesen sind vor allem für Stadtkinder fast schon eine fremde Welt: „Viele lernen halt, dass die Wiesen zwischen Wohnblöcken eher Hundeklos sind. Da geht man nicht drauf.“ Weshalb sich diese Kinder dann erst einmal schwer damit tun, die Wiese am Hof zu betreten. Ist die Scheu aber überwunden, „dann laufen die erst mal los“, hat Claudia Greshake festgestellt. „Für uns ist das nur eine kleine Wiese, aber viele Stadtkinder sind so viel Platz gar nicht gewohnt.“

Was auf dem Boden liegt, kann man essen

Heike Adelberger hat ein anderes Phänomen entdeckt: „Kinder, die aus er Stadt kommen lernen, dass Sachen die auf dem Boden liegen auch besser dort bleiben.“ Für viele sei es dann „unbegreifbar, wenn wir Möhren aus der Erde holen oder Nüsse vom Boden aufsammeln.“ Aber „so lernen die Kinder dann, wo das Essen her kommt.“

Über mangelnden Zuspruch können sich Heike Adelberger und Claudia Greshake auch nach 15 Jahren nicht beschweren, die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Einrichtungen läuft gut. Und doch: „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Gruppen zu uns kommen“, denn ein Tag auf dem Lernbauernhof vor der Haustür könne „mindestens genauso spannend sein, wie der Tagesausflug nach Düsseldorf.“

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