Arbeitswelt

Velberter Betriebsräte beklagen zu wenig Fortbildung

Fortbildung ist in Zeiten zunehmender Digitalisierung besonders notwendig, findet die IG Metall.

Fortbildung ist in Zeiten zunehmender Digitalisierung besonders notwendig, findet die IG Metall.

Foto: Fabian Strauch

IG Metall-Umfrage in 16 Velberter Betrieben: Nur 40 Prozent der Unternehmen haben Qualifizierung im Hinblick auf die Digitalisierung ausgeweitet

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Zwar redet die Wirtschaft immer von den Veränderungen, die die Digitalisierung nach sich zieht – doch nicht alle Betriebe tun genug, um ihre Mitarbeiter für diese Anforderungen der Zukunft fit zu machen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der IG Metall unter den Betriebsratsvorsitzenden von 16 großen Velberter Industrieunternehmen. Dabei gaben rund 60 Prozent der Befragten an, einen „großen“ oder „sehr großen“ Veränderungsdruck durch die Digitalisierung zu spüren. Doch gerade einmal 40 Prozent der Betriebe hätten die Möglichkeiten zur Qualifizierung der Beschäftigten erweitert, hieß es weiter.

Fördermittel beantragen

Das allerdings könne sich bitter rächen, sagt Hakan Civelek, Geschäftsführer des IG-Metall-Bezirks Velbert. Denn: „Die Unternehmen müssen hier dringend handeln, um den Anschluss an die technologische Entwicklung nicht zu verlieren.“ Der Gewerkschafter bemängelt, dass Firmen nicht genügend in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten investierten. „Das wäre angesichts der Wucht der Veränderungen in der Arbeitswelt aber dringend nötig.“

IG Metall vermittelt

Weiterbildungen würden die Unternehmen auch nicht unbedingt viel kosten, da es dafür Förderprogramme und Unterstützung seitens der Arbeitsagenturen gebe – und zwar „in Millionenhöhe“. Die Programme müssten die Unternehmen aber auch abrufen. „Das tun sie allerdings oft nicht, viele Arbeitgeber kümmern sich nicht ausreichend darum“, schildert Civelek. Hilfestellung könne da die IG Metall leisten, die als Vermittlerin den Kontakt zwischen Betrieben und den Arbeitsagenturen herstellen könne.

Arbeitsagenturen stellen die Programm vor

Auch würden die Chefs der Arbeitsagenturen gerne ihre Programme etwa bei Betriebsversammlungen in den Unternehmen vorstellen. Dabei könnten auch Betriebsvereinbarungen zwischen den Arbeitgebern und ihren Beschäftigten zu Weiterbildung geschlossen werden.

Wie ernst die Lage für die Unternehmen werden könnte, wenn sie nicht zeitig auf eine Qualifizierung setzten, drückt Civelek dann so aus: „Wer die Digitalisierung nicht rasch anpackt, für den ist der Zug schnell abgefahren.“ Denn dann sei die Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der sich rapide veränderten Marktbedingungen akut gefährdet.

Angst vor Abbau von Arbeitsplätzen

Dies schlage sich auch negativ auf die Stimmungslage der Mitarbeiter nieder: „Bei der Umfrage gab ein Großteil an, dass sie Angst vor einem Arbeitsplatzabbau in ihrem Unternehmen hätten“, berichtet der Velberter IG-Metall-Geschäftsführer. Lediglich in einem Betrieb werde mit mehr Jobs in der Zukunft gerechnet. Und: „Über 90 Prozent der Befragten sagen auch, dass die psychische Belastung am Arbeitsplatz zugenommen habe“, so Civelek.

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