Literatur

Velbert: Mordspur im Krimi führt in den Mariendom

Der Fall ist fiktiv, der Lieblingsplatz des Krimi-Mordopfers real: Autorin Tanja Heinze im Mariendom, hier hielt sich Lukas Grimm besonders gern auf.

Der Fall ist fiktiv, der Lieblingsplatz des Krimi-Mordopfers real: Autorin Tanja Heinze im Mariendom, hier hielt sich Lukas Grimm besonders gern auf.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  Die Franziskaner haben Neviges verlassen, das Kloster steht leer. Doch in Tanja Heinzes Krimi „Aralandia“ spielen die Brüder eine Hauptrolle.

Das Entsetzen ist groß, als ein Tierpfleger in der Freiflugvoliere Aralandia die Leiche eines Jungen entdeckt. Neben dem 13-Jährigen liegt sein Lieblingspapagei Gamba – ebenfalls tot. Vergiftet mit Batrachotoxin, dem Pfeilgift der Indianer. Zwar ist der Tatort in Tanja Heinzes neuem Krimi „Aralandia“ der Grüne Zoo Wuppertal, doch in keinem anderen ihrer früheren Romane stecke „so viel Neviges“, wie Tanja Heinze sagt: Nicht nur, dass das Opfer Lukas Grimm, ein hochbegabter Jugendlicher, in der Hügelstraße wohnt. Lukas pflegte auch eine enge Verbindung zu den Franziskanern, besonders zu Pater John. Und streifte er nicht durch den Zoo, so hielt er sich am liebsten im Mariendom auf.

„Miss Marple“ ermittelt

Weshalb musste Lukas sterben? Ein weiterer Fall für Mathilde Krähenfuß, der ebenso schrulligen wie liebenswerten „Miss Marple“ aus Wuppertal. Die Hobby-Ermittlerin bringt auch in Tanja Heinzes neuem Roman ihren Neffen, Hauptkommissar Herbert Mucke, das ein oder andere Mal zur Verzweiflung. Denn eigentlich soll seine Tante nicht überall ihre Nase hineinstecken. Doch auch in diesem Fall muss der Profi die Waffen strecken und sich im Nachhinein eingestehen: Ohne den Spürsinn der „Adlerkralle“, wie sein Kollege ein wenig respektlos Mathilde Krähenfuß nennt, liefe der Mörder noch immer frei herum.

Enge Beziehung zur Wallfahrt

„Neviges ist für mich ein Stück Heimat. Wenn ich früher als Kind hörte, wir fahren nach Neviges, war ich immer ganz aufgeregt und überglücklich“, erzählt Tanja Heinze. Und auch später, als Schülerin des Wuppertaler St. Anna Gymnasiums, sei Neviges oft Ziel gewesen: „Wir haben viele Wallfahrten nach Neviges gemacht. Der Dom, das alles hier, das ist mir sehr vertraut.“ Der Mariendom und die Franziskaner spielen daher auch eine entscheidende Rolle in „Aralandia“, mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur so viel: Geschickt versteht es Tanja Heinze in ihrem kurzweiligen und amüsanten Roman, den Spannungsbogen zu halten. Und auch, wenn der Fall völlig frei erfunden ist, ein paar Körnchen Realität streut die 44-Jährige stets ein.

Opfer war fasziniert von der Religion

So erfährt Mathilde Krähenfuß, als sie die trauernde Familie des Jungen in der Hügelstraße besucht, unter anderem, dass der Vater als Sekretär im Wallfahrtsbüro angestellt ist: „Die Zukunft meines Mannes ist ungewiss“, sagt die Mutter des toten Jungen angesichts des drohenden Weggangs der Franziskaner. „Aber es wird Nachfolger für die Brüder geben, davon bin ich überzeugt.“ Mathilde Krähenfuß indes nimmt sich im Stillen vor, alsbald Pater John auf die Pelle zu rücken, bevor die Franziskaner Neviges verlassen – kannte er doch Lukas so gut wie kein anderer. Unter Tränen erzählt ihr die Mutter, Lukas habe keine Hobbys wie andere Jungs in dem Alter gehabt. Nur zwei Dinge hätten ihn fasziniert: Zum einen sei die Religion seine Leidenschaft gewesen, insbesondere Marienerscheinungen, und zum anderen die Intelligenz von Vögeln. Hobby-Ermittlerin Mathilde Krähenfuß weiß: Sie muss hier eine Verbindung herstellen – dann hat sie auch diesen Fall gelöst.

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