Kultur

Velbert-Langenberg: Gregorian Voices in der Eventkirche

Die stimmungsvolle Beleuchtung in der Eventkirche in Velbert-Langenberg schaffte die richtige Atmosphäre für die „Gregorian Voices“.

Die stimmungsvolle Beleuchtung in der Eventkirche in Velbert-Langenberg schaffte die richtige Atmosphäre für die „Gregorian Voices“.

Foto: Editha Roetger

Langenberg.  Die „Gregorian Voices“ begeistern in der Langenberger Eventkirche ihre Zuhörer – und sind nach dem Konzert ganz publikumsnah.

Nur die Kanzel leuchtete in Blau- und Lilatönen, während das Publikum in der Eventkirche im Dunkeln saß und sich gänzlich auf die gregorianischen Klänge konzentrieren konnte. Vor dem ehemaligen Altar standen acht Sänger in Mönchskutten gekleidet im Halbkreis und sangen sakrale Lieder aus längst vergangenen Jahrhunderten.

Wiederholt hatten „The Gregorian Voices“ für ein ausverkauftes Haus an einem Donnerstagabend und zufriedene Gäste gesorgt. Während der erste Teil authentisch gänzlich von sakraler und mittelalterlicher Musik bestimmt war, bei der vor allem harmonische, ruhige und berührende Töne von vier Tenören, zwei Baritonen und zwei Bässen zu hören waren, traten im zweiten Teil nach der Pause die individuellen Stärken der Sänger in den Vordergrund.

Gesang passt zum Veranstaltungsort

Nicht nur die Stimmen sind bei dem bulgarischen Chor ausgewogen, in der Gruppe finden sich auch Sänger fast jeden Alters zwischen 25 und 60 Jahren. Auch wenn das ursprünglich als Neue Kirche benannten Gebäude sehr viel jünger ist, es wurde im August 1880 eingeweiht, passten die gregorianischen Choräle aus dem neunten bis zwölften Jahrhundert, orthodoxe Gesänge des 13. bis 14. Jahrhunderts sowie Lieder aus der Renaissance und des Barocks hervorragend in die wunderschöne Kulisse. Nicht nur optisch.

Panagiotis Kalywis, der griechisch-orthodoxen Glaubens aufgewachsen ist, fühlte sich an heimische Kloster in Griechenland erinnert: „Ich finde es meditativ.“ Ehefrau Cora Kalywis war zum ersten Mal bei einem Konzert dieser Art und offen für eine neue Erfahrung: „Ich verbinde das gar nicht mit einem Gottesdienst. Faszinierend finde ich, wie verschieden die acht Sänger singen. Sehr bewegend und authentisch.“ Oft habe sie die Augen beim Zuhören geschlossen und sich ganz auf die Musik konzentriert.

Moderne Songs in sakralem Gewand

Während die Lieder vor der Pause überwiegend in lateinischer und alt-slawischer Sprache gesungen wurden, beides tote Sprachen, ging es im zweiten Teil auf Englisch weiter. Nach Leonard Cohens Hallelujah präsentierten die Sänger Evergreens von Elvis bis Simon and Garfunkel und schafften es, den durchweg bekannten Liedern eine ganz eigene Note zu geben. Gerade bei den modernen Liedern wurde die Stimmvielfalt der „Gregorian Voices“ noch sehr viel deutlicher hörbar.

Weiter hinten war die Akustik nicht so gut

Auch Ines Müller fand die Musik gelungen: „Super“. Allerdings saß die Langenbergerin recht weit hinten, wo gerade die leisen Töne nicht ganz so gut hörbar waren. Müller hat auch CDs und als sie erfuhr, dass der Chor in Langenberg auftritt, besorgte sie sich die Karten: „Ich war erst skeptisch, bezüglich alter und moderner Musikauswahl. Aber ich fand jetzt beide gleich klasse!“ Freundin Grit Mackay unterschied indes: „Ich fand den ersten Teil schöner, weil urtümlicher und originell. Vor allem die tiefen vokalen Töne des Hauptsängers brachten mir Gänsehautegefühle.“

Sänger sind publikumsnah

Aus Tönisheide war Christine Goßmann mit Freundin und Nachbarin Helga Ehlert angereist: „Spitzenmäßig, imponierend, tolle Stimme, einfach toll und beeindruckend.“ Da waren sich die beiden Frauen einig. Sie saßen in der ersten Reihe: „Die Akustik war super.“ Ehlert und Goßmann nutzten die Gelegenheit, sich im Anschluss mit den Sängern fotografieren zu lassen. Auch mit dem musikalischen Leiter des Abends, Anton Petrov, der als Bass auch solistisch sang.

Latein ist nicht jedermanns Sache

Den weitesten Weg hatte wohl Cornelius Baak aus Bad Endbach zurück gelegt: Knapp zwei Stunden mit dem Auto hatte er in Kauf genommen, diese Musikrichtung nur aus den Medien gekannt: „Das hat sich gelohnt!“ Er hätte gerne gerade im der ersten Hälfte den Text verstanden. Doch unterm Strich fand er die Choräle am schönsten: „Die Akustik fand ich toll!“

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