Soziales

Velbert-Langenberg: Bosnische Gemeinde zieht nach Mitte

Elvir Kovacevic ist der Vorsitzenden der Bosnischen Gemeinde Velbert. Hier steht er mit Imam Asim Babic in der neuen Teestube des Gemeindezentrums an der Friedrichstraße in Velbert-Mitte.

Elvir Kovacevic ist der Vorsitzenden der Bosnischen Gemeinde Velbert. Hier steht er mit Imam Asim Babic in der neuen Teestube des Gemeindezentrums an der Friedrichstraße in Velbert-Mitte.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Seit 1994 existiert die Bosnische Gemeinde in Velbert-Langenberg. Nun wird der Raum zu klein. In Velbert entsteht ein neues Gemeindezentrum.

Leuchtend weiß erstrahlt die Decke, große Fenster lassen viel Tageslicht in den Raum. Der Boden ist mit einem kunstvoll gemusterten Teppich ausgelegt. Klebestreifen markieren den Abstand, den die Gläubigen einhalten müssten – wenn sie den Gebetsraum denn schon nutzen dürften.

Elvir Kovacevic steht in der Eingangstür, schaut sich um. „Alles größtenteils Eigenarbeit“, sagt der großgewachsene Vorsitzende der Bosnischen Gemeinde Velbert. Ein wenig Stolz schwingt mit, die Augen strahlen. „Fehlt nur noch die endgültige Nutzungsgenehmigung.“

Gemeinde vor 28 Jahren gegründet

Seit 2014 gehört der Gemeinde die ehemalige Gaststätte an der Friedrichstraße in Velbert-Mitte – und seit dem läuft die Renovierung. Doch angefangen hat die Gemeinde vor jetzt schon 28 Jahren in Langenberg, berichtet der Vorsitzende.

„Seit 1992 sind wir in Velbert“, sagt Elvir Kovacevic, „an der Feldstraße 5 haben wir einen Raum bekommen.“ Denn damals suchten die überwiegend bosnischen Muslime einen Ort, an dem sie sich treffen konnten – zum Gebet, aber auch einfach nur zum Austausch untereinander. „Damals hatten wir für den Abschluss des Ramadan einen Raum in Heiligenhaus gemietet. Aber das konnte keine dauerhafte Lösung sein.“ Schließlich fand die Gemeinde ihre Heimat in Langenberg.

Von 30 auf 150 Mitglieder angewachsen

Was dem Gemeindeleben guttat: Angefangen mit 30, 40 Mitgliedern wuchs die Zahl der Frauen, Männer und Kinder, die sich anschlossen, auf mittlerweile 150. Zu viele für den kleinen Raum in Langenberg. „Also haben wir uns umgeschaut, mehrere Jahre gesucht und sind dann 2014 fündig geworden“, berichtet Elvir Kovacevic.

Seit dem wird renoviert, Stück für Stück, „wie es das Spendenaufkommen zulässt“, erklärt der Vorsitzende. Ist dann die Nutzungsgenehmigung endgültig erteilt – und sind die Corona-Beschränkungen weiter gelockert bzw. aufgehoben – dann soll das neue Gemeindezentrum aber nicht nur zum Gebet genutzt werden.

Gesellschaftliches Leben fördern

Die Teestube dient dann dem Austausch der Gemeindemitglieder, „die können hier Kaffee trinken, Gesellschaftsspiele spielen, wir wollen Bücher anschaffen“, zählt Kovacevic auf. Außerdem könnten in dem Raum auch Hochzeiten nach muslimischem Ritus oder Kindergeburtstage gefeiert werden.

„Dann möchten wir Schulungen im Rahmen unseres Glaubens anbieten, zum Beispiel Religionsunterricht für Kinder.“ Einige Gemeindemitglieder hätten auch den Wunsch geäußert, im Koran lesen zu dürfen. „Dazu würden wir dann Sprachkurse anbieten, damit unsere Mitglieder auch das Arabische lesen können.“

Soziales Engagement in der Kommune

Geplant ist außerdem die Teilnahme am Tag der offenen Moschee: „Wir wollen uns öffnen und über uns und unseren Glauben aufklären“, erläutert Elvir Kovacevic. „Wir möchten gerne Vorurteile abbauen.“ Auch sonst ist die Gemeinde vielfältig aktiv: Der ehemalige Vorsitzende ist Mitglied des Integrationsrats der Stadt Velbert, die Gemeinde beteiligt sich an Sportveranstaltungen und am Dialog der Kreispolizei mit den Moscheevereinen im Kreis Mettmann.

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