Kolping-Weihnachtsmarkt

Velbert: Ein Markt, der im Zeichen des Reibekuchens steht

Markus Schemken (von links), Margret Kostka, Adelheid Mendorf und Bärbel Höher verkaufen wieder ihre leckeren Reibekuchen auf dem Kolping-Weihnachtsmarkt

Markus Schemken (von links), Margret Kostka, Adelheid Mendorf und Bärbel Höher verkaufen wieder ihre leckeren Reibekuchen auf dem Kolping-Weihnachtsmarkt

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Großen Anklang fand wieder der Weihnachtsmarkt der Kolpingfamilie in Velbert. Dabei wurden aber nicht nur leckere Reibekuchen angeboten.

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Trotz des schlechten Wetters am Wochenende kommen immer wieder Menschen vorbei, die vor allem Reibekuchen zum sofortigen Verzehr oder auch zum Mitnehmen kaufen: Drei Hütten stehen neben der St. Marien-Kirche auf dem Kolpingplatz – und laden an drei Tagen nicht nur zum Essen ein.

So backt die Kolpingsfamilie Velbert seit 44 Jahren Reibekuchen zu Weihnachten. Zunächst waren sie auf dem zentralen Velberter Weihnachtsmarkt vertreten, nun seit vier Jahren mit einem kleinen, eigenen Adventsmarkt. Zu Zeiten des Velberter Weihnachtsmarktes haben sie dort mitgemacht, dann änderten sich die Organisatoren, der Markt selbst glich einer Partymeile. „Mit eingeflogenem Nikolaus und befremdlicher Musik“, erinnert sich Markus Schemken, der für die Organisation des jetzigen kleinen Marktes verantwortlich ist. Doch: „Das ist für uns nicht Weihnachten“, begründet er diese Entscheidung.

In den Tagen zuvor werden massenweise Zwiebeln und Kartoffeln geschält

Die Logistik für die Herstellung der Reibekuchen ist auf dem Kolpingplatz einfacher geworden und beeindruckt dennoch. In der gut fünf Quadratmeter großen Hütte stehen mindestens fünf Leute. Die brauche man auch, sobald sich der Markt fülle. „Dann backen zwei, zwei verkaufen, einer füllt den Reibekuchenteig nach.“

Das ist aber längst nicht alles. Schon an zwei Tagen vorher werden die Zwiebeln geschält. „Wenn du die halbe Treppe runterkommst, fängst du schon an zu heulen“, lacht Michael Wolframm, der 1. Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Zur Marktzeit sitzen dann mindestens sechs bis sieben Menschen im Keller des Kolpinghauses und schälen Kartoffeln. Besser gesprochen: Arbeiten die frisch geschälten Kartoffeln nach, das Schälen hat zuvor die nostalgisch anmutende Kartoffelschälmaschine übernommen. Aber nicht fehlerfrei, weshalb die Erdäpfel nachbearbeitet werden müssen.

Reibekuchen werden nach „Ommas“ Rezept gemacht

Paul Kutscher lacht: „Ich wurde zum Maschinisten befördert.“ Er holt die schweren Kartoffelsäcke ran und bedient die Schälmaschine, die bestimmt schon seit 30 Jahren dort schält. Kartoffelschälchefin Elke Schenk steht an der Reibe, „Ommas“ Rezept hängt auf Holz verewigt an der Kellerwand, damit der gute Geschmack erhalten bleibt und nicht in Vergessenheit gerät. Tatsächlich haben die Reibekuchen der Kolpingsfamilie einen vorzüglichen Ruf und rechtfertigen den Besuch bei egal welchem Wetter.

Im Gang stehen dann die geschälten Kartoffeln, und es geht wieder hoch auf den Markt, wo gerade der Schichtwechsel stattgefunden hat. Die Männer, die jetzt übernommen haben, sind seit 15 Jahren ein eingespieltes Team. Sie feiern ihren Schichtbeginn mit einer unverkäuflichen Variante: Lachs auf frischem Reibekuchen. Unter ihnen ist auch Wolframm, der seit 40 Jahren Reibekuchen backt. Gut gelaunt trotzen sie dem Wetter und backen eifrig. Die Erlöse des Marktes gehen allesamt in soziale Projekte – die der Kolpingsfamilie in transparente Projekte, zu denen die Mitglieder meistens in persönlichem Kontakt stehen: „Das ist uns wichtig!“, betont Schemken und verweist auf eine Liste von Projekten, die an der Hütte angeschlagen ist.

Auch die Jugend von St. Marien hilft tatkräftig

Noch nicht ganz so routiniert sind die Jugendlichen der „Jugend St. Marien“, die mit insgesamt 20 Aktiven für ihre Jugendarbeit am Start sind und leckere Crêpes und Waffeln anbieten. Normalerweise organisieren sie Ferienfreizeiten und -aktionen des Stadt-Jugendrings. Jetzt gerade verkaufen Leon Krämer, Maria Wormland und Julian Graedtke die heißen und süßen Sachen. Ihr Erlös geht in die Jugendkasse. Davon werden Spiele gekauft, aber auch „Mehl und Milch, gerade jetzt in der Weihnachtszeit, damit es überall gemütlich wird“, weiß Julian Graedtke.

Natürlich darf auch die KG Urgemütlich, die Karnevalsabteilung der Kolpingsfamilie, bei dem Markt nicht fehlen. Noch verkauft Christian Nikolaus, Präsident des Velberter Festausschusses und Schriftführer der KG, Glühwein – doch später wird er seinem Nachnamen gerecht und verteilt am Nikolaustag Überraschungen an die kleinen Marktbesucher. Auch der Erlös der Glühweinhütte geht in soziale Projekte. Und: Wer es in diesem Jahr nicht geschafft hat, sollte sich bereits jetzt die Reibekuchen des kleinen Adventsmarktes im kommenden Jahr vormerken.

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