Stichwahl

Velbert: Drei Fragen zu der Bürgermeister-Stichwahl

Viele Wahlkampfplakate weisen auf die Bürgermeister-Stichwahl am 27. September hin. Die Bürger haben die Wahl zwischen Amtsinhaber Dirk Lukrafka (CDU) sowie Herausforderin Esther Kanschat (Grüne).

Viele Wahlkampfplakate weisen auf die Bürgermeister-Stichwahl am 27. September hin. Die Bürger haben die Wahl zwischen Amtsinhaber Dirk Lukrafka (CDU) sowie Herausforderin Esther Kanschat (Grüne).

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Velbert.  Am Sonntag entscheidet sich, wer Bürgermeister oder Bürgermeisterin von Velbert wird. Dirk Lukrafka und Esther Kanschat beantworten drei Fragen.

Bleibt Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU) im Amt – oder gibt es in Velbert erstmalig mit Esther Kanschat ein grünes Stadtoberhaupt? Diese Fragen entscheiden sich am Sonntag (27. September) bei der Stichwahl für das Amt des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin. Hier stellen sich der Bürgermeister und seine Herausforderin noch einmal in drei Fragen und Antworten vor.

1. Warum sollten die Wähler und Wählerinnen für Sie stimmen?

Dirk Lukrafka: Ich habe unter Beweis gestellt, dass ich es kann. Mit mir als Bürgermeister haben wir in den vergangenen sechs Jahren in Velbert vieles erreicht und vorangetrieben. Doch damit gebe ich mich nicht zufrieden. Den von uns eingeschlagenen Weg möchten wir gemeinsam mit Velberts Bürgerinnen und Bürgern weitergehen und unsere schöne Stadt weiter voranbringen – mit nachhaltigen Plänen, tragfähigen Konzepten und vielen frischen Ideen. Mit mir als Bürgermeister wird Velbert auch zukünftig wirtschaftlich, ökologisch und sozial ausgewogen, nachhaltig und zukunftsorientiert geführt. Velbert liegt mir am Herzen – das Wohl unserer Stadt und das ihrer Menschen steht für mich immer im Mittelpunkt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist es mir eine besondere Herzensangelegenheit, mich weiter mit voller Kraft für die Belange unserer Bürgerinnen und Bürger sowie für Velberts Unternehmen, den Einzelhandel und die Gastronomie einzusetzen.

Esther Kanschat: Ich stehe für Veränderung und den Wechsel, nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in allen Bereichen des täglichen Lebens. Das heißt zum einen, weg von zu wenig Bürgernähe, wie sie bis zu dieser Wahlkampfperiode gegeben war, hin zu einer offenen und greifbaren Bürgermeisterin. Zum anderen brauchen wir endlich eine echte Ausrichtung auf nachhaltige und zukunftsorientierte Politik. Das gilt für den Wirtschafts- und Dienstleistungssektor, für das Sozial- und Schulwesen, Flächen- und Bebauungsplanverfahren, innerstädtische Klimaschutzmaßnahmen und natürlich für die Verkehrswende mit einem verbesserten Öffentlichen Nahverkehr und einem alltagstauglichen Radwegenetz. Zudem soll das sogenannte „Digitale Rathaus“ für mehr Transparenz und weniger Bürokratie sorgen.

2. Warum sind Sie der bessere Kandidat dafür, die Verwaltung zu führen - und würden Sie in der Verwaltung etwas ändern wollen?

Dirk Lukrafka: Um einen großen Verwaltungsbetrieb wie den der Stadt Velbert zu führen, bedarf es großer Sachkenntnis und Erfahrung in diesem Bereich. Durch mein berufliches Rüstzeug als Jurist und Betriebswirt mit über zehn Jahren Verwaltungserfahrung in verschiedenen Funktionen sowie die vergangenen sechs Jahre als Bürgermeister dieser Stadt besitze ich das nötige Können, das Wissen und die Befähigung, um die Verwaltung zu führen – und nach vorne zu bringen. Nicht nur aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung müssen wir die Strukturen unserer Verwaltung weiterentwickeln. Aus diesem Grund möchten wir unter anderem eine „Velbert-App“ einführen, damit Leistungen und Kommunikation der Stadtverwaltung für unsere Bürger in die digitale Welt gebracht und damit noch transparenter werden. Eine gute Verwaltung zeichnet sich durch ständige Veränderungen und Anpassungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger aus.

Esther Kanschat: Als Bürgermeisterin und Leiterin der Verwaltung stelle ich in vielen Bereichen die Verbindung zu den Bürgern und Bürgerinnen, den Vereinen, Organisationen, der Wirtschaft und der Politik her. Dafür benötigt man Kompetenz und Menschenkenntnis. Das erfordert Offenheit und die Eigenschaft, für alle ansprechbar zu sein. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, verbunden mit einem umfassenden beruflichen Erfahrungsspektrum: Ich arbeitete im In- und Ausland für einen großen Chemiekonzern, war in Velbert für ein kleines Unternehmen als Selbstständige tätig, bin seit elf Jahren Fraktionsvorsitzende der Grünen im hiesigen Ortsverband und arbeite seit 13 Jahren als Lehrerin an einem Gymnasium. Privat lebe ich in einer großen Patchworkfamilie. All das zeigt meine Vielseitigkeit und Flexibilität. Ich kann mich in neue Sachverhalte und Umgebungen sehr schnell einarbeiten und mir die nötige Fachkompetenz rasch aneignen. Darüber hinaus habe ich ein großes Team an Fachleuten hinter mir. Aber das Entscheidendste ist für mich: Kompetenz und Organisationsverständnis kann man sich aneignen. Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Integrität, Empathie sowie ein gesundes Demokratieverständnis hat man – oder eben nicht. Dazu möchte ich die Fachverwaltung stärken, damit allen in der Stadt objektivere, sachorientierte Vorlagen, Gutachten und Stellungnahmen zur Verfügung gestellt werden. Einige Veränderungen werden sich aber erst konkretisieren lassen, wenn ich Bürgermeisterin bin.

3. Was würden Sie als erste Amtshandlung(en) in die Wege leiten, wenn Sie wiedergewählt beziehungsweise gewählt werden?

Dirk Lukrafka: Ich kann die drängenden Aufgaben sofort und ohne Anlaufzeit anpacken. In Zeiten wie diesen steht die Bewältigung der Corona-Pandemie an erster Stelle. Mit Hilfe meines Rathaus-Teams werden wir Velberts Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen bei uns vor Ort weiter gut durch die Krise führen. Dazu gehören für mich genauso die gastronomischen Betriebe und der Einzelhandel. Hier werde ich ganz nah dran bleiben. Auch werden wir den Glasfaserausbau mit Hochdruck vorantreiben, da schnelles Internet gerade angesichts von Home-Office und Schulbetrieb mit Kontaktbeschränkung noch dringlicher geworden ist. Doch bleibt die Welt während der Corona-Pandemie nicht stehen. Weiter ganz vorne auf meinem Plan stehen unter anderem neue Kindergartenplätze und Klimaschutz vor Ort.

Esther Kanschat: Zuerst würde ich mich allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadt vorstellen und mit ihnen über meine Ideen und mögliche Veränderungen in der Stadtverwaltung sprechen, gleichzeitig meine Ziele für Velbert erläutern und um ihre Meinung und Zusammenarbeit bitten. Für mich ist selbstverständlich, dass meine neue Aufgabe ein Geben und Nehmen sein muss. Das bedeutet, dass die Erfahrungen und Vorschläge der Verwaltung immer mit einfließen müssen in zukünftige Entwicklungen. Doch inhaltlich muss eine klare Linie stehen: Bei allen Planungen und Projekten sind neben den ökonomischen Aspekten auch immer die ökologischen Gesichtspunkte zu überprüfen und berücksichtigen.

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