Kriminalität

Velbert: Den Taschendieben ihr kriminelles Handwerk legen

Polizeihauptkommisar Thomas Körner beriet eine Passantin in Velbert Mitte.

Polizeihauptkommisar Thomas Körner beriet eine Passantin in Velbert Mitte.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Polizei und Seniorenberater gaben vor der Sparkasse Tipps, wie sich Bürger vor Taschendieben schützen können. Passanten waren selbst schon Opfer.

Das Handy oder das Portemonnaie stecken hinten in der Hosentasche, die Tasche hat keinen Reißverschluss – wer so in der Stadt unterwegs ist, wird schnell Opfer von Taschendieben. Weil im ersten Halbjahr 2020 kreisweit insgesamt 243 Taschendiebstähle angezeigt, davon alleine 70 Fälle im Stadtgebiet Velbert, informierten Beamte des Kriminalkommissariats Prävention/Opferschutz, zwei Bezirksdienstbeamte der Polizeiwache Velbert sowie Seniorenberater des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit (ASS) Passanten in der Fußgängerzone über die Tricks der Diebe und die beste Vorbeugung.

Aufklärung für die Mitmenschen

Carola Büchter und Helmuth Spathmann sind ASSe, also Seniorenberater des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit, und schon seit fünf Jahren im Einsatz für die Aufklärung ihrer Mitmenschen. „Wir sprechen die Menschen an, es kommen ja auch viele Bekannte vorbei. Wenn dann zum Beispiel eine Tasche vorn im Rollator steht und der Besitzer kurz stehenbleibt, um sich zu unterhalten, ist das Portemonnaie daraus schnell entwendet.“ Bisher sind die beiden glücklicherweise noch nie bestohlen worden, achten aber auch verstärkt darauf, Taschen richtig zu tragen „und nur soviel Geld dabeizuhaben, wie ich auch wirklich brauche“, so Büchter.

Beim Discounter bestohlen

Neben vielen anderen Velbertern, die sich Infomaterial mitgeben lassen, hat sich auch Elli Martens zu den Experten gestellt, gleich aus doppeltem Grund: „Vor zwei Tagen habe ich einen Anruf gehabt, der mit „Hier ist die Polizei“ begann. Da habe ich direkt aufgelegt“, erzählt die 81-Jährige. „Das war genau richtig“, loben Carola Büchter und Helmuth Spathmann, „damit schützen Sie sich am besten.“ Leider ist Martens außerdem vor einigen Jahren bestohlen worden: „Ich war beim Discounter einkaufen und kann mir gar nicht erklären, wann ich beklaut worden bin“, so die Seniorin, „aber als ich an der Kasse stand, war das Geld weg.“

Ein typischer Fall, wie Michael Schindowski vom Kriminalkommissariat Prävention berichtet, „solche Situationen, in denen die Aufmerksamkeit sich auf etwas anderes richtet und man im Zweifelsfall auch noch von Miteinkaufenden abgelenkt wird, sind prädestiniert für Taschendiebstahl.

Diebstahl im Bekleidungsgeschäft

Genauso typisch ist auch der Diebstahl im Bekleidungsgeschäft, gerade Frauen neigten dazu, beim Durchsuchen der Kleiderständer die Handtasche ein Stück nach hinten zu schieben, um die Hände frei zu haben. Genau das ist Wieslawa Dissarz passiert: „Vor zwei Jahren ist mir das in Essen so ergangen, 150 Euro waren weg. Ich hatte zum Glück keine Papiere dabei, aber das Ganze war ein Schock. Die mutmaßliche Täterin, ein junges Mädchen, habe ich sogar gesehen, zwei Tage später stand sie wieder im Laden und beobachtete Leute.“ Seitdem ist Dissarz allerdings sensibilisiert, die Polizeibeamten loben die vorbildliche Art, ihre Handtasche zu tragen – dicht am Körper und für sie sichtbar, den Reißverschluss nach innen gewandt.

Filigrane Arbeit

Die 70 Taschendiebstähle in Velbert in diesem Jahr hält Schindowski für „viel, aber noch nicht besorgniserregend“. Und er erinnert: „Taschendiebe sind Profis, die filigrane Arbeit machen. Die meisten Menschen merken gar nicht direkt, wenn sie bestohlen werden.“ Deswegen ist Vorbeugung der beste Schutz. Mit gutem Beispiel voran geht da auch Polizeihauptkommissar Thomas Körner – er trägt nur noch die unbedingt notwendigen Karten und einige Geldscheine bei sich, verstaut in einem Kartenhalter, der nur in sicheren (Innen-)Taschen aufbewahrt wird. Und er weiß, dass bei Ablenkungsmanövern Vorsicht geboten ist – denn Taschendiebe arbeiten oft im Team. Weitere Berichte aus Velbert lesen Sie hier.

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