Wirtschaft

Velbert: Betriebsräte schätzen Lage als schwierig ein

In den Firmen der Metallindustrie läuft es momentan nicht so gut. Vor allem Autozulieferer leiden unter der derzeitigen wirtschaftlichen Lage.

In den Firmen der Metallindustrie läuft es momentan nicht so gut. Vor allem Autozulieferer leiden unter der derzeitigen wirtschaftlichen Lage.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Velbert.  IG Metall Velbert hat in der Coronakrise eine Umfrage unter 41 Betriebsräten gestartet. In zwei Dritteln der Unternehmen gibt es Kurzarbeit.

Eine aktuelle Befragung unter 41 Betriebsräten in der Region Velbert zeigt, dass in rund 73 Prozent dieser Betriebe die aktuelle Situation schlecht bis sehr schlecht ist. Diese Situation spiegelt sich auch bei der Kurzarbeit wieder. So besteht zurzeit ebenfalls in 73 Prozent der Betriebe Kurzarbeit.

„In vielen Betrieben bewahren Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge, die eine Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld regeln, die Beschäftigten vor existenziellen Nöten. In anderen Fällen hilft der Beschluss des Koalitionsausschusses zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes, auf den die IG Metall lange gedrängt hat“, so Hakan Civelek, Geschäftsführer der IG Metall Velbert.

Viele Betriebe haben Liquiditätsengpässe

Sorgen bereite der IG Metall, dass in rund 60 Prozent der Betriebe bereits Liquiditätsengpässe bestehen, beziehungsweise in den nächsten 6 Wochen erwartet werden. Darum müsse dafür gesorgt werden, dass die von Bund und Land bereitgestellten Finanzierungsmittel jetzt auch schnell und unkompliziert in den Betrieben ankommen. Außerdem brauche es ein Konjunkturprogramm für die Zeit nach der Krise, um die Nachfrage schnell anzukurbeln. Vor allem der Auftragseinbruch bei Automobilzuliefern besorgt die IG Metall. „Die wirtschaftliche Rezession trifft die Niederberger Firmen mit voller Wucht“, so Civelek.

Gemeinsam über Krise beraten

Die Befragung zeige auch die große Bedeutung der Mitbestimmung in den Betrieben. In 91 Prozent der Betriebe haben Betriebsräte mit den Geschäftsführungen über die wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Folgen der Krise beraten. In vielen Betrieben führte dies zu konkreten Betriebsvereinbarungen, zum Beispiel zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, Aufrechterhaltung des Betriebs, Kurzarbeit, flexiblen Arbeitsmodellen oder Home-Office-Regelungen.

Fairer Umgang

Zum Umgang der Geschäftsführungen mit den Beschäftigten in der Krise zeichnen die Betriebsräte ein differenziertes Bild: Rund 47 Prozent sind der Einschätzung, dass die Unternehmen mit ihren Belegschaften mit Blick auf die Sicherung von Arbeit und Einkommen fair oder sehr fair umgehen. Weitere 35 Prozent schätzt das Verhalten der Unternehmen als akzeptabel ein. 18 Prozent berichten jedoch von einem unfairen bis sehr unfairen Umgang mit der Belegschaft.

Nachholbedarf besteht

Civelek: „Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit in der Mehrheit der Betriebe ordentlich läuft. Umso bedauerlicher ist es, dass da in einigen Geschäftsführungen leider noch deutlichen Nachholbedarf besteht. Das kann so nicht bleiben. Denn wir brauchen einen fairen Umgang, um Beschäftigung in den nächsten Monaten zu sichern und beim Wieder-Hochfahren der Industrie gute Regelungen zum Schutz der Beschäftigten gegen das Infektionsrisiko zu finden. Für die IG Metall hat die Gesundheit oberste Priorität. Darum ist die Einhaltung der Standards für Gesundheitsschutz grundlegende Voraussetzung für den Hochlauf der Betriebe oder bei der Rückkehr vom Home-Office.“

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