Schule

Umweltschutz macht in Neviges richtig Schule

Die Schulkinder Katharina-Sophie, Jana, Nick, Ela und Iljana (v. li.) machen während der Projekttage „Umweltschutz“ beim Upcycling mit. Aus Altem entsteht Neues.

Die Schulkinder Katharina-Sophie, Jana, Nick, Ela und Iljana (v. li.) machen während der Projekttage „Umweltschutz“ beim Upcycling mit. Aus Altem entsteht Neues.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Neviges.  Grundschule Tönisheide in Neviges widmet ihre Projekttage dem Thema „Umweltschutz“. „Tauschtreff“ hat auch beim Schulfest noch geöffnet.

Meine Güte, was ist das aber auch vertrackt. Diese verflixte kleine Knickerkugel kullert partout nicht willig durch den liebevoll geklebten, hübsch verzierten – und reichlich gemeinen – Parcours. Da kann Winfried Elsner den Schuhkarton, in dem die Schikanen aufgebaut sind, noch so gefühlvoll sachte heben und neigen. Dabei hat sich der Lehrer das eigentlich selbst eingebrockt. Er betreut nämlich die Gruppe „Upcycling“, eines der vielen Projekte bei den Projekttagen zum Thema „Umweltschutz“ an der Gemeinschaftsgrundschule Tönisheide. Dabei entstand auch dieses Geschicklichkeitsspiel.

An der Kirchstraße ist alle zwei Jahre kein normaler Schulalltag, sondern Projektunterricht angesagt. Zumeist eine ganze Woche lang, dieses Mal aber wieder einmal bloß an drei Tagen. Dabei wirbeln die 165 Kinder bunt durcheinander, weil die Gruppen traditionell jahrgangsgemischt formiert wurden. Terminiert wird das Ganze übrigens immer zum Ende des Schuljahres, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass dann beim Schulfest das Wetter besser ist.

Elterntaxi selbst bei kurzen Wegen

Zuletzt ging’s „In drei Tagen um die Welt“; das Thema „Umweltschutz“ habe man schon lange vor der Bewegung „Fridays for future“ im Blick gehabt, erzählt Bärbel Emersleben. Anstöße seien zum Beispiel der im Schulalltag anfallende Müll gewesen oder auch die Abgase der Elterntaxis. Viele Mütter und Väter brächten ihr Kind, mitunter selbst aus nächster Nähe, mit dem Wagen zur Schule. Beim Projektunterricht sagt die Schulleiterin (seit 2001), könnten die Kinder ihren Neigungen nachgehen. Die Lehrer des zwölfköpfigen Kollegiums stellten anonymisiert ihre Themenangebote auf Plakaten vor, und die Kinder dürften auf einem Wunschzettel bis zu drei Prioritäten aufschreiben. Das Ganze werde dann vom Team sortiert und zusammengestellt. „Aber ein Wunsch wird auf jeden Fall erfüllt“, versichert Emersleben.

Roboter und Schneekugeln

Beim „Upcycling – als alt mach neu“ werden aus Papphülsen von Klopapierrollen laute Rasseln. Eine Füllung mit Reis oder Erbsen tut’s. Ein stinknormales Marmeladenglas mutiert quasi im Handumdrehen zu einer Schneekugel, und Katharina (6) – „Ich bin aber bald sieben“ – hat aus Kartons und Flaschenverschlüssen einen Roboter gebastelt. Andere Kinder haben ein Kräuterbeet angelegt oder Papier geschöpft und mit Tatkraft die Frage beantwortet „Wie können wir Bienen helfen?“. Sie bauten Insektenhotels.

„Ganz wichtig ist uns Nachhaltigkeit“, betont Bärbel Emersleben beim Rundgang und steuert im Flur, durch den der Duft frischgebackener veganer Pfannkuchen als Alternative zu Fleisch wabert, das Klassenzimmer mit dem „Tauschtreff“ an. Hier geht fast alles, außer Essen, Getränke und Geld. Dinge wie Spielzeug, Bücher und Kleidung dürfen hingegen gerne den Besitzer wechseln.

„Tauschtreff“ ist noch gut bestückt

Ein Junge, erzählt Lina-Sophie, habe sein Skateboard für eine langersehnte Pokemon-Karte weggeben. Ball und Zauberwürfel wechselten die Besitzer. Lina-Sophie selbst ist bisher noch auf einem kleinen aufblasbaren Swimmingpool, Ohrringen und auch Spielen sitzen geblieben. Aber der von Barbara Wagner organisierte „Tauschtreff“ hat ja auch noch beim Schulfest der Grundschule geöffnet. Das findet an diesem Samstag, 15. Juni, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr statt. Drinnen und draußen, jedermann ist willkommen. Die Kinder präsentieren, was sie bei den Projekttagen von Mittwoch bis Freitag erfahren und geschaffen haben.

Besuch beim Bürgermeister ausgemacht

Auf Nachhaltigkeit dringt darüber hinaus auch die so genannte Baum-Petition. Auf dem Schulgelände, berichten zwei Mädchen, seien nämlich Bäume sowohl gefällt als auch vom Sturm umgekippt worden: „Bestimmt fünf Stück!“ Also wurde ein höfliche formulierte Petition aufgesetzt mit der unmissverständlichen Forderung bzw. Erwartung, doch bitteschön möglichst schnell für Ersatz zu sorgen. Der Text wurde kopiert und in die einzelnen Gruppen gegeben; beim Schulfest geht das Unterschriftensammeln natürlich noch weiter. Und in der übernächsten Woche hat die 4 b einen Termin mit Bürgermeister Dirk Lukrafka. Dann werden die Listen übergeben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben