Vorlesewettbewerb

Till Motzkau ist bester Vorleser der Stadt Velbert

Viel Publikum für die Sechstklässler – und vorne vier der acht Kandidaten (v.l.): Fabiana Micillo, Henri Bartsch, Melina Maus und Samir Velija.

Viel Publikum für die Sechstklässler – und vorne vier der acht Kandidaten (v.l.): Fabiana Micillo, Henri Bartsch, Melina Maus und Samir Velija.

Foto: Christof Köpsel

Velbert-Mitte.   Acht Sechstklässler hatten sich für den Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs qualifiziert. Einen Sieger zu finden ist dabei nicht leicht.

Es geht ins geheimnisvolle Königreich Narnia und an eine amerikanische Highschool, in den Zug mit Emil und in den Wald mit Ronja Räubertochter, ins Trainingscamp für Nachwuchsspione und zu einer Diebesbande aus lauter Kindern.

Fünfköpfige Jury entscheidet über den Sieger

Beim Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen haben sich die acht Schulsieger ganz unterschiedliche Romane ausgesucht. Besonders erfreulich aus Sicht eines Bücherfans – es sind ganz viele Klassiker dabei: Emil und die Detektive, Momo oder eben Ronja Räubertochter. Auch für mich ist der Wettbewerb spannend, denn ich soll als eines von fünf Jurymitgliedern die Leistung der Kinder bewerten. Mit mir am Tisch sitzen Martina Szubiak-Menne von der Ludgerusschule, Iris Lüttgens vom Nikolaus-Ehlen-Gymnasium, der Vorjahressieger Frederik Zündorf und Dezernent Gerno Böll.

Ein Fremdtext muss gelesen werden

Wir bekommen einen Bogen mit einfachem System an die Hand: Für Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis gibt es Punkte. Zuerst lesen die Schülerinnen und Schüler einen Text, den sie sich selbst ausgesucht haben. Drei Minuten haben sie Zeit, und alle haben fleißig geübt. Beinahe schauspielerisch tragen sie die Dialoge vor, manche suchen zwischendurch den Blickkontakt zum Publikum. Es wird viel gelacht, etwa wenn das Teenie-Mädchen von ihren überraschenden Erfahrungen mit dem Haustier des eigenen Bruders erzählt. Das ist nämlich ein Stinktier.

Es ist nicht einfach, die Sechstklässler zu bewerten

Dann wirds komplizierter – ein fremder Text soll gelesen werden. Auch hier gibt es Punkte für Lesetechnik und Textgestaltung. Es ist nicht einfach, die Sechstklässler zu bewerten. Alle geben sich Mühe, alle sind aufgeregt – und immerhin sind alle Bücherfans. Allein dafür haben sie schon Punkte verdient. Immer wieder frage ich mich, ob ich nicht zu streng bei der Punktvergabe bin (bin ich nicht, stellt sich in der Jury-Sitzung heraus).

Die Besprechung der Jury geht schnell vorbei

Was auffällt: Beim Fremdtext – „Unendlich mal unendlich mal mehr“ von Ingrid Ovedie Volden – sind alle acht Kinder besser als beim selbst ausgesuchten. Sie konzentrieren sich mehr, achten mehr auf Satzbau und Dialoge. Sie nehmen sich einfach mehr Zeit. Die Besprechung der Jury geht schnell. Wir addieren die Punkte, sprechen ein wenig über die Kandidaten, dann geht’s wieder raus.

Gespannt hocken die Elf- und Zwölfjährigen in der ersten Reihe, dahinter drücken Eltern, Lehrer, Geschwister und Freunde die Daumen. Die Siegerehrung übernimmt Bürgermeister Dirk Lukrafka. Er lobt alle acht Teilnehmer ganz besonders. Und überreicht einem sichtbar gerührten Till Motzkau schließlich die Siegerurkunde.

<<< TILL MOTZKAU FÄHRT ZUM KREISENTSCHEID

Bereits zum 60. Mal richtete die Zentralbücherei den Vorlesewettbewerb in Velbert aus. Dahinter steckt der Börsenverein des deutschen Buchhandels, der den Wettbewerb einst ins Leben gerufen hat.

Der Sieger – Till Motzkau – tritt nun am 15. Februar in Langenfeld beim Kreisentscheid für die Stadt Velbert an.

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