Verkehr

Taxifahren im Kreis Mettmann wird teurer

Die Fahrt mit dem Taxi wird teurer. Grund ist unter anderem die Erhöhung des Mindestlohns.

Die Fahrt mit dem Taxi wird teurer. Grund ist unter anderem die Erhöhung des Mindestlohns.

Foto: I

Velbert.   Ab Frühling 2019 werden die Fahrtkosten angezogen. Kreis will Unternehmern entgegenkommen, die wegen der Mindestlohn-Erhöhung Mehrausgaben haben

Taxifahren wird in Zukunft teurer. Das hat der Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Verbraucherschutz des Kreises Mettmann auf Vorschlag der Kreisverwaltung entschieden; denn die Taxi-Preise sind nicht Sache der Kommunen, sondern werden vom Kreis bestimmt.

Ab März des kommenden Jahres soll der Grundpreis – inklusive des ersten gefahrenen Kilometers – von bisher 4,80 Euro auf fünf Euro steigen. Der Nachttarif wird auf 5,20 Euro erhöht.

Am Kilometerpreis gedreht

Auch am Kilometerpreis hat der Kreis gedreht: Er erhöht sich von 1,85 Euro auf zwei Euro, nachts auf 2,20 Euro. Falls der Taxifahrer darum gebeten wird, auf den Fahrgast zu warten und er diesem Wunsch nachkommt, beträgt die stündliche Warte-Gebühr ab März 28,50 Euro – oder, wie es vonseiten des Kreises heißt: „Zehn Cent je angefangene 12,63 Sekunden.“

109 Unternehmen im Kreis

Betroffen von den Änderungen sind neben den Fahrgästen alle 241 Autos der 109 Taxiunternehmen im Kreis Mettmann. Die Stadt Velbert verfügt über 42 Fahrzeuge, die sich auf 17 Unternehmen aufteilen.

Entstanden ist die Preis-Erhöhung übrigens wegen der Forderung eines Heiligenhauser Taxi-Unternehmers. Der Mann, der laut Kreis-Informationen neun Taxen betreibe, habe bereits am 31. Juli dieses Jahres „eine Anhebung des Taxitarifes um pauschal fünf Prozent beantragt“. Begründet hatte der Heiligenhauser den Antrag mit steigenden Personalkosten, die wohl insbesondere der Anhebung des Mindestlohns geschuldet seien.

Pauschale Erhöhung lehnte der Kreis ab

Eine pauschale Erhöhung der Kosten um – wie gefordert - fünf Prozent erschien dem entscheidenden Kreis-Ausschuss allerdings nicht tragbar, so dass von Fall zu Fall entschieden wurde - was dazu führte, dass die Preise für die verschiedenen Leistungen (Kilometerpreis, Nachttarif etc.) nicht universell aufgestockt, sondern individuell erhöht wurden.

Bevor der zuständige Kreisausschuss allerdings der Tarif-Anhebung zugestimmt hatte, wurden die Mettmanner Taxi-Unternehmer befragt. Von den 109 im Kreis ansässigen Unternehmen hätten sich laut Angaben des Kreises 54 für die Befragung zurückgemeldet. 41 der Befragten hätten sich dann für eine Erhöhung ausgesprochen, 13 lehnten diese ab. Taxi-Zentralen, die der Preis-Erhöhung kritisch gegenüberstanden, hätten dies laut Kreis meist mit der Angst vor Fahrgast-Verlust begründet.

Kosten steigen

Befürworter der Tarif-Erhöhung hingegen hätten immer wieder auf die gestiegenen Treibstoff- und Mitarbeiterkosten sowie auf die Erhöhung des Mindestlohns in den Jahren 2019 und 2020 verwiesen. Nicht außer Acht zu lassen ist zudem die so genannte Nachtdienstbereitschaft. Anfang des Jahres hatte der Kreistag eine uneingeschränkte Nachtfahrten-Pflicht für Taxen im Kreis beschlossen, obwohl die Unternehmen immer wieder auf die gegen Null tendierende Rendite verwiesen hatte. Dem soll nun ebenfalls mit der Erhöhung des Nacht-Tarifs entgegengewirkt werden. Mit anderen Worten: Nachtfahrten sollen sich für Taxi-Unternehmen wieder mehr lohnen.

„Irgendwann wird die Taxifahrt zu teuer“

Marek Kozlowski, Chef des gleichnamigen Velberter Taxi-Unternehmens, sieht die Preis-Erhöhungen mit gemischten Gefühlen. „Einerseits haben wir die Mindestlohn-Erhöhung; von dieser Seite her betrachtet, ist eine Preis-Erhöhung sinnvoll. Andererseits müssen wir genau diese Mindestlohn-Erhöhung auf die Kunden umlegen und die Fahrten werden teurer. Für unseren Kundenstamm – meist Rentner oder Menschen ohne Auto – könnte das alles irgendwann zu teuer werden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben