Landgericht

Tankstellenraub: Angeklagter erschrickt über Tatvideo

Vor dem Landgericht Wuppertal muss sich ein 41-Jähriger wegen eines Überfalls auf zwei Angestellte einer Tankstelle verantworten.

Vor dem Landgericht Wuppertal muss sich ein 41-Jähriger wegen eines Überfalls auf zwei Angestellte einer Tankstelle verantworten.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Velbert.  Im Prozess um einen brutalen Tankstellenraub zeigte sich der Angeklagte beeindruckt über eines der Tatvideos. Es zeigt ein weinendes Opfer.

Im Prozess um einem brutalen Tankstellenraub in Velbert zeigte sich ein 41 Jahre alter Angeklagter über Sicherheitsvideos aus dem Verkaufsraum sichtlich selbst erschrocken. Der Mann hat vor dem Landgericht in Wuppertal gestanden, den Betrieb an einer Innenstadtstraße alkoholisiert am 12. Mai 2020 überfallen zu haben - mit übergezogener Totenkopfmaske, mit silbernem Fleischklopfer und einem Messer als Tatwerkzeugen.

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Angeklagter spricht von Filmriss

Erinnern könne er sich nicht mehr: Nach tagelangem Trinken und Beruhigungsmitteln habe er einen „Filmriss“, so der Angeklagte. Den Videos zufolge betrat der nicht vorbestrafte Mann am Tatabend gegen 22.30 Uhr die Tankstelle. Es waren zwei Verkäuferinnen anwesend. Seine Gruselmaske hatte er laut eigener Angaben für ein Halloween-Fest gekauft. Er schlug eine Verkäuferin von hinten mit dem Fleischklopfer, die Frau ging zu Boden, ihre Kollegin kletterte auf die Theke und sagte dem Angreifer, wie die Kasse auf ging.

Video zeigt eine weinende Frau

Dann flüchteten beide Frauen, der Angreifer entkam vorübergehend mit 165 Euro und einer Flasche Wodka. Ein Kunde der Tankstelle hielt Sichtkontakt, bis die Polizei den Mann fasste. Eine Blutprobe ergab 2,5 Promille. Anscheinend mit Bedacht spielte der Vorsitzende Richter ein zusätzliches Video vor: Man sieht, wie die Verkäuferinnen in das Geschäft zurück kehren, auf Hilfe warten. Eine setzt sich auf eine Getränkekiste - und weint nur noch. Ihre Kollegin tröstet sie. Es dauert minutenlang. Die Szene beeindruckte den Angeklagten sichtlich. Im nachdenklichen Ton kommentierte er sein Verhalten aus den Videos: „Das sieht ziemlich abgeklärt aus.“

Der Richter stimmte zu: „Als ich das gesehen hatte und dann las, dass Sie sich an nichts mehr erinnern könnten, dachte ich: Der will mich veräppeln.“ Das Gericht hat einen Psychiater hinzugezogen, der den Angeklagten begutachten soll. Die Verhandlung wird am Montag, 23. November, fortgesetzt.

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