Energiekosten

Strom und Gas werden 2019 in Velbert teurer

Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr kostet der Strom monatlich 6,94 Euro mehr.

Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr kostet der Strom monatlich 6,94 Euro mehr.

Foto: Martin Goldhahn

Velbert.  Stadtwerke-Kunden bekommen im November Post. Preis weiter unterm Schnitt. Treiber sind Energiewende, Mehrverbrauch und Ressourcenverknappung.

Mit ihrer Garantie in 2016 haben die Stadtwerke Velbert zwei Jahre lang die Preise für ihre Kunden konstant gehalten, doch denen steht nun ab kommenden Januar sowohl für Strom als auch für Gas ein höherer Preis ins Haus. Für einen so genannten Modell-Haushalt bedeutet das unterm Strich monatliche Mehrkosten in Höhe von brutto 6,94 bzw. 8,20 Euro.

Eingekauft wird an der Börse in Leipzig

Man sehe sich – „Wie aktuell hierzulande alle Energieanbieter“ – für 2019 mit einer weltweiten Erhöhung der Rohstoffpreise und – speziell in Deutschland – in der Folge höheren Handelspreisen für Strom und Gas konfrontiert, sagte Stefan Freitag gegenüber der WAZ. Nach Auskunft des Geschäftsführers (seit vier Jahren) lagen die Stadtwerke, die beide Energiearten an der deutschen Börse in Leipzig kaufen, 2017 „etwas unter“ dem durchschnittlichen Strompreis für Haushalte und werden das auch nach der Erhöhung bleiben.

Erneut für zwei Jahre festschreiben

Die Strompreiserhöhung für das Lieferjahr 2019 beläuft sich auf 2,38 Cent/kWh; der Gaspreisanstieg beträgt 0,48 Cent/kWh. Der Velberter Versorger will seine Kunden im November anschreiben und informieren. „Wir beabsichtigen, auch die neuen Preise für zwei Jahre festzuschreiben“, kündigt Freitag an, „das ist zwar noch nicht ganz fix, aber es ist fest geplant.“

Kaum Spielraum zur Einflussnahme

Beim Strom habe man von 2011 bis 2015 eine „relativ moderate Entwicklung“ verzeichnet, berichtet Stefan Freitag. In 2016 habe die Preiskurve dann aber angefangen nach oben zu gehen und zuletzt im September bereits wieder ein ähnlich hohes Niveau erreicht wie 2007/08. „Beim Gas ist der Anstieg noch deutlicher.“ Die Energiewende, zunehmender Verbrauch und knapper werdende Ressourcen würden die Preise 2019 in beiden Fällen weiter nach oben treiben. U. a. werde der Wegfall von Kohle- durch Gaskraftwerke kompensiert, deren Strom deutlich kostspieliger sei. Hinzu kämen „massiv“ gewachsene Mehrkosten für die verknappten CO2-Emissionszertifikate.

Über 50 Prozent sind Abgaben, Steuern und Umlagen

„Das alles trifft jeden, der einkaufen muss.“ An der allgemeinen Marktentwicklung komme niemand vorbei. „Unsere Einflussmöglichkeiten sind begrenzt, da die Preise zum Großteil durch staatliche Abgaben, Steuern und Umlagen sowie Börsenentwicklungen bestimmt sind.“ Beim Strompreis machen Steuern etc. satte 54 Prozent aus; ein Viertel sind Netzentgelte und nur zu 21,1 Prozent Beschaffung und Vertrieb.

Mitarbeiter werden nach Tarif entlohnt

Warum aber können es andere Anbieter bzw. Strom-Discounter billiger? „Bei uns treffen Sie immer Menschen an, persönlich, telefonisch und auch online“, antwortet Stefan Freitag. „Wir haben auch unser Callcenter wieder zurück in die eigenen Reihen geholt. Und wir zahlen nach Tarif.“ Andere bzw. benachbarte Stadtwerke lägen mit ihren Preisen ähnlich, sagt er auf eine weitere Nachfrage: „Das tut sich eigentlich nicht viel.“

>>>STADTWERKE STELLEN NEUE AZUBIS EIN<<<

Die Stadtwerke Velbert haben aktuell rund 250 Mitarbeiter. Deren Zahl schwankt zwischen den Sommer- und Wintermonaten wegen der Saisonkräfte.

Für das kommende Jahr stellen die Stadtwerke auch wieder neue, sowohl weibliche als auch männliche Auszubildende ein. Es gibt Lehrstellen für Elektroniker (Energie- und Gebäudetechnik), Anlagenmechaniker (Sanitär/Heizung/Klima und Rohrsystemtechnik) sowie für Fachangestellte für Bäderbetriebe. Die Bewerbungsfrist läuft noch (Kontakt: bkrohn@stwvelbert.de, 02051/988-395).

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