Gericht

Strafprozess gegen Velberter Akupunkteurin eingestellt

Strafrechtlich ist die Akupunkteurin nicht schuld an der Erkrankung. Dies hatte bereits das Amtsgericht Velbert in einem vorhergehenden Verfahren festgestellt.

Strafrechtlich ist die Akupunkteurin nicht schuld an der Erkrankung. Dies hatte bereits das Amtsgericht Velbert in einem vorhergehenden Verfahren festgestellt.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Wuppertal/Velbert.  Die Frau soll ohne Zulassung eine Patientin behandelt haben. Die Patienten erkrankte nach der Behandlung schwer. Weitere Verfahren anhängig.

In einer Prozesskette nach der schweren Erkrankung einer Akupunktur-Patientin 2013 schließt die Justiz die strafrechtliche Seite ohne Urteil und Schuldspruch ab. Eine angeklagte Akupunkteurin aus Velbert muss 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, danach gilt das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung als beseitigt. Das hat das Landgericht Wuppertal Donnerstag, 24. September 2020, beschlossen.

Zuletzt ging es in dem Prozess nur noch um die Frage, ob die Akupunkteurin ohne Erlaubnis praktiziert haben könnte. Das wäre voraussichtlich schwer nachzuweisen gewesen.

Beschwerden verschlimmerten sich

Das Schicksal der Patientin hatte nach Medienberichten regional entsetzt: Die inzwischen 56 Jahre alte Frau hatte sich im März 2013 mit Schmerzen in der Velberter Praxis vorgestellt und mit Akupunktur-Nadeln behandeln lassen. Wenig später verschlimmerten sich ihre Beschwerden. Sie ging erneut zur Akupunkteurin – und ließ sich nur Stunden später als Notfallpatientin in einer Klinik aufnehmen. Den Richterinnen und Richtern sagte die Frau: „Ich habe so einen komischen Ruck gespürt. Ich weiß nicht, was mit mir passiert ist.“ Ihr Mann berichtete: „Vier Wochen hat sie um ihr Überleben gekämpft.“ Ärzte sollen Infektionen festgestellt haben. Die Frau wird voraussichtlich nicht mehr gesund werden.

Strafrechtlich keine Schuld

Strafrechtlich ist die Akupunkteurin nicht schuld an der Erkrankung und dem schweren Verlauf. Das steht bereits seit einer ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht Velbert fest. Sie hatte allerdings keine Erlaubnis für Heilbehandlungen. Andererseits hätte ihre Patientin eingewilligt, selbst wenn sie das gewusst hätte. Das bezeugte die 56-Jährige im Landgericht. Die Akupunkteurin war ihr von Verwandten empfohlen worden.

Unter Aufsicht des Mannes?

Offen bleibt, ob die Behandlung womöglich unter der Aufsicht des Mannes der Angeklagten stattfand. Das wäre erlaubt, weil er zugelassener Heilpraktiker ist. Darüber, was er in der Praxis machte, sagten Zeugen unterschiedlich aus: Teils berichteten sie, der Mann habe nur für Besucher die Tür geöffnet. Eindeutig war das letztlich nicht. Der Einstellung des Strafverfahrens haben die Angeklagte und die Staatsanwaltschaft zugestimmt. Die Höhe der Geldauflage richtet sich nach den Möglichkeiten der Akupunkteurin.

Intensive Überwachung

Der Rechtsstreit um Schmerzensgeld und Schadensersatz wird in anderen Verfahren verhandelt. Die Heilpraktikerpraxis wird von den Behörden intensiv überwacht. Darüber hatte der Leiter des Kreisgesundheitsamts ausgesagt.

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