Sternsinger

Sternsinger sammeln für behinderte Kinder in Peru

Bevor es auf die Straße geht, werden die Sternsinger im Gottesdienst gesegnet.

Bevor es auf die Straße geht, werden die Sternsinger im Gottesdienst gesegnet.

Foto: Stefan Arend

Neviges.   Das Wetter spielte nicht gerade mit, dennoch zogen die Sternsinger durch Tönisheide. Was sie dabei erlebten, war überwiegend positiv.

Das Fett in der Fritteuse ist bereit für die Pommes, die Brühwürstchen sind heiß, Pudding und Joghurt stehen als Nachtisch bereit. „Da kommen die Ersten.“ Die Sternsinger werden im Pfarrheim St. Antonius sehnsüchtig vom Küchenteam erwartet.

Seit dem Morgen liefen 25 Kinder in neun Teams durch Tönisheide und klingelten an vielen Haustüren. „Einige Leute waren überrascht, dass die Sternsinger unterwegs sind“, musste Jan Helbig feststellen, der im Bereich Reiger Weg und Auf der Drenk auf Tour war. Dem Teambetreuer und seinen Schützlingen öffneten die teils verdutzten Hausbewohner mitunter im Schlafanzug. „Aber wir wurden immer freundlich begrüßt.“ Nun sind sie im Pfarrheim eingetroffen und wärmen sich vom nasskalten Wetter auf.

Die kleinen Könige bekommen eine Stärkung

„Ich habe jetzt Hunger und die Hände tun mir von der Kälte weh“, klagt Svenja (12), während Jana (10) die schönen Seiten des morgendlichen Singens betont: „Das hat Spaß gemacht, auch wenn das Laufen dazwischen langweilig war.“ Während die kleinen Könige sich stärken, haben Annegret Kellersohn und Ulrike Overbeck die ersten Spendendosen geöffnet. Zahlreiche Fünf-, Zehn-, und Zwanzig-Eurobanknoten quellen ihnen entgegen, aber nur wenig Münzen. „300 Euro und zwei Cent, das ist schon sehr gut“, lobt Annegret Kellersohn, die bereits seit Jahren das Sternsingen auf Tönisheide organisiert und die sich über jeden Cent freut.

„Manche haben gezielt für uns eingekauft“

„Die Spendenhöhe ist immer unterschiedlich, je nach dem in welchem Bereich die Kinder unterwegs waren und wie dicht die Besiedlung dort ist.“ Neben einer gut gefüllten Spendendose bringen die Teams auch immer prall gefüllte Taschen voller Süßigkeiten mit. „Ich glaube, manche Leute haben gezielt für die Sternsinger eingekauft“, so der Eindruck von Ulrike Overbeck, der langjährigen Leiterin des katholischen Kindergartens, die seit Jahren bei der Sternsinger-Aktion hilft. „Jedes Kind darf sich was nehmen, den Rest schicken wir an ein Kinderheim in Weißrussland.“

Den Horizont erweitert

Annegret Baykra begleitet jedes Jahr die Sternsinger. „In vielen Häusern werden wir schon erwartet. Manchmal werden wir auch auf der Straße angehalten. Dann geben wir die gesegneten Aufkleber mit. Auf jeden Fall ist das eine tolle Sache, weil sich Kinder für andere Kinder einsetzen, sie erweitern damit ihren Horizont“, erzählt sie. Und weiter: „So wurde bei den Vorbereitungstreffen ein Film über Peru gezeigt, damit die Kinder wissen, was mit den Spenden passiert, dass sie einsammeln.“

Das Leitwort der diesjährigen Aktion des Kindermissionswerks heißt „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“. Mit den Spenden sollen behinderte Kinder in dem südamerikanischen Land, die dort Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren, unterstützt werden.

<<<SEIT 1959 IM EINSATZ

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Aachen und ein Werk der Päpstlichen Missionswerke.

Es organisiert seit 1959 in Deutschland das Sternsingen. In dieser Zeit wurde insgesamt eine Milliarde Euro an Spenden gesammelt.

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