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Stadtbücherei Velbert verleiht den ersten Lese-Oskar

Hannah, vorne links, und Felix Pardon, vorne rechts, stehen mit dem Lese-oskar für die „Beste Geschichte" mit Jan Esdor alias Jack und Ali Bongers alias Käptän Ali, rechts und den anderen Oskar-Preisträgern vor der Stadtbücherei Velbert.

Hannah, vorne links, und Felix Pardon, vorne rechts, stehen mit dem Lese-oskar für die „Beste Geschichte" mit Jan Esdor alias Jack und Ali Bongers alias Käptän Ali, rechts und den anderen Oskar-Preisträgern vor der Stadtbücherei Velbert.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Die Stadtbücherei hat erstmals den Lese-Oskar verliehen. Hundert Velberter haben die Bücher dokumentiert, die sie in den Ferien gelesen haben.

Die Stadtbücherei in Mitte hat an diesem Samstagnachmittag eigentlich schon geschlossen. Trotzdem hat sich eine Schlange vor den Glastüren gebildet. In kleinen Gruppen stehen Familien in der Fußgängerzone und warten auf die Verleihung der Lese-Oskars.

15 Teams werden geehrt

Geehrt werden die 15 Teams, die an dem größten Leseförderungsprogramm NRWs teilgenommen haben: dem Sommerleseclub. Im Juni konnten sich die Teilnehmenden dafür anmelden und in einem Logbuch über die Bücher schreiben, die sie in den Ferien gelesen haben. Die Stadtbücherei Velbert forderte die 95 Teilnehmenden auf eigene Geschichten zu verfassen und Videos und Fotos einzuschicken. Diese Beiträge werden bei der Oskar-Verleihung unter anderem geehrt.

Mit der Familie am Lesesommer teilgenommen

„Mir hat am meisten das Buch über das Leben von Edda gefallen. Es handelt von einem Mädchen und erzählt Abenteuer aus ihrem Alltag“, berichtet die Schülerin Judith über ihr liebstes Buch aus diesem Sommer. Bei einer Lesung der Autorin ihres Lieblingsbuches in der Stadtbücherei, hat Judith das Kinderbuch „Edda aus dem Moospfad“ kennengelernt. Die junge Mettmannerin hat mit ihrer Familie an dem Lesesommer teilgenommen.

Einen eigenen Gruppennamen überlegt

Wie die anderen Teams hat sich auch Judiths Familie einen eigenen Gruppennamen überlegt. Sie treten als „die super Buchstabensuppen Buchstabensortierer“ an. Mit ihrer Mutter wartet Judith vor der Bücherei auf den Beginn der Veranstaltung. Die anderen beiden Familienmitglieder konnten nicht mitkommen. Auf Grund der Corona-Maßnahmen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Um Punkt 15.30 Uhr öffnet Ulrike Motte, die Leiterin der Stadtbücherei Velbert mit ihren Kolleginnen die Glastüren. Die Wartenden desinfizieren sich die Hände und setzten sich mit ihren Teams an die runden Tische, die mit etwas Abstand um einen Projektor stehen. Auf zwei aneinander geschobenen Regalen befinden sich die fünf goldene Preise. Darunter stehen die Kategorien, in denen jeweils die Oskars verliehen werden.

Das coolste Logbuch

Als erstes wird das coolste Logbuch geehrt und dann folgt die Bekanntgabe der Sommerleseclub-Künstler. Die Video- und Bild-Einsendungen werden mit dem dritten Oskar honoriert. Die letzten beiden Preise werden für die beste selbstgeschriebene Geschichte und die meisten gelesenen Seiten vergeben. Ulrike Motte eröffnet die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache. Die anwesenden 15 Teams sind gespannt. Mit ihrer Einladung wissen sie zwar, dass sie nominiert sind, aber nicht für welche Kategorie. Die Leiterin der Bücherei beendet ihre Ansprache: „Eine Oskar-Verleihung macht gute Laune - ob sie nun in Los Angeles stattfindet oder in Velbert.“

Zwei Piraten pirschen sich heran

Als die tatsächliche Preisverleihung beginnt, bemerken die Anwesenden, dass sich zwei Piraten an die Oskars ran pirschen. Die beiden Schauspieler der AliBo Theaterschule aus Velbert werden jedoch bevor sie die Oskars klauen können entlarvt und lockern daraufhin das Programm auf. Außerdem vertreten sie Bürgermeister Dirk Lukrafka, der die Preise vergeben wollte und wegen seiner Wahlkampfarbeit nicht kommen konnte. Mit ihren ausgefallenen Kostümen sorgen Piratin Ali und Pirat Jack für einige Lacher. Zum Beispiel dann, wenn sie den Preisträgern ihre Auszeichnungen auf einem Säbel anreichen, um den Sicherheitsabstand zu gewähren.

„Lesen steigert die Lebensfreude“

Nachdem zwei der Preise bereits verliehen wurden, dürfen auch Judith und ihre Mutter nach vorne und sich ihren goldenen Oskar abholen. In der Kategorie tollstes Foto und Video haben „die super Buchstabensuppen Buchstabensortierer“ den ersten Preis gewonnen. Das Video, das die Familie eingereicht hatte, wird auf dem Projektor gezeigt. Zu sehen ist Judith und ihre Familie beim Lesen. Außerdem zeigt es – um ihrem Namen treu zu bleiben - ganz viele sortierte Buchstabennudeln. Ulrike Motte hält fest, dass „Lesen die Lebensfreude steigert“. Für das nächste Jahr hofft die Bibliothekarin, dass der Lesesommer von Workshops begleitet werden kann, dass sich die Teilnehmenden persönlich über Bücher austauschen und dass die nächste Lese-Oskar-Verleihung mit rotem Teppich und allen Teilnehmenden stattfinden wird.

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