Kindertagesstätten

Stadt plant zwei Kita-Neubauten mit 165 Plätzen

Die kath. Ludgerusschule gehört zu den drei Grundschulen, die in Velbert-Mitte aufgegeben worden sind. Alle Kinder werden seit letztem August in der neuen fünfzügigen Grundschule an der Kastanienallee unterrichtet und betreut.

Die kath. Ludgerusschule gehört zu den drei Grundschulen, die in Velbert-Mitte aufgegeben worden sind. Alle Kinder werden seit letztem August in der neuen fünfzügigen Grundschule an der Kastanienallee unterrichtet und betreut.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Velbert.  Die Stadt Velbert baut auf alten Schulgrundstücken zwei neue Kitas mit insgesamt 165 Plätzen. Dabei spielt die Ökologie eine gewichtige Rolle.

Die beiden Grundstücke bzw. Immobilien waren jahrzehntelang immer fest in Kinderhand, und das werden sie trotz einer anderen Nutzung als bisher auch bleiben. Die Stadt Velbert plant nämlich zwei Kita-Neubauten: an der Fontanestraße, wo die Grundschule „Am Baum“ bereits abgerissen worden und der Baugrund schon frei ist, und an der Nordstraße – der Abrissbeginn bei der Ludgerus-Grundschule ist für dieses Jahr vorgesehen. Der städt. Fachbereich Immobilienservice geht beide Projekte „sehr ökologisch“ an, wie dessen Leiter Michael Lobe auf WAZ-Anfrage berichtete. Und das nicht nur, weil man z. B. die Gebäudeplanung an der Fontanestraße eigens noch einmal um drei Meter verschoben hat, um dort fast den gesamten Baumbestand erhalten zu können.

Erfahrenes Architekturbüro hinzugezogen

Neben der künftigen dreizügigen Grundschule an der Grünstraße sind diese Kindertagesstätten die ersten Projekte, die Lobe seit seinem Dienstantritt in Velbert von A bis Z verantwortet. Mit der Architekturskizze sei in beiden Kita-Fällen das Büro „BNS Architekten“ (Düsseldorf) beauftragt worden, das „schon über 100 Kitas gebaut und umgeplant“ habe und im Kreis Mettmann bestens bekannt sei. Die eigentliche Baubetreuung übernehme dann der Immobilienservice.

Zwei unterschiedliche Träger

Hier an der Fontanestraße entsteht eine viergruppige Einrichtung mit etwa 75 Plätzen „für alle Altersgruppen von U 3 bis zum Einschulungsalter“ in Trägerschaft des ev. Kirchenkreises Niederberg, dort eine ähnlich strukturierte mit fünf Gruppen und 90 Plätzen in Trägerschaft der Awo. Das zur Verfügung stehende Budget beträgt 4 bzw. 5 Millionen Euro. Nach Auskunft von Jürgen Mutz, Abteilungsleiter im Fachbereich Jugend/Familie/Soziales, beträgt die Landeszuweisung ungefähr 2 bzw. 2,5 Millionen Euro.

Für Holzbauweise entschieden

Im nächsten Sommer soll’s losgehen, die Fertigstellung ist für den Sommer 2022 terminiert. Das Vorhaben an der Fontanestraße läuft intern unter dem Arbeitstitel „Klima-Kita“, nicht zuletzt auch wegen der im dortigen Bereich geplanten Klimaschutzsiedlung. Um nachwachsende Baustoffe zu verwenden, sagt Michael Lobe, werde sie in Holzbauweise errichtet. Die Fassade erhält eine Holzschalung; das Holz-Tragwerk soll auch innen sichtbar sein. Es wird Gründächer geben, das überschüssige Regenwasser wird versickert. Man strebe zudem eine weitgehend CO2-neutrale Beheizung an, werde eine Luft-Wärme-Pumpe kombiniert mit einer Photovoltaik-Anlage einsetzen.

Spielraum für die Phantasie

„Wir wollen möglichst eingeschossig bleiben, auch um dem Inklusionsgedanken Rechnung zu tragen.“ Zudem könnten die Kinder dann auch selbstständig rausgehen, ergänzt Markus Hackethal, Fachbereichsleiter Jugend/Familie/Soziales. „Und sie haben auch mehr Freiheiten bei der Gestaltung ihres Kita-Alltags.“ Die Grundstücksgröße beträgt 2900 und die Fläche der Kita 900 qm. Für die Außenspielfläche sind 1150 qm vorgesehen, mit naturnahen Geräten aus Holz, vor allem aber mit Ausstattungsdetails, die viel Spielraum lassen und aus denen die Phantasie der Kinder alles Mögliche machen kann.

Aussehen der Umgebung anpassen

An der Nordstraße ist das Areal gut 500 qm kleiner. „Da müssen wir zweigeschossig bauen“, erzählt Lobe. Das Obergeschoss erhalte umlaufend einen Balkon mit einem Treppenturm, der zum Spielen genutzt werden könne, im Ernstfall aber natürlich als zweiter Flucht- und Rettungsweg diene. Die Landesbauordnung erlaube mittlerweile auch für zwei Geschosse die Holzbauweise; die Fassade soll der Umgebung angepasst und voraussichtlich verklinkert werden. Die Awo-Einrichtung soll ebenfalls nahezu CO2-neutral beheizt werden, allerdings mit einem anderen Konzept. Eventuell kommt es zu einer Kombination aus Geothermie und Photovoltaik. Und Bäume bleiben auch hier verschont.

Fertigstellung im Herbst 2022

Laut Zeitplan ist der Baubeginn im Herbst, wird die 1000 qm umfassende Kita mit einer Außenspielfläche von 1100 qm ebenfalls binnen eines Jahres fertig. Das Gebäude wird später auf zwei Seiten von Häusern des Neubau-Vorhabens der Firma „Sahle Wohnen“ umgeben. Hackethal kündigt überdies an, dass die Stadt und ihre Fachbereiche in beiden Fällen noch den jeweiligen Kita-Träger mit ihren Vorstellungen in die Planung einbinden wollen.

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