Theater

SpielArt fasziniert Publikum mit selbst geschriebenem Stück

14 Jugendliche haben das Stück ,Ich bin eine Insel‘ selbst geschrieben und

Foto: Alexandra Roth

14 Jugendliche haben das Stück ,Ich bin eine Insel‘ selbst geschrieben und Foto: Alexandra Roth

Langenberg.   Fast ein Jahr lang dauerte die Entstehung von ,Ich bin eine Insel‘. Theater mit einem bisschen Musical und einem Strom von Gedanken.

Auf eine ganz besondere Reise, ganz ohne Gepäck, ohne an einem entfernen Ort anzukommen und ohne bestimmte Rückkehr lud das Ensemble SpielArt seine Besucher ein. „Eine Reise, die im Oktober gestartet ist und noch lange nicht vorbei ist, die auch heute Abend noch weiter geht“, leitete Regisseurin Ute Kranz das Theaterstück am Abend ein.

Besucher tauchen ein in eine Exkursion zu sich selbst

,Ich bin eine Insel‘, so lautet der Titel des Stückes, das die 14 Jugendlichen um Ute Kranz das vergangene Jahr über selbst geschrieben und gestaltet haben, und das am Samstagabend seine Uraufführung im Deilbachsaal in Langenberg feierte. Die Besucher tauchten ein in eine Exkursion zu sich selbst, einer Suche nach dem, was jeden Menschen ausmacht.

Eine gelungene Mischung aus theatralen Elementen, musikalischen Einlagen und visueller Darstellung zog die Zuschauer dabei in den Strudel der Erkenntnis, dass nicht jeder nur sein kann, was die Gesellschaft von ihm erwartet, sondern dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.

„Ihr seid doch nicht nur eure Namen“, da sei vielmehr, als Oberflächliches, Klischees, die tagtäglich ohne Nachzudenken bedient werden. Und überhaupt, „wer sagt denn, das wir alle in die gleiche Richtung müssen?“ Das Stück handelt von Problemen, die jedem im Alltag begegnen, von Konflikten aber auch von Vorurteilen: „Ich wünsche mir Zeit, aber das ist ja utopisch, dass ich irgendwann mal Zeit habe.“

Abschweifen in eigene Gedanken

Für Gänsehaut und das Abschweifen der eigenen Gedanken sorgen jedoch nicht nur die tiefgründigen Texte des Ensembles, auch die ausgewählte Musik, die SpielArt als Solo oder im Chor mit Klavierbegleitung präsentiert, ernten kräftigen Applaus während des Stückes. So werden die Lieder ,Deine Schuld‘ von den Ärzten oder ,The Sound of Silence‘ von Simon and Garfunkel zum Sprachrohr, zum Ventil für Gefühle und Gedanken.

„Alle sind ständig unterwegs, aber es kommt niemand bei mir an, nicht einmal ich selbst.“ Dass niemand mit einer solchen Empfindung alleine ist, wird im Stück deutlich. „Also bin ich noch nicht angekommen?“, fragen sich die Figuren am Ende des Stückes und trösten sich gegenseitig: „Vielleicht nicht, aber das ist auch kein Drama.“

Zwei Stunden über die Bühne gewirbelt

Zwei pausenlose Stunden lang wirbelten die Darsteller über die Bühne, gefolgt von minutenlangem tosenden Applaus, stehenden Ovationen und Zugabe-Rufen.

„Das Ensemble hat es einfach auf den Punkt gebracht“, findet Zuschauerin Anja Tomiczek am Ende, „es bildet die zeitgenössische Wirklichkeit ab und bietet eine riesige Bandbreite an, die jede Generation bewegt.“ Da kann Zuschauerin Zoja Ott nur zustimmen: „Es war einfach sehr lebendig. Ich glaube, um alles richtig aufzunehmen, müsste man eigentlich noch ein zweites Mal kommen.“

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